Mit 10:2 Punkten hat sich der HCOB in der Spitzengruppe festgesetzt. Die Leistung vor 650 Zuschauern in der Gemeindehalle Bittenfeld – etwa die Hälfte von ihnen waren Fans des HCOB, sodass es sich im Prinzip nicht um ein klassisches Auswärtsspiel handelte – bot jedoch nur bedingt Anlass zur Freude. Trainer Rui Silva brachte es auf den Punkt: „Es steckte zu sehr in den Köpfen, dass wir das Spiel über kurz oder lang lösen werden. Aber so läuft es nicht, nichts ist selbstverständlich.“
Die bisherigen Resultate der Bittenfelder seien nicht gut gewesen, hätten für die Partie aber keine Relevanz gehabt, so Rui Silva. Schließlich sind bei der Erstligareserve mittlerweile wieder lange verletzte Spieler an Bord. Vor allem die halben Rückraumspieler Jan-Luca Mauch und Fabian Lucas erwiesen sich als echte Zugewinne. Sie erzielten 15 der 25 Tore des TVB – für Freunde der Mathematik: das sind 60 Prozent.
Obendrein überzeugten die Gastgeber durch ihren Kampfgeist. So brachten sie das HCOB-Team, das zwischendurch schon wie der sichere Sieger aussah, am Ende gewaltig ins Zittern – sehr zum Unwillen von Rui Silva: „Wenn wir vorankommen wollen, müssen wir in so einem Spiel auch zeigen, dass wir besser sind.“ Dies gelang jedoch nicht überzeugend genug. Das ist ein Punkt, an dem das Team lernen muss, eine größere Entschlossenheit auszustrahlen.
Schon die Anfangsphase war nicht berauschend. Während die Gäste einige Chancen liegen ließen, setzten sich die Bittenfelder auf 6:3 ab. „Wir sind super ins Spiel gekommen“, fand TVB-Trainer Alexander Heib. Allerdings ließ sein Team auch schnell ein wenig nach. Dafür fühlte sich der Coach mitverantwortlich: „Ich konnte meiner Mannschaft in dieser Phase auch keine Unterstützung geben.“
Der HCOB wiederum zeigte nach einer Viertelstunde die passende Reaktion. „Dennis Wipf hat im Tor gut gehalten, und die Abwehr hat nach einigen Umstellungen gut funktioniert“, lobte Rui Silva und hatte einen Akteur besonders im Blick: „Patrick Kiesewalter macht hier gute Schritte nach vorne.“ Die Gäste gewannen hinten Bälle, erzielten Kontertore. Aus dem Drei-Tore-Rückstand wurde bis zur Pause ein Sieben-Tore-Vorsprung (16:9).
Aber die Souveränität, die die Gäste in dieser Phase auszeichnete, war nicht von Dauer. „In Durchgang zwei hatten zu viele das Spiel bei plus sieben abgehakt“, bemängelte Coach Rui Silva. Und bald spielte Bruder Leichtfuß mit. „Wir haben Fehler um Fehler gemacht“, sagte Rui Silva, vor allem im Angriff.
Die Bittenfelder nutzten es zu fünf Toren in Serie, waren beim 14:18 wieder im Rennen. Trainer Alexander Heib sagte: „In der zweiten Halbzeit galt bei uns: Feuer frei. Da haben wir richtig gut gespielt.“ Weil sich der HCOB anschließend wieder absetzte und nach einem sehenswerten Distanzwurf von Robert Krass erneut deutlich mit 25:18 führte, durften die HCOB-Fans trotzdem auf eine halbwegs entspannte Schlussphase hoffen.
Doch wieder folgte auf akzeptable Minuten ein Abschnitt, der den Puls aller, die es mit dem Gästeteam hielten, in die Höhe trieb. Ein Null-zu-Sechs-Lauf sorgte dafür, dass es in den Schlussminuten Spitz auf Knopf stand. Die Gastgeber waren viereinhalb Minuten vor dem Ende auf 23:24 dran. Aus HCOB-Sicht die Quittung für einen müden Auftritt in Durchgang zwei.
Zwei Spieler setzten dann entscheidende Akzente. Zunächst tankte sich Christos Erifopoulos entschlossen durch und beendete die fast zehnminütige Torflaute mit dem nun plötzlich eminent wichtig gewordenen 25. Treffer. Anschließend übernahm Timm Buck zweimal Verantwortung. Seine Treffer hielten den TVB auf Abstand. Den Rest erledigte der HCOB in der Abwehr: sie ließ in den letzten zwei Minuten kein Gegentor mehr zu.
So reichte es für den Favoriten zu einem 28:25-Sieg. Schlussendlich war es der – je nach Sichtweise – erhoffte oder erwartete Sieg beim Team aus dem Tabellenkeller. Glanz versprühte die Mannschaft aber nicht, und auch Coach Rui Silva sah es mit durchaus nüchternem Blick: „Am Ende haben wir gewonnen, aber für das, was wir erreichen wollen, war das nicht genug.“
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HCOB-Trainer Rui Silva: „Es steckte zu sehr in den Köpfen, dass wir das Spiel über kurz oder lang lösen werden. Aber so läuft es nicht, nichts ist selbstverständlich. Wenn wir vorankommen wollen, müssen wir in so einem Spiel auch zeigen, dass wir besser sind. Wir hatten eine gute Reaktion auf den starken Bittenfelder Beginn, das war positiv. Dennis Wipf hat im Tor gut gehalten, und die Abwehr hat nach einigen Umstellungen gut funktioniert. Patrick Kiesewalter macht hier gute Schritte nach vorne. So haben wir Tore durch Konter erzielt. In Durchgang zwei hatten zu viele das Spiel bei plus sieben abgehakt. Aber wir haben Fehler um Fehler gemacht. Am Ende haben wir gewonnen, aber für das, was wir erreichen wollen, war das nicht genug.“
TVB-Trainer Alexander Heib: „Wir sind super ins Spiel gekommen, dann aber leider in ein Loch gefallen. Und ich konnte meiner Mannschaft in dieser Phase auch keine Unterstützung geben. In der zweiten Halbzeit galt bei uns: Feuer frei. Da haben wir richtig gut gespielt.“
Rund ums Spiel
Der HC Oppenweiler/Backnang erwartet am kommenden Samstag (19 Uhr) den Aufsteiger TSB Schwäbisch Gmünd in der Backnanger MURRTAL-ARENA.
Bei HCOB-Ligarivale TV 1861 Erlangen-Bruck ist der erst vor der Runde gekommene Trainer Sebastian Wilfling nicht mehr dabei. Fürs erste hat der bisherige Co-Trainer Moritz Sokol übernommen. Er ist im Rems-Murr-Kreis nicht unbekannt, spielte unter seinem früheren Namen Moritz Knück lange bei der SV Remshalden.



