130 Mannschaften aus rund 60 Vereinen eilten übers Wochenende ins Murrtal. Viele sind Stammgäste, aber es kommen auch immer wieder neue Clubs hinzu. Gerade bei den Kleinsten ist die Nachfrage riesig, verrät Dorothea Forch, die sich beim HCOB gemeinsam mit vielen anderen Ehrenamtlichen um den Kinderbereich kümmert: „In diesem Bereich waren wir schon einige Wochen vor dem Turnier ausgebucht.“
Ein Dutzend Mannschaften nahm am Spielfest der Minis teil. „Dafür haben wir Stationen aufgebaut, bei denen sich die Kinder dem Handballsport auf spielerische Weise annähern.“ Der Wettkampfcharakter ist allenfalls nebensächlich, „auch wenn wir eine Station immer als kleines Feld gestalten, weil die etwas älteren Minis schon gern aufs Tor werfen.“ Meistens werden die Kleinen von zahlreichen Eltern und Fans begleitet. Manche bringen Pavillons mit, damit die Kinder nicht in der Mittagshitze herumstehen müssen. So wird der Spielfeldrand zwischendurch zu einer echten Zeltstadt.
Ab der F-Jugend wird dann im 4+1-Modus richtig Handball gespielt, wenn auch noch ohne Ergebnisse und tabellarische Gewinnermittlung. „Hier bekommen alle Kinder eine Medaille“, verrät Dorothea Forch – und der vor einiger Zeit frisch ins Amt gewählte Bürgermeister von Oppenweiler hatte bei der Siegerehrung mächtig zu tun: Gabriel Nold hängte mehreren Hundert Kindern die Medaille um. Die Kids freuten sich, und als dann die Durchsage kam, dass HCOB-Hauptsponsor Murrelektronik kostenlos Eiswagen für alle mitgebracht hatte, war die Freude nochmal größer.
Ab der E-Jugend wurden richtige Turniere ausgespielt, mit Gruppenspielen und Finalrunden. Das war für die Betreuer manchmal ganz schön stressig, denn im 20-Minuten-Takt ging es von Spielfeld zu Spielfeld. Dabei gab es manchmal sehr eindeutige Ergebnisse, weil die Leistungsunterschiede bei einem Turnier doch oft sehr groß sind. In den Zwischenrunden und in den Finalspielen gab es aber auch das eine oder andere Unentschieden, und so musste die Entscheidung in Siebenmeterwerfen fallen.
Bei der männlichen E-Jugend nahm der TSV Betzingen nach einem Sieg im Finale gegen JANO Filder den Pokal mit nach Hause. Bei den D-Jugendlichen holte sich der Bundesliganachwuchs von Frisch Auf Göppingen den größten Pokal. Die Handballer aus dem Filstal gewannen das Endspiel gegen die gastgebende Mannschaft des HC Oppenweiler/Backnang. Bei den C-Jugendlichen schafften es die Hausherren ebenfalls ins Finale. Das verlief gegen die Handballregion Bottwartal SG ausgesprochen spannend, aber ohne Happy End, die Gäste setzten sich knapp durch. Den Turniersieg holten dafür die B-Jugendlichen des HCOB. Sie gewannen vor dem HC Metter-Enz und dem HC Winnenden.
Bei der weiblichen E-Jugend triumphierte die SG BBM Bietigheim. Das Turnier der D-Jugendlichen entschied die Handballregion Bottwar SG zu ihren Gunsten. Sie setzte sich im Endspiel gegen die JSG Handball Rudersberg/Weissach im Tal durch. Auch bei der weiblichen C-Jugend hatte die Handballregion Bottwar SG die Nase vorn, sie setzte sich in einem spannenden Endspiel mit 14:13 gegen den VfL Waiblingen durch. Der Club aus dem Remstal reiste allerdings nicht ohne Turniersieg ab. Die B-Jugendspielerinnen des VfL waren in ihrer Altersklasse nicht zu bremsen und gewannen den Süwag-Energie-Cup.
In zwei weiteren Wettbewerben war die Zugehörigkeit zu einem Verein nicht von Belang, beim sogenannten „Ortsturnier“ war sie sogar „verboten“ – in diesem Wettbewerb durften traditionell nur Nicht-Vereinsspieler mitspielen. Stattdessen kämpften am Freitagabend Teams aus Oppenweiler, Backnang und Umgebung, die sich entweder so zusammenfinden oder in einem Verein organisiert sind, aber eine andere Sportart betreiben, zu Teams zusammen. Das Team „J.F. KennIchDie“ siegte und durfte den Wanderpokal der Gemeinde Oppenweiler mit nach Hause nehmen. Die Fußballer der SGOS erreichten den zweiten Platz. Beim „Rohrbachtalpokal“ durften die Vereinsspieler dann wieder mitwirken, allerdings traten sie in bunt zusammengewürfelten Teams an. Sieger war „Vodkabull Leipzig“ vor dem „Team Schlachtplatte“, und die Namen der teilnehmenden Mannschaften machten in besonderer Weise deutlich, dass der Spaß bei diesen Wettbewerben allerhöchste Priorität hatte.
Spaß machte die Veranstaltung auch den Verantwortlichen des HC Oppenweiler/Backnang, auch wenn eine Großveranstaltung dieser Dimension doch einigen Aufwand verursacht. Ohne zahlreiche ehrenamtliche Helfer wäre sie nicht zu stemmen, und dabei gibt es einige, die am Wochenende gerade noch zum Schlafen nachhause kommen. Sie waren dann auch nicht ganz undankbar, als am Sonntagabend um kurz nach 18 Uhr die letzten Pokale ausgegeben waren und die letzten Currywürste über den Tresen wanderten. Die Veranstaltung war auch bei ihrer 47. Auflage ein Kraftakt. Aber eben auch einer, der sich lohnte: Die Sporttage haben ihre Status als eines der führenden Freiluftturniere im weiten Umkreis am vergangenen Wochenende weiter gefestigt.
