Nur 17 Tore hatten die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang II in der Vorwoche gegen die SG Lauterstein zustande gebracht. Und eine Woche später: fast das Doppelte. 33 Treffer gelangen dem Aufsteiger in Reichenbach. Trainer Sebastian Forch strahlte: „Wir haben im Angriff immer Lösungen gefunden.“ Dabei waren die personellen Voraussetzungen alles andere als gut. Mit Niklas Hug, Julian Friz, Magnus Erb und Linus Schnürer fehlten gleich vier Rückraumspieler.
Der nach langer Pause ins Team zurückgekehrte Tom Hug stand so direkt in der Startformation. Er bildete gemeinsam mit Maximilian Merkle und Frieder Hail die Rückraumreihe, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückte. Der zu den Routiniers zählende Maximilian Merkle setzte seine Mitspieler in Szene, holte dazu viele Siebenmeter heraus. Youngster Frieder Hail verwandelte diese, von einer Ausnahme abgesehen, sicher. Auch sonst setzte er sich immer wieder durch. Mit elf Toren war er der erfolgreichste Torschütze.
Weil auch das Spiel über Außen gut funktionierte und in Durchgang zwei die Kreiskooperation gut gelang, hatten Benjamin Wingenfeld (7) und Max Knietsch (5) großen Anteil an der offensiven Steigerung. Die brachte den Sieg, der im Wettrennen um den Ligaverbleib wichtig ist, denn es war der zweite im vierten Spiel.
Mit einem ausgeglichenen Punktekonto ist der Start für den Verbandsliga-Neuling gelungen – auch wenn es in Reichenbach in puncto Abwehrarbeit Defizite gab. Das galt zwar nicht für die gesamte Partie, aber doch für einige Phasen, „in denen wir zu viele einfache Rückraumtore bekommen haben.“
Das schmerzte vor allem zum Ende der ersten Halbzeit, als die Gäste schon mit fünf Toren enteilt waren und dann den Anschlusstreffer zulassen mussten. Und es tat zu Beginn der zweiten Halbzeit weh, als Reichenbach weiter Druck machte und beim 18:17 und beim 19:18 zweimal in Führung ging. Allerdings fingen sich die Gäste auch schnell wieder. Torwart Moritz Bochum war in dieser Phase mit einigen Paraden zur Stelle.
Vorne half Sebastian Forch nun selbst mit. Der Coach kehrte aufs Spielfeld zurück. Das ermöglichte den anderen Rückraumspielern kurze, aber wichtige Pausen. Und mit guten Vorarbeiten für seine Nebenleute setzte der Routinier auch wertvolle Akzente, um das Match in die richtige Richtung zu lenken. Der HCOB verteidigte zunächst einen kleinen Vorsprung mit viel Kampfgeist und setzte sich dann vorentscheidend ab.
Die Gastgeber versuchten es mit einer offenen Manndeckung, aber die brachte nicht mehr die erhofften Ballgewinne. Das schmal besetzte Team des Aufsteigers brachte den Coup im Filstal ins Ziel, holte zwei wichtige Punkte – auch wenn es ohne weitere Verletzung nicht abging: mit Linkssaußen Johannes Csauth bekommt das ohnehin schon gut gefüllte Lazarett weiteren Zuwachs.
TV Reichenbach: Tobias Funk, Sascha Bauer (Tor), Julian Schwab, Dominik Uckmann (3), Hannes Kauderer (2), Pascal Wellhäuser, Mathis Neumann (3), Tobias Hofmann (2), Colin Farrell (2), Martin Wolf (1), Ewan Farrell, Fabian Mäntele (6), Peter Scheffold (5/1), Dominik Merkle, Heiko Glatzel (6/2). – HC Oppenweiler/Backnang II: Craig Tigges, Moritz Bochum (Tor), Hannes Preßmar, Max Knietsch (5), Luke Glaser, Johannes Csauth, Maximilian Merkle (3), Benjamin Wingenfeld (7), Dominik Koch, Sebastian Forch (3), Tom Hug (2), Tim Jupe (1), Jaden Tigges (1), Frieder Hail (11/5). – Schiedsrichter: Andreas Gassner (Kappishäusern) und Axel Fuhrmann (Esslingen). – Zuschauer: 150.




