Der Dessau-Roßlauer HV 06 ist ein traditionsreicher Handballverein aus Sachsen-Anhalt. Sein Vorgängerverein, die BSG ZAB (Betriebssportgemeinschaft Zementanlagenbau), spielte in der DDR-Oberliga. In den vergangenen drei Jahrzehnten startete die Mannschaft aus Dessau meist in der zweiten Bundesliga. Einige Jahre war der Verein auch in der Dritten Liga aktiv. Seit dem bislang letzten Aufstieg im Jahr 2020 hat er sich aber zielstrebig in der zweithöchsten Spielklasse etabliert. 2023 wäre dem Verein beinahe der Sprung in die erste Bundesliga gelungen, am Ende lag das Team nur einen Punkt hinter dem Aufsteiger ThSV Eisenach zurück. Es gab aber auch spannende Momente in anderer Hinsicht: In der vergangenen Saison mussten die Sachsen-Anhaltiner sehr lange um den Ligaverbleib bangen. Erst als sie ein neu angesetztes Spiel gegen TuSEM Essen weit nach dem eigentlichen Saisonende gewonnen hatten, war der Ligaverbleib gesichert.
Zur neuen Runde wechselte der Verein den Coach. Anstelle des langjährigen Trainers Uwe Jungandreas, der zum EHV Aue in die 3. Liga wechselte, gibt nun Vanja Radic die Kommandos beim DRHV. Unter seiner Anleitung spielt der Club eine gute Runde und hat sich im vorderen Tabellenmittelfeld etabliert. Nach einem weniger erfolgreichen Februar stieg die Formkurve zuletzt wieder an: Die Mannschaft gewann drei ihrer vergangenen vier Partien. Zuletzt setzte sie sich nach hartem Kampf gegen TuSEM Essen durch.
Zwei Spieler des DRHV sind in Württemberg gut bekannt. Rückraumspieler Mika Schüler war bis zur vergangenen Saison noch für den HBW Balingen-Weilstetten aktiv und somit das eine oder andere Mal Gegenspieler des HCOB. Kreisläufer Valentin Neagu spielte in der Jugend für Kornwestheim und Bittenfeld, bevor er ins Internat der Rhein-Neckar Löwen zog. Nach einem Abstecher zu Steaua Bukarest spielt er nun seit dem vergangenen Sommer für Dessau.