Trainer Rui Silva ist mit fünf Siegen aus sechs Spielen einverstanden. „Wir sind dort, wo wir von Anfang an sein wollten: oben in der Tabelle. Das ist unser sportliches Ziel.“ Aber es gibt das zweite wichtige Ziel: „Wir wollen als Gruppe und als Mannschaft wachsen.“ Dabei sieht er noch Luft nach oben: „Auch das passiert, aber momentan langsamer, als ich es erwartet hatte.“ Mit einer ‚Hauptsache-Gewonnen-Rhetorik‘ nach dem Match in Bittenfeld würde man beim Coach jedenfalls auf wenig Gegenliebe stoßen. „Zufrieden mit den Ergebnissen zu sein bedeutet nicht, dass wir mit unserer Entwicklung oder unserer Leistung zufrieden sein müssen.“ Für ihn ist der Fall klar: „Wir können und müssen noch deutlich besser werden.“
Das Spiel beim TV Bittenfeld II sei jedenfalls ein Hinweis darauf gewesen, dass viel zu tun ist. Eine Neun-Tore-Führung zu Beginn der zweiten Hälfte reichte im Nachbarschaftsduell nicht, um das Match sicher nach Hause zu bringen. Stattdessen stand die Partie wenige Minuten vor dem Ende Spitz auf Knopf. Rui Silva sagt: „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir dachten, dieses Spiel würde einfach werden.“ Aber Erfolge gebe es nicht ohne Einsatz, Kampf und harte Arbeit, „und da hat uns viel gefehlt.“ Der knappe Spielausgang sei weniger eine Frage des handballerischen Könnens, der Technik oder der Taktik gewesen, sondern vor allem eine Frage des Mindsets.
Gegen den TSB Schwäbisch Gmünd kommt es deshalb auf einige Dinge besonders an: In der Abwehr sollen die HCOB-Handballer wieder aktiver agieren, mehr in die Zweikämpfe investieren und auch mehr Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnen. Im Angriff braucht es mehr Intensität, mehr Struktur und weniger aus Hektik resultierende technische Fehler. Rui Silva bringt es auf den Punkt, was er sich fürs Duell mit Schwäbisch Gmünd wünscht: „Eine Mannschaft mit Siegermentalität.“ Ein Team, das Entschlossenheit und Wille aufs Feld bringt – und 60 Minuten lang um jedes Tor kämpft. Der eine oder andere Spieler müsse sich in dieser Hinsicht noch weiterentwickeln. „Auch das gehört zu unserem Prozess.“ Klar ist: Im Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Gmünd soll eine Weiterentwicklung zu sehen sein.
Sportlich ist die Aufgabe anspruchsvoll. Der Aufsteiger hat sich in der neuen Spielklasse gut eingefunden, schon zwei Spiele gewonnen und einmal unentschieden gespielt. „Sie haben einige interessante Spieler“, findet Rui Silva. Er bereitet sein Team auch darauf vor, dass der Gegner aus dem Remstal recht häufig mit einem siebten Feldspieler agiert. Noch wichtiger aber ist ihm, die eigenen Stärken wieder in den Vordergrund zu rücken: „Vor unseren eigenen Fans möchte ich eine andere Mannschaft sehen als zuletzt: mit viel Intensität in der Abwehr, starken Umschaltmomenten und einem klareren und strukturierteren Angriffsspiel.“
Rund ums Spiel
Die Begegnung wird im Livestream auf sporteurope.tv übertragen.
Eintrittskarten gibt’s online unter www.hcob.de/tickets sowie an der Tageskasse.
Das Heimspiel der Drittligamannschaft ist eingebettet in ein umfangreiches Handball-Wochenende mit zahlreichen Spielen in der MURRTAL-ARENA an Samstag und Sonntag. Unmittelbar vor der ersten Mannschaft spielt die Zweite in der Verbandsliga, am Sonntag gibt es unter anderem zwei Jugendspiele auf BWHV-Ebene.
