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Dennis Wipf glänzt mit einer Quote von 46 Prozent

| Männer 1

Den vierten Sieg in Folge haben sich die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang durch ihre gute Abwehrarbeit verdient. Beim 27:19 gegen Aufsteiger TSB Schwäbisch Gmünd ließen sie hinten wenig anbrennen – nicht zuletzt aufgrund ihres überragenden Keepers.

Wenige Sekunden vor dem Ende bekam Dennis Wipf die Finger ein letztes Mal an den Ball. Einmal mehr gab es tosenden Applaus. Nicht ohne Grund: Für den Schweizer Keeper im Tor des HCOB war es die 16. Parade. Nur 19 Gegentreffer hatte der 27-Jährige zugelassen – ein fast schon sensationeller Wert im modernen Handball und statistisch eine Quote von 46 Prozent. Dennis Wipf strahlte Ruhe und Gelassenheit aus und gab seinen Mitspielern Sicherheit. Die Gegenspieler schienen zunehmend zu überlegen, wenn sie zum Wurf ansetzten. Neben den Paraden des Keepers gab es auch einige Würfe, die am Tor vorbeiflogen.

„Dennis Wipf war heute einfach richtig gut“, stellte Coach Rui Silva seinem seit Wochen in guter Form agierenden Keeper eine Bestnote aus. Am Sieg gegen den Aufsteiger hatte der Zugang vom VfL Eintracht Hagen daher auch maßgeblichen Anteil. Wichtig war dabei, dass er bereits in der Anfangsphase Zeichen setzte. Zu Beginn taten sich die Hausherren nämlich schwer. Sie fanden im Angriff nicht ins Spiel. Es gab gelungene Aktionen, zum Beispiel ein Kempa-Treffer von Linksaußen Paul Krügele nach 30-Meter-Pass von Torwart Dennis Wipf. Aber es gab auch viel Leerlauf.

Zu vergebenen Torgelegenheiten – auch Gmünds Torwart Fabian Bauer hielt stark – kamen technische Unzulänglichkeiten. 13 davon standen über 60 Minuten gesehen zu Buche. Dies lag auch an der Spielweise des Gegners. Der Aufsteiger konnte für sich in Anspruch nehmen, dass seine Abwehr mit einem vorgezogenen Verteidiger phasenweise recht gut funktionierte. „Wir wollten unbequem sein, das hat gut funktioniert. Mit unserer 5:1-Abwehr haben wir unseren Gegner vor eine neue Aufgabe gestellt“, freute sich Gästecoach Aaron Fröhlich. So blieb das Match vor rund 900 Zuschauern in der MURRTAL-ARENA zunächst torarm, 4:4 nach 13 Minuten.

Während sich die Gmünder im Angriff dauerhaft schwertaten, platzte beim HCOB zum Ende des ersten Durchgangs etwas der Knoten. Sie gerieten, weil die Schiedsrichter in dieser Hinsicht einen strengen Maßstab anlegten, mehrmals in Zeitspielnot, trafen – zum Abschluss gezwungen – dann aber entschlossen. Ein 4:0-Lauf in den Minuten vor der Pause sorgte für Optimismus, die Gastgeber setzten sich auf 13:8 ab.

Von diesem Vorsprung zehrten die Gastgeber in der Anfangsphase von Durchgang zwei. Sie hatten einige Male die Chance, die Partie vorzeitig zu entscheiden, leisteten sich aber im Offensivspiel weiter Nachlässigkeiten. Nachdem die HCOB-Handballer schon in der ersten Halbzeit einen Siebenmeter vergeben hatten, scheiterten sie auch in der zweiten Hälfte zweimal vom Siebenmeterstrich. Kurzzeitig rächte sich das. Der TSB kam nach 12:18-Rückstand mit vier Toren in Serie noch einmal auf 16:18 heran.

Die Hoffnungen auf eine Wende zerschlugen sich aber schnell. Der HCOB stabilisierte sich hinten schnell wieder. „Man hat gesehen, welch hohe Qualität der HC Oppenweiler/Backnang in der Abwehr hat“, sagte Gästecoach Aaron Fröhlich. Die Gastgeber suchten konsequent die Zweikämpfe und entschieden viele für sich. Besonders Patrick Kiesewalter, der im Sommer vom VfL Gummersbach II gekommen war, machte auf sich aufmerksam. „Er nimmt immer mehr eine wichtige Rolle ein“, sagte Coach Rui Silva.

Mit einem weiteren 4:0-Lauf setzte sich der HCOB wieder ab. Beim 22:16 durch Martin Schmiedt war die Frage nach dem Sieger neun Minuten vor dem Ende schon absehbar geklärt. Timm Buck sorgte mit seinen Treffern für die endgültige Entscheidung. Der Rückraumspieler verwandelte alle sieben seiner Wurfversuche – eine Erfolgsquote von 100 Prozent und damit eine weitere bemerkenswerte statistische Kennzahl.

Ganz zufrieden war Coach Rui Silva trotz des Sieges nicht: „Dafür haben wir im Angriff zu viele Fehler gemacht und nicht klar genug gespielt“. Der positive Trend in der Abwehr war aber unverkennbar. Unter 20 Gegentreffern war das HCOB-Team im vergangenen Jahrzehnt nur ein weiteres Mal geblieben, vor drei Jahren beim 30:17 gegen den MTV Braunschweig. Nun soll das Offensivspiel forciert werden. Zuletzt hatten dieser Aspekt in den Übungseinheiten darunter gelitten, dass einige Akteure krank gefehlt hatten. „In der kommenden Woche wollen wir die Intensität im Training wieder erhöhen“, sagte Coach Rui Silva.

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Rui Silva: „Wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Wir haben im Angriff viele Fehler gemacht und nicht klar genug gespielt. Unsere Abwehr war aber okay, Dennis Wipf war heute einfach richtig gut. Patrick Kiesewalter nimmt immer mehr eine wichtige Rolle ein.“

TSB-Trainer Aaron Fröhlich: „Wir wollten unbequem sein, das hat gut funktioniert. Mit unserer 5:1-Abwehr haben wir unseren Gegner vor eine neue Aufgabe gestellt. Vorne hatten wir eine schlechte Wurfquote. Man hat gesehen, welch hohe Qualität der HC Oppenweiler/Backnang in der Abwehr hat.“

Rund ums Spiel

Am kommenden Samstag (20 Uhr) geht es für den HC Oppenweiler/Backnang zur HSG Albstadt. Es ist das erste Aufeinandertreffen mit diesem Team seit über 24 Jahren.

HC Oppenweiler/Backnang – TSB Schwäbisch Gmünd 27:19

10. Oktober 2026
19 Uhr
MURRTAL-ARENA Backnang

HC Oppenweiler/Backnang:
Dave Hörnig (n.e.), Dennis Wipf (Tor), Louis Mönch (1), Robert Krass (1), Cedric Mayer (2), Timm Buck (7), Patrick Kiesewalter (1), Martin Schmiedt (1), Ruben Sousa (2), Felix Klingler (1), Paul Krügele (2), Lukas Rauh, Lev Szuharev (2), Christos Erifopoulos (5/1), David Soos (2). – Trainer: Rui Silva.

TSB Schwäbisch Gmünd:
Fabian Bauer, Daniel Mühleisen (Tor), Wolfgang Bächle (3), Tom Abt (4), Kai Schäffner (1), Agustin Ortlieb Basualdo, Sören Winger (1), Christian Waibel, Kai Kiesel, Lenny Schwenk, Andreas Maier (1), Stefan Scholz (2), Arian Pleißner (2), Jonas Waldenmaier, Niklas Burtsche (2), Nils Eilers (2/1). – Trainer: Aaron Fröhlich.

Schiedsrichter:
Christian Staszak (Schmelz) und Stefan Walter (Karlsruhe).

Zuschauer:
900.

Siebenmeter:
1/4 : 1/2 (Klingler scheitert an Bauer und an Mühleisen, Erifopoulos scheitert an Mühleisen – Burtsche wirft am Tor vorbei).

Zeitstrafen:
8:10 Minuten (Buck/zweimal, Szuharev/zweimal – Schwenk/zweimal, Maier/zweimal, Schäffner).

Spielverlauf:
3:3, 9:8, 13:8 – 18:12, 18:16, 27:19.

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