Beide Mannschaften bejubelten im Sommer des vergangenen Jahres den Aufstieg; der HCOB zum ersten Mal, die Krefelder schafften den Sprung in Liga zwei zum zweiten Mal. Nun sieht es für beide Teams nicht besonders gut aus. Am Sonntagabend wird aber zumindest eine von beide Mannschaften Grund zur Freude haben. Der HCOB hofft auf den ersten Saisonsieg. Krefeld will noch einmal an die Nichtabstiegsränge heranrücken.
Für die Handballer des HCOB ist die englische Woche mit einiger Zeit im Omnibus verbunden. Am Mittwoch spielten sie in Ferndorf im südlichen Teil von Nordrhein-Westfalen, nun geht es in den westlichen Teil desselben Bundeslandes nach Krefeld. Die Aufgabe besteht auch darin, die Belastungen zu steuern. Das Spiel in Ferndorf war hart umkämpft und deshalb körperlich intensiv. Es sei deshalb nicht so unglücklich, dass das Match in Krefeld erst am Sonntag ausgetragen wird, sagt Trainer Rui Silva. Der Donnerstag stand im Zeichen der Regeneration. Am Freitag und Samstag stehen Trainingseinheiten und Videostudium auf dem Programm, und dann: ab in den Bus.
Das Spiel in Ferndorf war trotz der Niederlage ein Mutmacher. Die HCOB-Handballer lieferten dem Favoriten einen heißen Kampf und hatten bis zwei Minuten vor Spielende mehrfach die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen. Die mit 23:28 zu deutlich ausgefallene Niederlage durfte beim Abpfiff in die Kategorie „unglücklich“ einsortiert werden. Ärgerlich war, dass es den HCOB-Handballern nicht gelang, den Ferndorfern, die zum Ende hin alles andere als sicher agierten, in den Schlussminuten die Quittung für deren Ballverluste zu präsentieren. Trotzdem ist nach und nach zu erkennen, dass die Mannschaft unter dem neuen Coach Rui Silva positive Entwicklungen durchläuft.
Ob nun am Sonntag im Duell der beiden Aufsteiger der erste Saisonsieg gelingt? Im Hinspiel waren die HCOB-Handballer gegen die HSG nach einem hochdramatischen Spiel knapp davor, ehe Robert Krass den Krefeldern mit einem Rückraumwurf im letzten Moment noch ein Unentschieden rettete. Insgesamt lief es beim Mitaufsteiger über die gesamte Runde gesehen etwas besser als beim HCOB, und dennoch stehen auch in der Seidenstadt die Chancen auf Ligaverbleib nicht besonders gut. In die große Freude über den sportlichen Coup gegen den TV 05/07 Hüttenberg mischte sich am vergangenen Wochenende schon der Frust darüber, dass ausgerechnet der Mitabstiegsrivale TuSEM Essen von einem Formalien-Patzer der Hüttenberger profitieren und unverhofft zwei Pluspunkte erhalten könnte. Und dann ging am Mittwoch auch noch das Vier-Punkte-Spiel gegen den TuSEM verloren. „Eine Euphoriebremse“, schrieb die Rheinische Post.
Ähnlich wie der HCOB mit Lukas Süsser in der Europameisterschaftspause noch einen Spieler für sein Team holte, waren auch die Krefelder auf dem Transfermarkt aktiv. Sie holten Marvin Kix vom 1. VfL Potsdam für den Rückraum und Torwart Pau Guitart („El Muro“) vom spanischen Erstligisten Tubos Aranda.
Rund ums Spiel
Die Begegnung wird live auf dem Dyn übertragen. Sendebeginn ist 15 Minuten vor Spielbeginn.
