Der HCOB setzte sich am vergangenen Sonntag deutlich gegen den TV 1861 Erlangen-Bruck durch. Spannung kam dabei nicht auf. Die Gastgeber verschafften sich bereits in der Anfangsphase der Begegnung einen deutlichen Vorsprung. Ein wichtiger Faktor dafür war die gute Abwehrarbeit. Die Mannschaft von Coach Rui Silva schaffte es, die gegnerischen Angreifer in ihrem Aktionsradius zu beschränken. Diese konnten nur bedrängt und aus ungünstigen Positionen werfen. Das nutzte Torwart Dennis Wipf zu zahlreichen Paraden. Ein ums andere Mal brachte der Schweizer im Dress des HCOB die Finger an die Würfe der Gegner. Weil er obendrein auch noch einige Hundertprozentige des Gegners zunichtemachte, gab es viel Applaus für den Torwart.
Für den Sportler, der in der vergangenen Saison mit dem VfL Eintracht Hagen noch Gegner des HCOB-Teams war, war die gute Leistung gegen die Brucker wichtig, um sein Selbstvertrauen zu stärken und zugleich Vertrauen in die Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Torwart zu gewinnen. Gemeinsam mit seinem neuen Team hat er sich für diese Saison ambitionierte Ziele gesetzt. „Für mich ist es spannend, ein Jahr lang gemeinsam auf ein klares Ziel hinzuarbeiten und dieses am Ende hoffentlich auch zu erreichen“, sagt Dennis Wipf. Er hofft, mit starken Leistungen dazu beitragen zu können, dass sich der HCOB für die entscheidenden Begegnungen um den Aufstieg qualifiziert.
Noch sind diese gedanklich weit entfernt, denn gerade einmal vier von 30 Begegnungen sind absolviert. Ein Zwischenfazit wäre vielleicht an Weihnachten sinnvoll. Wie müsste es aussehen, damit Dennis Wipf die Vorrunde als gut bewertet? „Der Tabellenplatz müsste einer sein, der uns am Ende der Saison auch für die Aufstiegsspiele qualifizieren würde“, sagt der 27-Jährige. Er will es aber nicht allein an den Ergebnissen festmachen: „Wichtig wäre mir außerdem, dass wir als Team ein gutes Gefühl haben und uns sowohl im Angriff als auch in der Abwehr weiterentwickelt haben.“
Dennis Wipf gehört im Team des HCOB zu den erfahreneren Spielern. Er spielte in der Schweiz für den RTV Basel, bevor er zu Pfadi Winterthur wechselte. Mit diesem Verein war er auch im Europapokal aktiv – „eine schöne Erfahrung“. In Deutschland war er zunächst bei TuSEM Essen unter Vertrag und hatte in der Zweitligasaison 2024/2025 viele Einsatzminuten. Beim VfL Eintracht Hagen war er hinter dem überragenden Zweitligakeeper Pascal Bochmann der Mann für die Impulse in schwierigen Phasen. Mit dem Wechsel zum HCOB verband er die Erwartung, wieder mehr Spielanteile zu erlangen und der Mannschaft helfen zu können.
Dabei geht er mit viel Elan voran. Er sagt: „Ich denke, dass ich für eine hohe Arbeitsmoral und eine professionelle Einstellung stehe.“ Seine Mitspieler bestätigen das. Dabei geht Dennis Wipf keineswegs verbissen an die Sache heran: „Gleichzeitig stehe ich aber auch für Lockerheit und Witz, wenn es angebracht ist“, ergänzt er. Im besten Fall soll die Laune am Sonntagabend nach dem Heimspiel gegen den HC Erlangen II wieder gut sein. Dabei ist klar: Der nächste Gegner aus der fränkischen Handballmetropole ist eine echte Hausnummer. Mit drei Siegen und einer denkbar knappen Niederlage beim Tabellenführer TSV Neuhausen/Filder sind die HCE-Spieler gut in die Saison gestartet.
Aber der HCOB muss sich nicht verstecken. Der Sieg in Horkheim war wichtig, und der Heimerfolg gegen Erlangen-Bruck ausgesprochen deutlich. Gegen das hochtalentierte Nachwuchsteam des Erstligisten aus Erlangen braucht das HCOB-Team wieder eine durchweg gute Leistung – und viel Rückendeckung durch die Torhüter. Dennis Wipf will diese gemeinsam mit seinem Torhüterkollegen Dave Hörnig leisten, auch im den Zuschauern etwas zurückzugeben. Denn der Zuspruch durch die Zuschauer ist ihm in seinen ersten Monaten im Murrtal positiv aufgefallen: „Wir spüren die Unterstützung bisher bei jedem Spiel – sowohl zu Hause in der MURRTAL-ARENA als auch bei den Auswärtsspielen.“
Also will Dennis Wipf auch gegen den HC Erlangen II hochkonzentriert agieren und wichtige Impulse setzen. Er selbst hat eine klare Vorstellung davon, wie es laufen soll: „Ein guter Torhüter ist für mich jemand, der seinen eigenen Stil gefunden hat, diesem vertraut und ihn konsequent umsetzt – und damit natürlich auch Bälle hält.“
Rund ums Spiel
HCOB-Coach Rui Silva hat sich den Gegner genau angesehen und sagt: „Der HC Erlangen II ist eine junge Mannschaft mit viel Qualität und Potenzial. Ihr Spiel basiert stark auf Eins-gegen-Eins-Situationen, und in diesem Bereich sind sie sehr stark. Sie spielen mit hoher Intensität und Tempo und suchen zudem bei jeder sich bietenden Gelegenheit den schnellen Gegenstoß.“ Für sein Team werde wichtig sein, „dieser Intensität insbesondere in der Verteidigung gerecht zu werden und in den Einzelduellen stark zu sein. Gleichzeitig müssen wir in unserem eigenen Gegenstoß spiel clever agieren und gute Entscheidungen treffen, wenn sich uns die Gelegenheit zum Konter bietet.“ Grundsätzlich sieht er gute Perspektiven für sein Team: „Wir spielen zu Hause vor unseren Fans und wollen diese Energie natürlich nutzen. Wir sind von unserer Arbeit überzeugt und wollen zwei weitere Punkte auf unserem Weg sammeln.“
Für die Begegnung in der MURRTAL-ARENA gibt es Karten unter www.hcob.de/tickets und an der Tageskasse. Zudem wird die Begegnung als Livestream auf sporteurope.tv übertragen.
