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Lange auf Augenhöhe: HCOB verpasst Überraschung knapp

| Männer 1

Der HC Oppenweiler/Backnang konnte sich für eine starke Leistung nicht belohnen. Das Zweitligaspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 ging hauchdünn mit 33:35 verloren. Trainer Rui Silva zeigte sich dennoch zufrieden: „Ich bin wirklich stolz auf unsere Jungs.“

Der Tabellenstand spielte an diesem Abend kaum eine Rolle. Der HCOB als Schlusslicht zeigte einen beherzten Auftritt und eine ansteigende Formkurve. Nach guten Leistungen gegen den TV Großwallstadt und den designierten Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten forderte das Team nun auch den Siebtplatzierten. Am Ende setzten sich die Gäste aus Sachsen-Anhalt nur knapp durch.

Coach Rui Silva führte die Niederlage nicht auf fehlendes Glück zurück. „Glück spielt auf diesem Niveau nur eine untergeordnete Rolle“, sagte er. Entscheidend sei vielmehr gewesen, dass „in der zweiten Halbzeit nicht die nötige Tiefe im Kader“ vorhanden gewesen sei. Dadurch habe es weniger Wechselmöglichkeiten gegeben.  Einige Spieler seien länger auf dem Feld gewesen. „Das hat uns am Ende etwas müde gemacht. Dessau hatte es dadurch leichter, gute Situationen zu finden.“

In der Schlussphase waren es vor allem Mika Schüler und Yannik Danneberg, die das Spiel für Dessau entschieden. Die Rückraumspieler fanden immer wieder freie Abschlüsse. Der HCOB konnte diese Würfe nicht mehr konsequent verteidigen. Rui Silva erkannte dennoch auch positive Aspekte: „Wir hatten starke Phasen in der Abwehr, in denen wir ihr Eins-gegen-eins und ihr Gegenstoßspiel gut gestoppt haben.“

Dass die Partie lange offenblieb und ein Sieg der Gastgeber lange in Reichweite war, lag aber auch an einer verbesserten Angriffsleistung. Der HCOB spielte geduldig, ließ den Ball gut laufen und fand immer wieder Lösungen gegen den Tabellensiebten. Weil Dessau den Fokus auf den zuletzt treffsicheren Rückraumspieler Malte Dederding legte, entstanden Räume für Timm Buck, der diese konsequent nutzte. Sieben Tore und ein starker Handball Performance Index von 91 unterstrichen seine Leistung.

Der HCOB erwischte den besseren Start und führte früh mit 9:5. Eine längere Überzahlphase blieb jedoch ungenutzt, stattdessen kassierte das Team drei Gegentreffer. Dennoch behaupteten die Gastgeber zunächst ihre Führung, ehe eine zerfahrene Schlussphase vor der Pause das Blatt wendete. Ein vergebener Siebenmeter und weitere Fehlwürfe sorgten dafür, dass Dessau mit einer 16:15-Führung in die Kabine ging.

Nach dem Seitenwechsel stabilisierte Torhüter Dave Hörnig das Spiel des HCOB mit mehreren Paraden. Kontertore von Cedric Mayer ließen das Stimmungsbarometer ansteigen. Im Angriff setzte sich Routinier Dominik Weiß zweimal in Folge durch und brachte sein Team wieder kurzzeitig in Führung. Nach 40 Minuten war die Partie völlig offen. Felix Klingler verwandelte in dieser Phase vier Siebenmeter sicher.

In der entscheidenden Phase leistete sich der HCOB jedoch zu viele Fehlwürfe im Gegenstoß und verpasste es, selbst in Führung zu gehen. Stattdessen blieb das Spiel eng, ohne dass der HCOB die Partie nochmals von vorne gestalten konnte. Das Duo Schüler/Danneberg verschaffte Dessau in der Schlussphase Vorteile, unterstützt von Paraden von Torhüter Philipp Ambrosius.

Dass Dessaus Coach Vanja Radic 40 Sekunden vor Schluss noch eine Auszeit nahm, unterstrich die Spannung dieser Begegnung. Am Ende aber verteidigte der Favorit die Führung.

Trotz der Niederlage überwog beim HCOB der positive Eindruck. Applaus gab es für Einsatz, Moral und spielerische Phasen auf Augenhöhe. Trainer Rui Silva blickte entsprechend nach vorn: „Wir wollen uns bis zum Saisonende jeden Tag verbessern und jedem Gegner – besonders zu Hause – auf Augenhöhe begegnen.“

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Rui Silva: „Ich bin wirklich stolz auf unsere Jungs. Wir waren im Angriff clever, haben den Ball laufen lassen und uns so gute Lösungen gegen eine Mannschaft erarbeitet, die den siebten Platz in der Liga belegt. Außerdem hatten wir starke Phasen in der Abwehr, in denen wir ihr gutes Eins-gegen-eins und ihr Gegenstoßspiel stoppen konnten. In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht die nötige Tiefe im Kader. Dadurch waren wir etwas müde und Dessau hatte es einfacher, gute Situationen zu finden. Aber sonst bin ich zufrieden, und wir werden bis zum Ende der Saison unser Bestes geben, um uns jeden einzelnen Tag zu verbessern. Wir wollen allen Gegnern auf Augenhöhe begegnen, gerade zu Hause.“

Rund ums Spiel

Der Dessauer-Roßlauer HV 06 hatte Verstärkung mitgebracht. Maskottchen Bobby Biber begleitete die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt in die MURRTAL-ARENA. Die Kinder fanden es klasse.

Der HCOB gastiert bereits am kommenden Freitag um 19 Uhr auf dem Glassportboden der BallsportArena Dresden bei Aufstiegsanwärter HC Elbflorenz 2006.

HC Oppenweiler/Backnang – Dessau-Roßlauer HV 06 33:35

11. April 2026
18 Uhr
MURRTAL-ARENA Backnang

HC Oppenweiler/Backnang:
Dave Hörnig, Janis Boieck (Tor), Tjörvi Týr Gislason (1), Cedric Mayer (2), Timm Buck (7/1), Dominik Weiß (4), Nick Fröhlich (1), Niklas Diebel (n.e.), Martin Schmiedt, Ruben Sousa (2), Felix Klingler (8/5), Paul Krügele (1), Lukas Rauh, Malte Dederding (7). – Trainer: Rui Silva.

Dessau-Roßlauer HV 06:
Janik Patzwaldt, Philip Ambrosius (Tor), Fynn Gonschor, Fritz-Leon Haake (4), Carl-Phillip Haake (2), Valentin Neagu (2), Jakub Powarzynski (2), Marcel Nowak (4), Luka Baumgart, David Mišových (1), Mika Schüler (10/3), Yannick Danneberg (5), Tim Maximilian Hertzfeld (2), Yannick-Marcos Pust (2). – Trainer: Vanja Radic.

Schiedsrichter:
Thomas Hörath (Zirndorf) und Timo Hofmann (Kürnach).

Zuschauer:
850.

Siebenmeter:
6/8 : 3/3 (Klingler wirft an den Pfosten, Buck scheitert an Ambrosius).

Zeitstrafen:
6:10 Minuten (Dederding, Gislason, Sousa – Nowak/zweimal, Carl-Phillip Haake, Neagu, Powarzyński).

Spielverlauf:
9:5, 12:11, 15:16 – 22:21, 28:29, 33:35.

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