Handballclub Oppenweiler Backnang
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Handballerstand auf dem StraĂźenfest
21. bis 24. Juni · Lichdi-Keller
Nicht immer ohne Sorgen, aber stark im Improvisieren
| 06.05.2019      | Erste Mannschaft      | Alexander Hornauer 
Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang haben eine Drittligasaison hinter sich gebracht, die in Erinnerung bleiben wird. Sie liefen der Konkurrenz nach einem massiven Fehlstart hinterher, hatten durchweg Verletzungsprobleme, tüteten den Ligaverbleib durch eine bärenstarke Serie im Februar und im März aber doch frühzeitig ein. Entscheidend dafür: Trainer Matthias Heineke und seine Handballer verstanden es zu improvisieren.
Bewies mit seinem Team über die gesamte Runde hinweg viel Kampfkraft: Philipp Schöbinger. (Foto: A. Becher)

Der Saisonstart war mit 0:10 Punkten ernüchternd. Die Auftaktniederlage in Horkheim war schnell verarbeitet, die Pleite im Heimspiel gegen Haßloch schmerzte doppelt. Sie kam durch einen Siebenmeter nach Ablauf der Spielzeit zustande, außerdem verletzte sich Zugang Jakub Strýc schwer. Der Zugang aus Dessau war als wichtige Stütze in der Abwehr eingeplant. Nun musste sich das Team defensiv neu finden, das ging nicht von jetzt auf gleich.

Nach der unglücklichen Niederlage bei Zweitligaabsteiger Saarlouis schwebte das Abstiegsgespenst über dem Murrtal. Dass die Handballer das Kellerduell beim TVS 1907 Baden-Baden souverän gewannen, war zu diesem Moment eine reife Leistung, wichtig für die Moral und der Startpunkt zu einer sehr guten Phase. Der Derbysieg gegen den VfL Pfullingen war ein Lehrstück in Sachen Kampfgeist und Emotion. Die Erfolge gegen den TV 08 Willstätt und beim TSV Neuhausen/Filder brachten die Murrtaler voran.

Wohl gab es gegen die Topteams TuS 04 Dansenberg, Rhein-Neckar Löwen II und HSG Konstanz erneut drei Pleiten in Serie, doch der Coup bei der TGS Pforzheim und im Derby gegen den TSB Horkheim – Ruben Sigle sorgte mit einem direkt verwandelten Freiwurf zum 34:33 für Ekstase – bedeuteten ein klitzekleines Polster auf die Abstiegsränge.

Weil der Start ins neue Jahr mit drei Niederlagen stotternd verlief, hieß es spätestens nach der Heimschlappe gegen Saarlouis erneut: höchste Aufmerksamkeit nach hinten. Wieder war die Partie gegen Baden-Baden der Wendepunkt und Auftakt zu einer Reihe von sieben Begegnungen mit nur einer Niederlage in Willstätt. Beim VfL Pfullingen und den VT Zweibrücken-Saarpfalz gelangen wichtige Auswärtssiege.

Das Unentschieden gegen den TSV Neuhausen/Erms nach Sieben-Tore-Rückstand war im Nachhinein eminent wichtig. In der Woche darauf machten die Murrtaler – wiederum nach sechs Toren Rückstand – mit dem Sieg beim TuS 04 Dansenberg vorzeitig den Deckel drauf. Der Ligaverbleib war mathematisch eingetütet. Dass es am Ende gegen drei Topteams nicht mehr zu weiteren Punkten reichte, war insofern zu verschmerzen, dass zumindest die Heimspiele auf einem sehr guten Niveau stattfanden.

Platz 12 mit 23:37 Punkten entspricht schlussendlich nicht dem, was man sich vor der Saison erhofft hatte – nämlich eine sorgenfreie Runde, mit Abstand zur Abstiegszone. Zugleich bleibt als positive Erkenntnis: Nachdem sich die Murrtaler aus der „roten Zone“ herausgearbeitet hatten, wussten sie immer nachzulegen, wenn es darauf ankam.

Die Mannschaft von Trainer Matthias Heineke überzeugte durch Improvisationskunst. Denn die Verletzung von Jakub Strýc verursachte zwar den am längsten anhaltenden Ausfall, doch auch sonst gab’s immer wieder personelle Nackenschläge. Benjamin Röhrle und Johannes Csauth kamen erst zum Ende der Runde zu Einsätzen, dafür fehlten mit Evgeni Prasolov und Marcel Lenz zwei absolute Topspieler im letzten Viertel der Saison. Kleiner Ausfallzeiten von zwei, drei Wochen (Thomas Fink, Ruben Sigle, Philipp Maurer, Jonas Frank) kamen dazu.

Die Mannschaft ließ sich nie aus der Ruhe bringen, die mit Zweifachspielrecht ausgestatteten Bietigheimer Jonathan Fischer und Nikola Vlahovic waren Zugewinne. Und: Die Handballer und ihr Trainer Matthias Heineke verfielen ob der Personalprobleme nicht ins Wehklagen, sondern stellten sich der Herausforderung. So fand das Team immer wieder kreative Lösungen, um zu punkten und den im Dezember erreichten zwölften Rang über 17 Spieltage hinweg zu verteidigen. Nicht immer ganz frei von Sorgen, weil es auch mal eng wurde, am Ende aber ohne die allergrößte Aufregung. Das war zumindest nach dem fünften Spieltag so nicht zu erwarten.


           
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