Handballclub Oppenweiler Backnang
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Match

TV Germania Großsachsen vs. HCOB
06.05. · 19 Uhr · Sachsenhalle
Großer Auftritt für eine Torwartlegende
| 20.04.2017      | Erste Mannschaft      | Alexander Hornauer 
Nein, nervös sei er nicht, sagt Stefan Merzbacher, der erfahrene Handballtorwart des HC Oppenweiler/Backnang. Eher voller Vorfreude, und auch ein bisschen stolz. Das darf er auch, am Samstag wird der 40-jährige Keeper gegen die SG Köndringen/Teningen zum 375. Mal für die erste Mannschaft spielen – und damit die alleinige Führung in der Liste der Sportler mit den meisten Einsätzen für den TVO respektive den HCOB übernehmen.
Steht vor seinem 375. Einsatz in der ersten Mannschaft: Torwartlegende Stefan Merzbacher. (Foto: A. Becher)

Seit dem Aufstieg des TV Oppenweiler auf die Verbandsebene Jahr 1980 wird Statistik geführt. Gezählt werden alle Meisterschaftsspiele, aber keine Pokalspiele. Lange lag der viermalige Regionalliga-Torschützenkönig Bernhard Scheib mit 374 Einsätzen allein an der Spitze. In einem denkwürdigen letzten Spiel der Saison 2016/2017 schloss Toreverhinderer Merzbacher zu ihm auf. Mit seinen Paraden trug er zum Heimsieg gegen die TGS Pforzheim und zum Nichtabstieg bei. Danach wurde er mit tosendem Applaus aus der ersten Mannschaft verabschiedet. Denn auch ein Jahr später ist der Schlussmann mittendrin statt nur dabei. Mit der zweiten Mannschaft hat er die Bezirksmeisterschaft gewonnen. Als sich Sven Grathwohl bei der Ersten verletzt, nahm Merzbacher auf der Bank Platz, als Absicherung für Thomas Fink. Eingreifen musste er nicht und war darüber nicht enttäuscht, im Gegenteil, „denn es freut mich sehr, dass sich mein Torwartkollege so positiv entwickelt hat und zu einem echten Leistungsträger geworden ist.“ Unbelohnt soll Merzbachers Engagement nicht bleiben: Er wird gegen die SG Köndringen/Teningen den Platz zwischen den Pfosten einnehmen; als Dank für die große Unterstützung in der laufenden Runde und als Anerkennung seiner großen Leistungen in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten.

Denn Merzbacher hat in Oppenweiler und in der gesamten Handballszene der Region längst den Status einer Torwartlegende. Ins Murrtal „gelockt“ wurde der Sportler mit Wurzeln bei der TSG Oßweil von Jürgen Buck. „Wir waren damals Gegenspieler, er hat mich für den TVO gewonnen“, erinnert sich der Keeper und ist ihm dafür bis heute dankbar. Sein Debüt feierte Stefan Merzbacher im Herbst 2002 in einem Heimspiel gegen die SG Kronau/Östringen II, damals noch an der Seite von Frank Deißer, einer gleichfalls prägenden Figur des Handballsports in Oppenweiler. „Das war eine super Zeit mit ihm“, erinnert sich Merzbacher und betont, auch mit seinen anderen Torwartkollegen gut ausgekommen zu sein. „Ob Tobias Tauterat, Marcel Wolf oder zuletzt Thomas Fink, wir haben uns immer gegenseitig geholfen und unterstützt, aber auch einen absoluten Konkurrenzkampf geliefert.“ Davon profitierte das Team, das sich über Jahre hinweg auf starke Keeper verlassen durfte.

Dass Merzbacher dem Club über einen solch langen Zeitraum treu bleiben würde, kommt für ihn selbst im Rückblick gar nicht überraschend. „Ich bin hier so herzlich aufgenommen worden, ich habe vom ersten Moment an eine tolle Unterstützung von den Zuschauern und den Verantwortlichen erlebt, in guten, aber besonders auch in schlechten Zeiten“, erinnert sich Merzbacher und macht damit deutlich, warum er gar keine Ambitionen entwickelt, einen anderen Club anzusteuern. „Das Familiäre hat diesen Verein schon immer ausgezeichnet, und das hat über die Jahre nicht abgenommen, es ist eher noch mehr geworden. Der Club ist mir ans Herz gewachsen.“ Er ging 2011 auch den bitteren Gang in die Württembergliga mit und durfte so 2013 den Gewinn der Württembergischen Meisterschaft und 2015 den Aufstieg in die Dritte Liga miterleben – und vor allem mitgestalten. In vielen Spielen machte Merzbacher den Unterschied. Auch zum Verbleib in der Liga trug er in der vergangenen Saison viel bei – mit dem Spiel gegen Pforzheim als finalem Höhepunkt und Schlussakkord.

Nun soll mit seinem 375. Einsatz ein weiteres Highlight folgen. Dabei geht es keineswegs nur ums Symbolische. Merzbacher will sein Team auch zum Sieg führen. Sein Ehrgeiz ist wie eh und je, der Titel des Rekordspielers ein echter Ansporn. Merzbacher ist fit wie ein Turnschuh und „stolz, so etwas in einem solch großartigen Verein erreicht zu haben.“ Man muss jedenfalls kein Prophet sein, um zu prognostizieren: Die Sympathien werden dem Großmeister am Samstag einmal mehr zufliegen, es wird ein großer Auftritt einer Torwartlegende.


         
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