Nebelschwaden, Dauerregen und ein kalter Wind. Es war ein ungemütlicher Herbstabend auf der Schwäbischen Alb. Auch sportlich ist die Stimmung bei der HSG Albstadt nicht mehr so euphorisch wie nach dem Aufstieg. Nach 0:14 Punkten kamen nur 220 Zuschauer in die Mazmannhalle.
Für die Handballer des HCOB war die Ausgangslage klar: Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung gewesen. Manchmal birgt eine solche Konstellation Gefahren. An diesem Abend nicht. HCOB-Trainer Rui Silva fand: „Wir haben das Spiel mit einer guten Energie bewältigt.“ Der fünfte Sieg in Serie war zu keiner Zeit gefährdet. Albstadt hielt nur zu Beginn mit. In den ersten Minuten hatten die Gastgeber gute Aktionen über den Kreis. Sie profitierten von zwei Hinausstellungen für HCOB-Akteur Lev Szuharev und nutzten Ballverluste zu einer Drei-Tore-Serie von Fabian Mayer, die ihnen nach zwölf Minuten eine 9:7-Führung bescherte. Die Gäste trafen sich zu einer Auszeit, justierten in Details nach und brachten ihre Vorteile dann auf die Anzeigetafel.
Der wesentliche Faktor aus Sicht von Rui Silva: „Wir haben mit viel Tempo gespielt.“ Nach Ballgewinnen schaltete die Mannschaft immer wieder geschickt um und kam so über die erste und zweite Welle zu Toren gegen die noch nicht sortierte HSG-Abwehr. Das gelang auch deshalb besser, weil der HCOB weniger zwischen Abwehr und Angriff wechselte als zuletzt. Beispielsweise stand Impulsgeber Louis Mönch auch defensiv auf dem Feld. Der HCOB machte aus dem kleinen Rückstand bis zur Pause (20:15) eine deutliche Führung, vor allem Timm Buck glänzte dabei als Torschütze. Coach Rui Silva erkannte in der schnelleren Spielweise einen wichtigen Entwicklungsschritt: „Dieses Tempo brauchen wir, und wir wollen das beibehalten.“
Im zweiten Durchgang hatte der HCOB das Geschehen weiter gut im Griff. Die Gäste kamen nicht nur durch Konter zum Erfolg, sondern hatten auch im Positionsangriff viel Durchschlagskraft. „Mit gutem Tempo und der nötigen Ruhe haben wir uns gute Torchancen herausgespielt“, fand Rui Silva. Die Wurfquote war mit 70 Prozent nicht schlecht. Der Coach fand allerdings: „Bei den Abschlüssen von der Sechs-Meter-Linie können wir uns noch verbessern.“ Und eine weitere Kennzahl gefiel ihm nicht: „14 technische Fehler sind zu viel – auch gegen eine Mannschaft, die so offensiv verteidigt.“ Die Albstädter versuchten sich nämlich über den größten Zeitraum der Begegnung mit einer sehr offensiven Abwehrvariante.
Auf der Gegenseite setzten die Einheimischen viel auf den siebten Feldspieler. Das erwies sich für sie als Nullsummenspiel. Die eine Seite: Sie kamen, nachdem sie im klassischen Sechs-gegen-Sechs immense Probleme hatten, über die Außen oder über den Kreis zu guten Wurfgelegenheiten. Die andere Seite: Trotzdem waren viele Bälle eine Beute der HCOB-Keeper Dennis Wipf (12 Paraden) und Dave Hörnig (6 Paraden) – und die Ballgewinne nutzte der HCOB zu einigen Würfen ins verwaiste Tor. Die Entwicklung seiner Torleute bewertet Coach Rui Silva positiv: „Sie harmonieren inzwischen sehr gut mit unserem Abwehrsystem. Wir wissen, aus welchen Positionen die Gegner ihre Würfe nehmen können, und unsere Torhüter sind darauf vorbereitet.“
Spannend wurde es in Halbzeit zwei nicht mehr. Aus Sicht der Gäste war das eine positive Entwicklung im Vergleich zur Partie beim TV Bittenfeld II vor zwei Wochen, als sich in Halbzeit zwei Bruder Leichtfuß eingeschlichen hatte und ein eigentlich schon geschlagener Gegner noch einmal an die Wende glauben durfte. Stattdessen setzte sich der HCOB in Albstadt weiter ab und verwaltete seinen Vorsprung dann konstant. Fast mit der Sirene gelang Linksaußen Paul Krügele der 40. Treffer – eine Marke, die die HCOB-Handballer damit zum ersten Mal in dieser Saison erreicht haben.
Trainer Rui Silva zeigte sich zufrieden mit dem souveränen Auftritt und richtete den Blick schnell nach vorne. „Jetzt stehen für uns zwei wichtige Heimspiele gegen Mannschaften mit unterschiedlichen Spielweisen an.“ Am kommenden Samstag kommt der TSV Neuhausen/Filder. Bereits am Mittwoch darauf sind die Wölfe Würzburg zu Gast in der MURRTAL-ARENA. Und da hat Coach Rui Silva klare Vorstellungen: „Wir müssen zeigen, dass wir uns weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, den Monat mit vier weiteren Punkten abzuschließen.“
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HCOB-Trainer Rui Silva: „Wir haben das Spiel mit einer guten Energie bewältigt. Wir haben mit viel Tempo gespielt. Dieses Tempo brauchen wir, und wir wollen das beibehalten. Wir haben viele Tore über die erste und zweite Welle erzielt. Auch im Positionsangriff waren wir stabiler. Mit gutem Tempo und der nötigen Ruhe haben wir uns gute Torchancen herausgespielt. Bei den Abschlüssen von der Sechs-Meter-Linie können wir uns noch verbessern. Insgesamt hatten wir das Spiel gut im Griff. 14 technische Fehler sind allerdings zu viel – auch gegen eine Mannschaft, die so offensiv verteidigt. In der Abwehr war es nicht einfach, weil der Gegner häufig mit sieben Feldspielern agiert hat. Unsere Torhüter harmonieren inzwischen sehr gut mit unserem Abwehrsystem. Wir wissen, aus welchen Positionen die Gegner ihre Würfe nehmen können, und unsere Torhüter sind darauf vorbereitet. Jetzt stehen zwei wichtige Heimspiele gegen Mannschaften mit unterschiedlichen Spielweisen an. Wir müssen zeigen, dass wir uns weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, den Monat mit vier weiteren Punkten abzuschließen.“


