HCOB-Coach Rui Silva sparte nicht mit Lob für seine Mannschaft: „Das war heute richtig gut.“ Er meinte damit die Leistung insgesamt und vor allem die Tatsache, wie seine Mannschaft gleich zu Beginn die Initiative ergriff: „Wir sind mit der Power in die Begegnung gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben.“
Die Gastgeber verteidigten aufmerksam. Sie gaben vor allem Philipp von Alvensleben wenig Raum zur Entfaltung. Der Erlanger Routinier auf Rückraum Mitte ist in vielen Begegnungen Dreh- und Angelpunkt seines Teams. In der MURRTAL-ARENA taten sich er und seine Mitspieler im Angriff schwer.
Brucks Coach Sebastian Wilfling machte folgenden Grund dafür aus: „Wir haben es nicht geschafft, die HCOB-Abwehr in Bewegung zu bringen.“ Die Erlanger mussten aus ungünstigen Positionen auf das Tor werfen. Das wiederum trug maßgeblich dazu bei, dass sich Goalie Dennis Wipf früh mehrmals auszeichnen konnte.
Die Ballgewinne nutzte der HCOB zum schnellen Ballvortrag. Vor allem die Rückraumspieler agierten mit viel Zug zum Tor. „Wir waren oft einen Schritt zu spät, und dann haben unsere Gegenspieler aus acht, neun Metern gefackelt“, sagte Sebastian Wilfling – und in der Tat: Der Rückraum der Gastgeber erzielte Tor um Tor.
Besonders gut in Form war Timm Buck mit acht Treffern. Aber auch seine Nebenleute waren durchweg torgefährlich. Und Zugang Robert Krass hielt sich in seinem ersten Match im grünen Trikot keineswegs vornehm zurück. Ihm gelangen – im Wechsel mit Lev Szuharev im halbrechten Rückraum eingesetzt – sechs Tore, eine gute Premiere.
Der HCOB führte nach 13 Minuten mit 9:2, damit war ein klares Zeichen gesetzt. Die Mannschaft aus Erlangen kam am ehesten zum Torerfolg, wenn sie nach einem Gegentreffer zum schnellen Anspiel durchstartete und gegen die noch nicht formierte HCOB-Abwehr traf. „Wir haben durch dieses Tempospiel zu viele Gegentore zugelassen“, tadelte Coach Rui Silva.
Am grundlegenden Spielverlauf änderten diese Treffer wenig, die Brucker kamen in der ersten Halbzeit über Nadelstiche nicht hinaus. Auf der Gegenseite lief der HCOB-Angriff weiter auf Hochtouren, zur Pause waren die Gastgeber schon auf 23:13 enteilt. Es sah schon verdächtig nach Heimsieg aus.
Letzte Zweifel beseitigten die Murrtaler zu Beginn der zweiten Halbzeit, als sie den Vorsprung weiter ausbauten. Wieder erwischten sie den besseren Start, und wieder waren sie vor allem aus dem Rückraum kaum zu stoppen. Nach 40 Minuten stand es 31:18.
Dann nahmen die Hausherren das Tempo ein wenig heraus. Sie leisteten sich einige Nachlässigkeiten. Der TV 1861 Erlangen-Bruck nutzte es, um den Abstand ein klein wenig zu verkürzen. Jonas Poser hatte gute Aktionen, der Torjäger war mit acht Treffern der beste Werfer seines Teams.
Die letzten Worte hatten wieder die Gastgeber. Kreisläufer Patrick Kiesewalter erzielte sein erstes Punktspieltor für seinen neuen Club. Dann setzte Robert Krass mit dem 39:27 Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt. Unterm Strich war es eine klare Angelegenheit, weil es den HCOB-Akteuren gelungen war, von Anfang an deutlich zu demonstrieren, dass für die Brucker an diesem Tag nichts zu holen sein würde.
Stimmen zum Spiel
HCOB-Trainer Rui Silva: „Das war heute wirklich gut. Wir sind mit der Power in die Begegnung gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben. In der Abwehr haben wir es zeitweise wirklich sehr gut gemacht. Nicht so gut war, dass wir zu viele Gegentore durch das Erlanger Tempospiel zugelassen haben.“
TVE-Trainer Sebastian Wilfling: „Wir sind körperlich an unsere Grenzen gestoßen. Wir waren oft einen Schritt zu spät, und dann haben unsere Gegenspieler aus acht, neun Metern gefackelt. Auf der Gegenseite haben wir es nicht geschafft, die HCOB-Abwehr in Bewegung zu bringen.“
Rund ums Spiel
Für den HCOB war das Duell mit dem TV 1861 Erlangen-Bruck der Auftakt zu Erlanger Wochen: am kommenden Sonntag, wieder um 17 Uhr, ist mit dem HC Erlangen II wieder ein Team aus der fränkischen Handballhochburg zu Gast in der MURRTAL-ARENA. Mit 6:2 Punkten ist diese Mannschaft hervorragend in die Saison gestartet.





