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Die Gelegenheiten zur Wende nicht ergriffen
| 07.05.2017      | Rund um den HCOB      | Alexander Hornauer 
Der erhoffte Auswärtssieg zum Rundenende blieb aus: nach fast drei Monaten haben die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang wieder mal in einer fremden Halle verloren. Beim Tabellenfünften TV Germania Großsachsen unterlag der Drittligist mit 23:27. Mehrmals bot sich die Chance zur Wende, es mangelte aber an Durchschlagskraft aus dem Rückraum.
Nutzte fast alle Siebenmeterchancen und brachte sein Team damit immer wieder heran: Lukas Köder. (Foto: A. Hornauer)

Die Murrtaler legten einen guten Start hin, verteidigten aufmerksam und gingen bis zur achten Minute mit 4:2 in Führung. Während die Defensivarbeit weiter das Prädikat „ordentlich“ verdiente, erlahmte der Schwung im Angriff aber. Vom Rückraum ging wenig Torgefahr aus, oft blieben die Gästewerfer am Block hängen. Wenn sich eine freie Wurfgelegenheit bot, war häufig Endstation bei Keeper Marius Fraefel.

Die Gastgeber von der Bergstraße glichen aus und lagen nach einem Fernwurf in das aufgrund einer doppelten Unterzahl verwaiste HCOB-Tor mit 11:6 vorne. Trainer Matthias Heineke nahm zwei Auszeiten. Die erste fruchtete nicht, die zweite trug zu einer Verbesserung bei. Der HCOB fand zurück ins Spiel. Die Gäste erarbeiteten sich Siebenmeter, die Lukas Köder nutzte; von sieben Würfen vergab er nur einen, bei diesem traf er im Nachwurf. Beim 11:14 war der Gast zur Pause wieder dran. Ein Ärgernis: TVG-Handballer Jan Triebskorn hätte, weil er Florian Schöbinger mit Schwung zu Boden stieß, als der Ball längst gespielt war, Rot sehen müssen. Die Schiedsrichter, die beim selben Spieler schon im Hinspiel ein Auge zugedrückt hatten, gaben ihm eine Zeitstrafe.

Dies war für das weitere Geschehen von Bedeutung, denn Triebskorn hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit mit seinen Vorarbeiten großen Anteil daran, dass die Hausherren wieder auf 20:14 davonzogen. Das Hauptproblem der Gäste lag dabei weiter in der nicht ausreichenden Durchschlagskraft im Angriff. Trainer Heineke stellte immer wieder um, ließ wenig unversucht, aber vieles misslang. Erfolgreich war aber die Maßnahme, Kevin Wolf verstärkt über den rechten Flügel kommen zu lassen. Er traf von dort dreimal binnen weniger Minuten. Der HCOB war wieder auf 18:21 dran.

Um die Begegnung vollends zu drehen, hätten sich die Handballer aus dem Murrtal in der Folgezeit aber weniger Fehler leisten dürfen. Wohl ließen sie in der Abwehr zwischen der 45. und der 56. Minute kaum etwas zu, vorne aber landeten Anspiele im Nirwana, dann folgten vergebene „Freie“ und zu allem Unglück gesellten sich auch Pfostentreffer in die Reihe der ungenutzten Gelegenheiten. Eine offene Manndeckung brachte einige Ballgewinne, am Ende aber keine markante Abstandsverkürzung. Der TV Germania Großsachsen erhöhte mit dem Abpfiff auf 23:27. Verdient, aus HCOB-Sicht aber ärgerlich, die Chancen waren da.

Matthias Heineke: „Man hat gemerkt, dass wir unbedingt gewinnen wollten. In der Abwehr haben wir den Gegner auch immer wieder vor Probleme gestellt. Leider hatten wir heute aus dem Rückraum eine schlechte Trefferquote. Außerdem haben wir in den entscheidenden Phasen, in denen die Partie hätte kippen können, nicht clever gespielt.“

Stefan Pohl: „Obwohl uns der HC Oppenweiler/Backnang in der Abwehr Schwierigkeiten bereitet hat, haben wir in den wichtigen Momenten doch unsere Tore gemacht. Und das Zusammenspiel von Block und Torwart in unserer Abwehr war heute sensationell.“


TV Germania Großsachsen - HC Oppenweiler/Backnang   27:23
| 06.05.2017 - 19:00      | Sachsenhalle Großsachsen
    
TV Germania Großsachsen
Sandro Sitter, Marius Fraefel (Tor), Lukas Göcke, Jan Triebskorn (5/1), Jan Straub (3), Alexej Rybakov (4), Simon Spilger (4), Tobias Kohl (1), Denny Purucker (2), Robin Unger (5), Jannik Schneider, Michell Hildebrandt (3). – Trainer: Stefan Pohl.

HC Oppenweiler/Backnang
Thomas Fink, Sven Grathwohl (Tor), Florian Frank (2), Chris Hellerich (3), Tobias Hold (1), Lukas Köder (9/6), Tom Kuhnle (1), Philipp Maurer (1), Benjamin Röhrle, Florian Schöbinger (2), Philipp Schöbinger, Ruben Sigle (1), Kevin Wolf (3). – Trainer: Matthias Heineke.

Schiedsrichter: Fabian Dietz (Hofweier) und Lukas Nachbaur (Augsburg).
Zuschauer: 450.
Siebenmeter: 1/1 : 6/7 (Köder scheitert an Fraefel).
Zeitstrafen: 14:10 Minuten (Triebskorn/zweimal, Straub, Kohl, Purucker, Unger, Schneider – P. Schöbinger/zweimal, Hellerich/zweimal, F. Schöbinger).
Spielverlauf: 2:4, 11:6, 14:11 – 20:14, 21:18, 27:23.
         
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