Handballclub Oppenweiler Backnang
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Der Acht-Stufen-Plan und die NachrĂĽckerliste
| 04.05.2020      | Erste Mannschaft      | Alexander Hornauer 
Viele Handballer suchen sich derzeit Ersatzbeschäftigungen. Manche fahren Rad, andere joggen. Lieber würden sie mit dem Ball aufs Tor werfen. Darum ist es für sie eine gute Nachricht, dass sich der Deutsche Handball-Bund sehr konkret Gedanken macht, mit welchen Schritten die Rückkehr zum Spiel gelingen kann. Besonders interessant für die Sportler, Funktionäre und Fans des HC Oppenweiler/Backnang sind außerdem die Planungen für die kommende Drittligasaison.
Warten gespannt auf weitere Infos: Der Sportliche Leiter Jochen Bartels und Abwehrchef Tim DĂĽren. (Foto: A. Becher)

Die meisten Sportverbände haben die vergangenen Runde abgewickelt. Sie blicken nach vorne und entwickeln Konzepte. Die Menschen sollen wieder in ihren Vereinen in Bewegung kommen. Der Deutsche Sport-Bund (DSOB) hat zehn Leitplanken formuliert, wie der Vereinssport angesichts der geltenden Verordnungslage wieder aufgenommen werden kann. Auch der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat fleißig gearbeitet und mit „Return to play“ einen Acht-Stufen-Plan veröffentlicht, wie er sich im Amateursport eine Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb vorstellt. Die Sportler und Sportlerinnen sollen erst eigenständig üben, sich dann in Kleingruppen treffen, anschließend zum Mannschaftstraining zurückfinden und – in einer letzten Stufe – zum Wettkampf finden. Termine sind, bei aller Ungewissheit, auch angegeben. Stufe acht soll im September erreicht sein. Der DHB-Vorstandsvorsitzender Mark Schober sagt: „Oberste Priorität hat der Infektionsschutz, aber wir müssen auch in dieser Zeit darauf achten, dass wir unsere Vereinsstrukturen erhalten und vor allem Kindern und Jugendlichen die Wiederaufnahme von Training ermöglichen.“

Das Positionspapier enthält Handlungsempfehlungen und Anregungen, um höchsten Anforderungen an das Gebot des Abstandhaltens gerecht zu werden. Zugleich soll es Vereinen und Kommunen helfen, im Dialog mit Kommunen oder Behörden Lösungen zu entwickeln. Gerold Hug, Vorsitzender beim HC Oppenweiler/Backnang, begrüßt dies: „Der DHB hat uns mit diesem Positionspapier eine gute Unterstützung zukommen lassen. Wir befassen uns damit, wie wir diese Anregungen in unserer Vereinsarbeit umsetzen können.“ Dies geschehe ohne Hektik, weil die Qualifikationsspiele im Jugendhandball abgesetzt sind und der Trainingsbetrieb bei den Erwachsenenmannschaften im Mai traditionell reduziert ist oder gar ruht; aber auch mit Zielstrebigkeit, „weil wir vorbereitet sein wollen, wenn die Rahmenbedingungen sportliche Betätigung wieder zulassen.“

Für die kommende Saison in der Dritten Handball-Liga, die im Unterschied zu den selbstverwalteten Bundesligen vom Deutschen Handball-Bund betrieben wird, liegen ebenfalls erste Informationen vor. Die aktuellen Planungen gehen – im Wissen darum, dass vieles von Entscheidungen auf politischer Ebene abhängt – von einem Rundenstart im September aus. Den Vereinen und vor allem den Sportlern soll eine Vorbereitungsphase mit einem regelmäßigen Trainingsbetrieb von sechs Wochen eingeräumt werden. Bedeute: ein geregeltes Mannschaftstraining müsste ab Mitte Juli möglich sein.

Bislang spielten 64 Mannschaften in der Dritten Liga, aufgeteilt in vier Staffeln mit jeweils 16 Teams. Der HC Oppenweiler/Backnang beispielsweise spielt – weil es geographisch naheliegend ist – seit 2015 durchgängig in der Südstaffel. Dabei wird es wohl bleiben. Weil aufgrund der vorzeitigen Beendigung der abgelaufenen Saison keine Mannschaften absteigen müssen, wird die Dritte Liga auf 72 Mannschaften aufgestockt. Angedacht sind vier Staffeln mit 18 Teams. In den kommenden beiden Spielzeiten soll die Zahl wieder auf 64 reduziert werden, beispielsweise durch eine höhere Zahl an Absteigern oder durch einen reduzierten Aufstieg aus den vierten Ligen.

Interessant ist, wie für die kommende Runde 72 Mannschaften zusammenkommen sollen. Zieht man von den aktuell 64 Mannschaften nämlich die vier Zweitligaaufsteiger sowie die beiden während der Runde aus dem Spielbetrieb ausgeschiedenen Vereine SG Nußloch und Rhein Vikings ab, ist man bei 58 Teams. Hinzu kommt (wahrscheinlich) die HSG Krefeld aus der zweiten Liga, sie hat keine Lizenz erhalten. Außerdem steigen im Normalfall zwölf Teams aus den vierten Ligen auf, macht 71. Damit fehlt ein Team. Sollte sich Krefeld noch in die zweite Liga klagen, ein bisheriger Drittligist nicht mehr melden oder ein aufstiegsberechtigter Club verzichten, ergäbe sich eine noch größere Lücke. Diese soll durch nachrückende Viertligisten geschlossen werden. In Frage kommen jene Clubs, die auf den Plätzen zwei oder drei ihre Oberliga abgeschlossen haben, in Baden-Württemberg sind – weil diese Liga zwei fixe Aufstiegsplätze hat – der Dritt- und Viertplatzierte im Rennen. Die am Nachrücken interessierten Vereine können sich melden. Unter ihnen wird dann anhand des Punktabstands zum Aufsteiger ihrer Staffel eine Rangliste ermittelt. Ein Beispiel: Der TSV Neuhausen/Filder als Dritter der Baden-Württemberg-Oberliga hat einen Quotienten von 143,5 eingespielt. Auf die Zweitplatzierte HSG Konstanz II ergibt sich ein Abstand von 4,3. Mit diesem Wert lägen die Filderhandballer in einem bundesweiten Ranking auf Rang fünf. Sollte Neuhausen Interesse an einem Aufstieg haben, könnte sich das unter Umständen ausgehen – der HCOB hätte vermutlich ein Württembergduell mehr. Sollten einige Viertligisten nachrücken, wäre das ein Argument dafür, bei der Reduzierung auf 64 Mannschaften eher auf einen etwas reduzierteren Aufstieg zu setzen.

Klarheit in zumindest einigen diesen Themen wird nach dem 15. Mai bestehen. An diesem Tag läuft die Meldefrist für die kommende Saison ab. Die Einteilung der vier Staffeln für die kommende Runde hat sich die Spielkommission für den Dritte Liga für den Juni vorgenommen. Bei 18 Vertretern wären 34 Spiele zu absolvieren. Die Saison würde im kommenden Frühjahr vermutlich einige Wochen länger dauern. Matthias Heineke, der Trainer des HC Oppenweiler/Backnang, sagt dazu: „Das wäre eine Kröte, die wir alle gerne schlucken würden, wenn es nur wieder losgehen kann.“


           
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