Felix Klingler war der umjubelte Held. In der letzten Angriffsaktion bewahrte der 33-Jährige die Nerven und versenkte den Ball zum Siegtreffer. „Wir sind in diesem Angriff fast ins Foul gelaufen“, schilderte der 33-Jährige. „Louis Mönch hat den Ball aber gerade noch so weggebracht, dadurch waren die Erlanger in der Abwehr ein wenig unsortiert.“ Timm Buck erkannte den freien Raum und legte den Ball auf den rechten Flügel. „Und ich hau ihn rein.“ Ein großes Gefühl, ein wichtiger Sieg. Damit gewann der HCOB vier der ersten fünf Drittligaspiele dieser Saison. Und der Heimerfolg gegen den HC Erlangen II war emotional wichtig.
Das lag auch an der Qualität des Gegners. Bayerns einziger Erstligist bringt dank seiner hervorragenden Jugendarbeit ein Talent nach dem anderen hervor – und das war auch in der MURRTAL-ARENA zu sehen. „Sie haben über 60 Minuten überragend gespielt“, sagte Felix Klingler über die Leistung des Gegners. Erlangens Trainer Tobias Wannenmacher wollte da gar nicht widersprechen. Sein Fazit: „Am Ende kann es so und so ausgehen. Ein Unentschieden wäre für uns auch okay gewesen.“ Vor allem rechnete er seinem jungen Team hoch an, dass „wir nie weggebrochen sind, obwohl es einige Phasen gab, in denen das hätte passieren können.“ Denn auch der HC Oppenweiler/Backnang lieferte eine starke Vorstellung ab.
Trainer Rui Silva sagte: „Heute bin ich sehr zufrieden, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es war insgesamt eine gute Begegnung, mit viel Tempo und Power.“ Seine Mannschaft habe hart für den Sieg kämpfen müssen, dabei aber vieles richtig gemacht. Ein entscheidender Faktor: „Es ist uns gelungen, ihr Tempospiel zu stoppen.“ In den vier Begegnungen zuvor hatte der Erlanger Nachwuchs im Schnitt mehr als 40 Tore pro Partie erzielt. Der HCOB hielt den Gegner bei 31 Treffern. Torwart Dennis Wipf glänzte wie in der Vorwoche gegen Erlangen-Bruck mit zahlreichen Paraden.
So nahm die Partie, die 700 Zuschauer in ihren Bann zog, aus HCOB-Sicht ein gutes Ende. Vielleicht hätte es nicht so spannend werden müssen. „Wir hatten aber zum Ende der ersten Halbzeit einige schlechte Entscheidungen“, ärgerte sich Coach Rui Silva. Statt mit vier oder fünf Toren Vorsprung ging es nur mit 17:15 in die Kabine. „Außerdem haben wir unseren Zwei-Tore-Vorsprung nach der Pause zu schnell hergegeben“, ergänzte Felix Klingler. „Das war schon gegen den HBW II so, da müssen wir stabiler werden.“ Die Gäste um den überragenden rechten Rückraumspieler Maxsim Lochman, der neun Tore erzielte, gingen zwischenzeitlich sogar in Führung.
Der HCOB ließ die Franken aber nie davonziehen. „Wie wir in der Abwehr gekämpft haben, war richtig toll“, fand Rui Silva. Rund um die 48. Minute wurde der HCOB dafür belohnt. Hinten gab es Ballgewinne, vorne traf Rückraumspieler David Soos viermal in Serie. 29:26 – der HCOB war auf Kurs. Aber noch nicht durch. „Wir haben ein paar Bälle zu viel verworfen“, bemängelte Felix Klingler. Auch er vergab einen Strafwurf. „Dadurch stand es dann kurz vor dem Ende Spitz auf Knopf.“ Der für den Siebenmeter eingewechselte Keeper Dave Hörnig bewahrte sein Team fünf Minuten vor dem Ende mit einer Glanztat vor dem Rückstand. Vorne jagte Timm Buck den Ball mit wilder Entschlossenheit in die Maschen. Christos Erifopoulos legte per Siebenmeter nach, 31:29.
Doch Erlangen traf umgehend zum Anschluss. Und dann gab es helle Aufregung in der MURRTAL-ARENA. Felix Klingler war durch, hatte das wohl entscheidende 32:30 auf der Hand, doch er brachte den Ball nicht im Tor unter. „Ich laufe zur Mitte, bekomme einen Schlag von der Seite und bringe den Ball nur noch mit 50 Prozent aufs Tor“, schilderte er nach dem Spiel. Ein Foul hätte seiner Ansicht nach gepfiffen werden können. Stattdessen traf Erlangen durch Moritz Moser zum 31:31. Doch der Ärger war schnell verraucht. Denn Felix Klingler bekam umgehend seine nächste Chance. Und nun war der Ball im Tor. Der Siegtorschütze sagte zufrieden: „Für die Zuschauer war es wahrscheinlich sogar schöner, dass wir den Sieg mit so einem Buzzerbeater holen.“
Stimmen zum Spiel
HCOB-Trainer Rui Silva: „Heute bin ich sehr zufrieden, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es war insgesamt eine gute Begegnung, mit viel Tempo und Power. Der HC Erlangen II hatte eine sehr gute Qualität, und wir mussten sehr hart für diesen Sieg arbeiten. Es ist uns gelungen, ihr Tempospiel zu stoppen. Leider hatten wir zum Ende der ersten Halbzeit einige schlechte Entscheidungen. Wie wir in der Abwehr gekämpft haben, war richtig toll, und am Ende sind wir dann belohnt worden.“
HCE-Trainer Tobias Wannenmacher: „Am Ende kann es so und so ausgehen. Ein Unentschieden wäre für uns auch okay gewesen. Wir sind nie weggebrochen, obwohl es einige Phasen gab, in denen das hätte passieren können. Der HCOB hat unser Tempo gut wegverteidigt, dadurch haben uns einige Tore gefehlt. Meine Jungs haben heute Erfahrung gesammelt, aber ich bin stolz auf sie.“
Rund ums Spiel
Ein Spiel am späten Sonntagnachmittag, und schon am Freitag geht es weiter – die HCOB-Handballer stehen vor einer kurzen Trainingswoche. Nächster Gegner ist der TV Bittenfeld II, Anwurf in der Gemeindehalle Bittenfeld ist um 20 Uhr.






