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HCOB siegt in einem wahren Handball-Krimi
| 07.10.2018      | Erste Mannschaft      | Alexander Hornauer 
Was f├╝r eine epische Handball-Schlacht. Am Ende gab es Jubelarien um die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang. In einem wahren Handballkrimi gewann der Drittligist das l├Ąngst zum Klassiker gewordene w├╝rttembergische Duell gegen den VfL Pfullingen mit 33:32. Der HCOB k├Ąmpfte mit hei├čem Herz und k├╝hlem Kopf. Der Sieg war schon deshalb verdient, weil die Murrtaler den VfL im letzten Angriff ├╝ber eineinhalb Minuten vom eigenen Tor fernhielten.
Bewies mit dem HCOB im w├╝rttembergischen Duell gegen den VfL Pfullingen gro├čen Kampfgeist: Tom Kuhnle. (Foto: A. Becher)

Die Gastgeber erwischten den besseren Start. Sie verteidigten gut, spielten schnell nach vorn. Nach zehn Minuten stand es 8:4. Das war ein erstes Indiz, dass mit den HCOB-Handballern zu rechnen war, auch wenn die VfL-Handballer die Favoritenrolle f├╝r sich reklamierten. Dass sie zu guten Leistungen imstande sind, zeigten sie in der Folgezeit, als sie einige Ballverluste der Hausherren konsequent ausnutzten und beim 12:11 durch Niklas Roth in F├╝hrung gingen. Wer sich Sorgen machte, dass die HCOB-Handballer ob des Pfullinger Zwischenspurts aus dem Takt sein w├╝rden, sah sich aber get├Ąuscht, in den Minuten bis zum Seitenwechsel bestimmten wieder die Hausherren die Partie. Sie nutzten eine doppelte ├ťberzahl zu zwei Toren von Marcel Lenz und f├╝hrten mit 17:15. Auch zur Pause lagen sie vorn, 19:18, knapp zwar, aber immerhin. Der Zwischenstand machte Mut, die Leistung sowieso. Die Pfullinger Abwehr, die in der Vorwoche in 60 Minuten nur 15 Gegentreffer von Saarlouis zugelassen hatte, tat sich mit dem HCOB-Angriffsspiel erkennbar schwer, auch Trainer Frederik Griesbach war sichtlich unzufrieden. Sein Reklamieren am Spielfeldrand brachte seinem Team schon in der ersten H├Ąlfte eine Strafzeit ein, ein B├Ąrendienst des ├ťbungsleiters. Hernach hielt er sich aber an die Spielregeln, weitere Sanktionierungen waren nicht notwendig.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs taten sich die Gastgeber schwer. Pfullingen wirkte nun stabiler, erzielte die ersten vier Treffer des Spielabschnittes, f├╝hrte 22:19. Das sah verd├Ąchtig nach Wende aus. HCOB-Trainer Matthias Heineke reagierte schnell, nahm eine Auszeit, die wirkte, sein Team k├Ąmpfte sich in die Begegnung zur├╝ck. Einigen Glanztaten von Torwart Magnus Becker hatten es die G├Ąste zu verdanken, dass sie die F├╝hrung bis zur 40. Minute verteidigten, dann sorgte Tom Kuhnle f├╝rs 25:25. Der HCOB-R├╝ckraumspieler war jetzt ÔÇ×on fireÔÇť, nach 47 Minuten sorgte er f├╝r die R├╝ckeroberung der F├╝hrung. Die Halle kochte, die Zuschauer ahnten: Die ├ťberraschung war zum Greifen nah. Die Begegnung stand auf des Messers Schneide, die Spieler beider Mannschaften zeigten gro├čen Kampfgeist. Der HCOB legte mehrmals vor, 29:28, 30:29, doch der VfL glich jeweils wieder aus. Und die Uhr tickte erbarmungslos in Richtung Ende. Wie praktisch jeder Vergleich dieser Mannschaften in der j├╝ngeren Vergangenheit lief es auch dieses Mal auf ein Foto-Finish hinaus.

Als der VfL in ├ťberzahl spielte, der HCOB den Ball verlor und Keeper Becker aus 40 Metern ins verwaiste Tor einwarf, lag Pfullingen sieben Minuten vor dem Ende wieder vorn. Die G├Ąste hatten die Chance zur Zwei-Tore-F├╝hrung, doch HCOB-Keeper Stefan Koppmeier war zur Stelle, hielt seine Farben im Spiel und sorgte f├╝r Stimmung auf den R├Ąngen. Marcel Lenz trat zum Siebenmeter an, eiskalt, 31:31. Roth brachte den Ex-Bundesligisten ein letztes Mal in F├╝hrung, doch sein Team spielte in Unterzahl, und Evgeni Prasolov fand die L├╝cke, warf zum 32:32 ein. Sekunden sp├Ąter gabs Aufregung: Die Schiedsrichter hatten die Medizinfrau aufs Feld gewunken, als Prasolov einen Schlag ins Gesicht bekommen hatte. Weil es aber keine Bestrafung f├╝r den Verteidiger gab, musste Prasolov f├╝r drei Angriffe vom Feld ÔÇô die Regel, die eigentlich Schauspielerei vermeiden soll, war f├╝r solche F├Ąlle mit hundertprozentiger Sicherheit nicht gedacht. HCOB-Coach Matthias Heineke schickte Ruben Sigle aufs Feld, und der nutzte die Chance. Sein 33:32 war der Siegtreffer, und das schon 100 Sekunden vor dem Ende. Auch wenn die es noch einmal in sich hatten. Denn Pfullingen versuchte alles, um noch zum Ausgleich zu kommen. Die HCOB-Handballer wiederum rackerten in der Abwehr wie die Wilden, hatten zweimal schier den Ball, zwangen den VfL ins Zeitspiel, dann landete ein allerletzter Freiwurf von Micha Thiemann im Block. Der Sieg in einem epischen Match war eingefahren, der Jubel auf dem Feld und auf den R├Ąngen hielt minutenlang an.

HCOB-Trainer Matthias Heineke: ÔÇ×Ich muss meiner Mannschaft ein Wahnsinns-Kompliment aussprechen, und den Zuschauern auch. Wir haben heute ├╝ber 60 Minuten unheimlich diszipliniert gespielt. Was dann im letzten Angriff passiert ist, das macht diese Halle einfach aus. Wir haben Pfullingen gemeinsam ├╝ber eineinhalb Minuten von unserem Tor ferngehalten.ÔÇť

VfL-Trainer Frederick Griesbach: ÔÇ×Wir hatten heute Probleme und kamen nie richtig in das Spiel rein. Mit 98 oder 99 Prozent gewinnen wir kein Spiel. Wir brauchen mehr taktische Disziplin, auch von mir, daf├╝r habe ich mich auch bei der Mannschaft entschuldigt.ÔÇť


HC Oppenweiler/Backnang – VfL Pfullingen   33:32
| 06.10.2018 - 20:00      | Gemeindehalle Oppenweiler
     
HC Oppenweiler/Backnang
Thomas Fink, Stefan Koppmeier (Tor), Marcel Lenz (9/5), Ruben Sigle (3), David Szilagyi (n.e.), Kevin Wolf (9), Philipp Sch├Âbinger (1), Evgeni Prasolov (4), Tom Kuhnle (3), Philipp Maurer (2), Niklas Hug (n.e.), Felix Raff, Dominik Koch (2), Lukas K├Âder. ÔÇô Trainer: Matthias Heineke.

VfL Pfullingen
Magnus Becker (1), Daniel Schlipphak (Tor), David Wittlinger, Alexander Schmid (2), Marc Breckel (8), Felix Stahl, Niklas Roth (7), Micha Thiemann (6/3), Paul Prinz (1), Florian M├Âck (1), Julius Haug, Axel Goller (3), Maximilian Hertwig, Lukas List (3/1). ÔÇô Trainer: Frederick Griesbach.

Schiedsrichter: David Homa (F├╝rth) und Oliver Mehl (F├╝rth).
Zuschauer: 600.
Siebenmeter: 5/5 : 4/5 (Thiemann scheitert an Koppmeier).
Zeitstrafen: 8:10 Minuten (P. Sch├Âbinger/zweimal, Maurer, Wolf ÔÇô List/dreimal, Thiemann, Trainer Griesbach).
Disqualifikationen: List (57./dritte Hinausstellung).
Spielverlauf: 8:4, 11:12, 19:17 ÔÇô 22:24, 28:28, 33:32.
           
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