Der HC Oppenweiler/Backnang kann sich in dieser Saison auf seine Abwehr verlassen. Die Mannschaft hat in den bisherigen neun Begegnungen im Schnitt nur 28 Gegentore kassiert. Das ist Bestwert in der Liga. Das bekam nun auch das offensivstarke Team des TSV Neuhausen/Filder aufgezeigt, dem die Gastgeber in der MURRTAL-ARENA sogar nur 26 Treffer gestatten.
Vor allem in den ersten 20 Minuten verteidigten die Gastgeber hervorragend. Immer wieder antizipierten sie die Passwege der gegnerischen Angreifer und kamen dadurch zu abgefangenen Bällen. Die Ballgewinne ermöglichten dem HCOB einige Würfe auf das verwaiste gegnerische Tor. Die Gastgeber nutzten diese Chancen konsequent und setzten sich früh deutlich ab.
Die vielen Zeitstrafen in der Anfangsphase einer intensiven Partie waren der Grund dafür, dass Neuhausen seinen Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Feld nahm. „Die Begegnung war dadurch sehr zerfahren“, fand Daniel Brack, der frühere HCOB- und jetzige TSV-Trainer. Auch der HCOB musste mehrmals in Unterzahl spielen, sei damit – so die treffende Analyse von Daniel Brack – aber deutlich besser zurechtgekommen als sein Team.
In der Tat: Während die Gastgeber defensiv auch in Unterzahl wenig zuließen, klingelte es auf der anderen Seite regelmäßig. So stand es nach zehn Minuten 7:3, nach 22 Minuten sogar 15:6. Bis dahin war es eine klare Angelegenheit, und HCOB-Coach Rui Silva attestierte seinem Team bis dahin eine hervorragende Abwehrleistung.
Ärgerlich aus Sicht der Murrtaler war allenfalls, dass die Konzentrationskurve dann etwas sank. Das machte sich in einigen Fehlwürfen im Angriff bemerkbar. In den acht Minuten bis zur Pause kam nur noch ein weiterer Treffer durch Felix Klingler hinzu. Der TSV verkürzte auf 11:16 – immer noch ein deutlicher Pausenvorsprung. Aber gewonnen war die Partie damit noch nicht.
Die Neuhausener schnupperten nochmals Morgenluft, erst recht, als ihnen auch nach dem Seitenwechsel die ersten beiden Treffer gelangen. Der HCOB fand dann aber im Angriff wieder zurück in die Begegnung, und ein Handballer tat sich dabei hervor: Louis Mönch. Der Rückraumspieler setzte sich immer wieder mit Durchbrüchen durch und traf auch aus der zweiten Reihe sicher. Aus 15 Wurfversuchen machte er 13 Treffer, eine herausragende Quote. Als die Partie knapp zu werden drohte, übernahm er viel Verantwortung im Spiel der Heimmannschaft.
In dieser Phase avancierte auch der zur Pause ins Tor gekommene Dave Hörnig zum großen Rückhalt. Er wehrte acht Würfe der gegnerischen Angreifer ab. Nach 42 Minuten war der Vorsprung wieder auf sieben Tore angewachsen (22:15). Spätestens jetzt war absehbar, dass die HCOB-Handballer zielstrebig in Richtung Heimsieg steuerten, zumal sie die Schlussphase relativ strukturiert bestritten, nach Ansicht von Daniel Brack „im Stile einer Spitzenmannschaft.“
Im Angriff ging die Torgefahr nicht nur vom Rückraum aus. Auch über den Kreis kamen mehrere Treffer zustande, und auf dem linken Flügel überzeugte Paul Krügele. Er versenkte alle fünf Würfe und kam damit auf eine hundertprozentige Trefferquote. Auch aufgrund solcher Kennzahlen erkannte HCOB-Coach Rui Silva einen deutlichen Fortschritt im Angriffsspiel. Der TSV Neuhausen/Filder tat sich fast übers ganze Match hindurch schwer, sich auf die Variabilität im Spiel der Gastgeber einzustellen.
Zehn Minuten vor dem Abpfiff war die Begegnung beim 30:21 endgültig entschieden, und das Endresultat von 33:26 spiegelte die Kräfteverhältnisse an diesem Abend ganz gut wider. Mit 16:2 Punkten setzt sich der HCOB zunehmend in der Spitzengruppe der Dritten Liga fest. Der TSV Neuhausen/Filder steht nach seinem starken Saisonstart mit 10:8 Punkten nun im vorderen Mittelfeld.
Stimmen zum Spiel
HCOB-Trainer Rui Silva: „Wir haben eine gute Leistung gegen einen sehr guten Gegner gezeigt. Aus diesem Grund bin ich heute mit der Mannschaft sehr zufrieden. In den ersten 20 Minuten haben wir hervorragend verteidigt und ihren Angriff damit gestoppt. Und auch wenn noch nicht alles perfekt war: In unserem Angriff haben wir auch einen großen Schritt nach vorne gemacht.“
TSV-Trainer Daniel Brack: „Zu Beginn war die Begegnung durch die Zeitstrafen sehr zerfahren. Der HCOB ist damit besser zurechtgekommen, und so sind wir gleich von Beginn an einem Rückstand hinterhergelaufen. Kurz vor der Pause hatte ich das Gefühl, dass wir herankommen können, es waren dann auch mal kurz nur drei Tore. Dann hat der HCOB den Sieg im Stile einer Spitzenmannschaft nach Hause gebracht.“
Rund ums Spiel
Bereits am kommenden Mittwoch steht das nächste Heimspiel für die HCOB-Handballer auf dem Programm. Ab 20 Uhr geht es gegen die Wölfe Würzburg. Das Team aus Unterfranken spielte viele Jahre in der zweiten Bundesliga und hat sich unter dem neuen Coach Dragos Oprea vorgenommen, in der Spitzengruppe der Dritten Liga mitzumischen.
Der HCOB musste gegen den TSV Neuhausen/Filder auf den verletzten Linksaußen Martin Schmiedt verzichten. Paul Krügele spielte auf dieser Position deshalb durch – und machte das mit Bravour.





