Handballclub Oppenweiler Backnang
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SG Weissach im Tal – HCOB
29.06. · 19 Uhr · Sporthalle beim Bildungszentrum
„Jeder hat begriffen, dass er eine hohe Verantwortung hat“
| 03.05.2016      | Erste Mannschaft      | Alexander Hornauer 
Als Jürgen Buck Anfang Dezember die Nachfolge von Volker Blumenschein als Coach beim Handball-Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang antrat, war die anfängliche Euphorie weg. Im Interview erklärt der 48-Jährige, wie er gemeinsam mit seinem Team den Schalter umlegte und die Grundlage dazu bildete, dass am vergangenen Samstag mit dem Klassenverbleib ein großer Erfolg eingefahren werden konnte.
Traf den richtigen Ton und band seine Mannschaft viel in Entscheidungen mit ein: Trainer Jürgen Buck, der sich in dieser Szene mit Daniel Zieker über den Verbleib in der Liga freut. (Foto: A. Becher)

Die beiden Spiele gegen Pforzheim bilden eine Klammer um Deine Amtszeit. Im Hinspiel gab es ein 21:33-Debakel, im Rückspiel einen glanzvollen 31:22-Sieg. Welche Entwicklung hat die Mannschaft in dieser Zeit gemacht? Das Spiel in Pforzheim war vom Ergebnis gesehen ein Debakel. Aber es war wertvoll, weil es wie ein reinigendes Gewitter gewirkt hat. Nach der Niederlage habe ich die Mannschaft in Entscheidungsprozesse mit eingebunden. Jeder sollte sich mehr mit der Lage auseinander setzen und Entscheidungen mittragen. Natürlich war für mich als demokratischen Trainer mein Wort immer Gesetz, sonst gäbe es nur Häuptlinge und keine Indianer, aber diese Herangehensweise hat der Mannschaft gut getan. Für ein gutes Training und erfolgreiche Spiele ist nie der Trainer alleine verantwortlich, alle müssen dazu beitragen. Und diese Erkenntnis ist gewachsen. Jeder hat begriffen, dass er eine hohe Verantwortung hat, gerade in diesem leistungssportlichen Bereich.

Blicken wir auf die Ausgangslage zurück. Wie hast Du diese empfunden? Für die Mannschaft war es zu Beginn schwierig, selbstbewusst aufzutreten; sie hatte sechs Spiele in Folge verloren. Im ersten Training haben wir versucht, etwas zu verändern: Wir haben auf eine 5:1-Abwehr umgestellt. Das hat in Pforzheim gegriffen, nach 22 Minuten stand es 8:8. Dann hatten wir aber eine kurze Schwächephase und das Spiel war in wenigen Minuten entschieden. Da war mir klar, dass es mehr Kopfsache ist, nicht fehlendes Können. Wir mussten also den Kopf wieder frei bekommen und im Angriff wieder mehr zu Mechanismen und Automatismen finden. Ich habe in Pforzheim direkt nach dem Spiel fürs darauffolgende Match gegen Spitzenreiter Konstanz eine andere Mannschaft versprochen, und ich wurde nicht enttäuscht. Wir haben sensationell intensiv und gut gespielt. Obwohl wir unglücklich verloren haben, war der Glaube, etwas Besonderes leisten zu können, wieder da.

Was waren die entscheidenden Faktoren, um vergleichsweise schnell wieder in die Bahn zu kommen? Die beste Therapie war das Training selbst. Wir haben intensiv unter Wettkampfbedingungen trainiert. Jeder Einzelne hat voll mitgezogen. Natürlich fanden auch Gespräche untereinander statt, die gefruchtet haben. Dabei hat jeder Einzelne gemerkt, dass ich hinter ihm stehe und ihn voll unterstütze. Ich freue mich für jeden, der gute Leistungen bringen kann. Wenn es mal nicht so läuft, helfe ich aber auch jedem. Trainer haben primär die Aufgabe, eine Mannschaft zu formen und Spieler auszubilden, unabhängig von der Liga. Und das haben wir über die Pause an Weihnachten gut hinbekommen und dann zu Beginn des neuen Jahres auch fleißig gepunktet. Blickt man jetzt auf die Tabelle, dann sieht man, wie wichtig die Siege in Kornwestheim und in Zweibrücken für uns waren.

Hattest du das Gefühl, dass der Status mit ausgeglichenem Punktekonto zu einer trügerischen Sicherheit geführt hat? Leider. Wir haben bis zum Auswärtsspiel in Hochdorf konzentrierte Leistungen gezeigt und gepunktet. Dort haben uns wieder Kleinigkeiten aus dem Konzept gebracht. Da war ich zum ersten Mal unzufrieden. Es ging mir nicht um die Tatsache, dass wir verloren hatten, sondern dass nicht alles für einen möglichen Sieg investiert wurde. Jeder hatte gedacht, dass wir mit dem anstehenden Spiel gegen Horkheim wieder alles in die richtige Bahn lenken. Dem war aber nicht so, und die zwei verlorenen Punkte schmerzten richtig.

Und dann spielte auch der Kopf wieder mit? Richtig, denn die Mannschaften hinten haben angefangen zu punkten. Wir hingegen hatten viele Verletzungen unter der Woche. Die Niederlage bei HBW Balingen/Weilstetten II war ein Tiefpunkt und hat uns erheblich unter Zugzwang gebracht. Deshalb war es auch so unheimlich wichtig, dass wir gegen die TSG Haßloch mit viel Moral noch einen Punkt erkämpft haben. Im Anschluss daran haben wir intern das „Projekt 3“ ins Leben gerufen. Wir wollten einen Zähler auswärts holen und das letzte Heimspiel gewinnen. Leider hatten wir in Nußloch und Großsachsen immer nur anfangs starke Phasen, auf die Schwächephasen folgten, die es unmöglich machen zu punkten. Deshalb kam es dann auch auf das letzte Spiele an.

Wie schmerzhaft waren in dieser Phase die vielen Verletzungen, und wie wichtig die Hinzunahme von Marc Godon? Die Verletzungen haben uns sehr wehgetan. Wir mussten fast die ganze Saison ohne Petros Kandilas spielen, der nicht nur eine Schlüsselperson in der Abwehr ist. Zuerst konnte die Mannschaft dies mit einem sensationellen Start von 13:3 Punkten kompensieren, auf Dauer fehlten aber die Wechselalternativen. Dann waren auch Benjamin Röhrle und Jonas Frank nach Verletzungen mehrere Wochen nicht einsatzfähig, der Rückraum drohte zu kollabieren. Da war dann auch klar, dass wir nochmal nachlegen mussten. Wir wollten aber nicht kopflos handeln und haben ein Anforderungsprofil erstellt, in dem uns wichtig war, dass ein Zugang aus dem laufenden Spielbetrieb kommt und uns direkt weiterhilft. Marc Godon war da die richtige Personalie, er hat voll eingeschlagen.

Was waren die entscheidenden Schachzüge, um dann auf den Punkt im letzten Spiel alles abrufen zu können? Jedem war klar, dass wir das Spiel gewinnen müssen. Wir wollten das auch unbedingt und zeigten, dass wir in eigener Halle eine Macht sind. Wir wussten, dass die Halle zum Bersten voll sein wird und unsere Fans uns bedingungslos unterstützen werden. Endlich konnten wir auch wieder in voller Mannstärke auftreten. Die 6:0-Abwehr um Petros Kandilas legte sich voll ins Zeug und Torwart Stefan Merzbacher hielt famos. Dieses Spiel und die Stimmung war ein Traum, den ich nie vergessen werde.

In Summe: War es mehr Stress, oder hat es auch Spaß bereitet? Ich musste mich in dieser Zeit terminlich zerreißen, insofern war es Stress pur. Alles andere wäre eine Lüge. Aber es hat auch Spaß gemacht, und der Erfolg war der Lohn der Arbeit. Ich habe genossen, die Spieler in dem Verein, in dem ich selbst so viele Jahre als Spieler und Spielertrainer aktiv war, besser kennenzulernen. Für mich sind das alles gute Typen, für die es sich lohnt, sich ins Zeug zu legen. Sie bringen alles mit, was den HCOB ausmacht. Das letzte Spiel gegen Pforzheim war eine große Entschädigung für den gesamten Zeitaufwand. Die Art und Weise hat mich so gepuscht, dass ich am liebsten die Saison bis zu den Sommerferien weitergespielt hätte.

Und was machst Du jetzt mit dieser „Unmenge“ an freier Zeit? Freie Zeit gibt es nicht wirklich. In der Jugendspielgemeinschaft der Handballregion Bottwar trainiere ich die B-Jugend, die sich für die Württembergliga qualifiziert hat. In dieser Leistungsstufe wird auch schon dreimal die Woche trainiert und wir wollen gut abschneiden. Zudem habe ich mir selber einen strengen Trainingsplan auferlegt. Nächstes Jahr werde ich 50 Jahre alt. Da will ich topfit sein, quasi auf dem Höhepunkt meiner körperlichen Fitness.


           
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