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Nach 24 Jahren wieder ein Gastspiel in Albstadt

| Männer 1

Wenn die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang am Samstag (20 Uhr) in der Ebinger Mazmannhalle antreten, ist es seit fast einem Vierteljahrhundert der erste Vergleich mit der HSG Albstadt. Der Zweite der Dritten Liga will beim Schlusslicht punkten, um seinen Platz in der Spitzengruppe zu festigen.

Die Lage der Liga: Nach den ersten sieben Spieltagen ist fast ein Viertel der Saison absolviert. Der VfL Pfullingen steht als einzig ungeschlagenes Team der Liga an der Tabellenspitze. Der HC Oppenweiler/Backnang folgt mit 12:2 Punkten auf Rang zwei, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigen würde. Der Vorjahresmeister SV Salamander Kornwestheim ist mit 11:3 Punkten Dritter. Mit je vier Minuspunkten liegen auch der TSV Neuhausen/Filder, die HSG Konstanz und die Wölfe Würzburg auf Kurs in Richtung Spitzengruppe. Die drei Abstiegsränge belegen derzeit der TV 1861 Erlangen-Bruck, der bereits einen Trainerwechsel hinter sich hat, die Rhein-Neckar Löwen II und die HSG Albstadt.

Der Trend beim HCOB: Der HCOB nutzte den Umstand, zuletzt stets vor vielen eigenen Fans spielen zu können – aus den drei Heimspielen gegen den TV 1861 Erlangen-Bruck, den HC Erlangen II und TSB Schwäbisch Gmünd sowie dem Ums-Eck-Auswärtsmatch beim TV Bittenfeld II sprang die volle Ausbeute heraus, acht Punkte. Nach der Partie in Bittenfeld ärgerte sich die Mannschaft darüber, dass sie eine Neun-Tore-Führung leichtfertig hergegeben hatte, was am Ende fast zu einem Punktverlust geführt hätte. Im Spiel gegen Schwäbisch Gmünd lief es zwar auch noch nicht in jeder Hinsicht rund, aber doch besser, vor allem in der Abwehr.

Ausgeprägte Abwehrstärke: Mit durchschnittlich nur 28 Gegentoren stellt der HCOB die beste Hintermannschaft der Südstaffel. Nur 19 Mal musste Torwart Dennis Wipf am vergangenen Samstag hinter sich greifen – einen besseren Wert gab es im vergangenen Jahrzehnt nur ein weiteres Mal. „Aktuell haben wir gute Ergebnisse in der Abwehr“, sagt Coach Rui Silva, fügt aber hinzu: „Das war zu Beginn der Saison nicht so.“ Er nimmt einen Entwicklungsprozess wahr: „Das Verständnis unseres Abwehrsystems ist bei allen Spielern gewachsen.“ Zudem hätten sich die Torhüter in den vergangenen Wochen gesteigert. „Sie nehmen jetzt eine sehr wichtige Rolle in unserem Spiel ein.“ Trotz des positiven Trends sieht Rui Silva weitere Potenziale: „Es gibt in der Abwehr noch viele Dinge, die wir verbessern können. Ich glaube, dass wir noch lange nicht am Limit dessen sind, was diese Mannschaft erreichen kann.“

Herausforderung Offensivspiel: Rui Silva macht keinen Hehl daraus, dass der HCOB im Angriff noch nicht das aufs Spielfeld bringt, „was ich mir für diese Mannschaft vorstelle“. Die Spieler seien gut, „aber wir haben noch nicht die Harmonie in unserem Angriffsspiel gefunden, durch die die individuellen Qualitäten jedes Einzelnen richtig zur Geltung kommen können.“ Die Zahl der technischen Fehler und Fehlwürfe ist mitunter zu hoch. Gegen Schwäbisch Gmünd waren es insgesamt 30. Rui Silva hätte sich zwar gefreut, wenn der Findungsprozess der neu zusammengestellten Mannschaft schneller vonstattengegangen wäre, er ist aber weit davon entfernt, ungeduldig zu werden: „Ich vertraue unserer Arbeit und bin überzeugt davon, welche Ergebnisse wir mit der weiteren Entwicklung erreichen können.“ Kurzfristiges Ziel sei, mit mehr Selbstvertrauen zu spielen sowie entschlossener und zielgerichteter zu agieren. „Wir brauchen mehr Klarheit darüber, wie wir unsere Chancen herausspielen und abschließen.“

Die Aufgabe in Albstadt: Die HSG hat sich in den vergangenen Jahren um zwei Spielklassen nach oben gearbeitet, tut sich in der Dritten Liga bisher jedoch schwer und ist ohne Punkt. HCOB-Coach Rui Silva geht die Begegnung mit seinem Team entschlossen an. „Ich erwarte eine starke Abwehr von uns, dass wir unsere Möglichkeiten im Umschaltspiel konsequent nutzen und im Angriff klarer und zielgerichteter spielen. Wir wollen unsere Siegesserie fortsetzen.“

Rund ums Spiel

Die Begegnung wird live auf sporteurope.TV übertragen.

Als Schiedsrichter sind Stefan Czommer aus Esslingen und Dennis Müller aus Metzingen eingeteilt.

Über die HSG Albstadt

Die HSG Albstadt entstand 1997 aus dem Zusammenschluss der Handballabteilungen von EK Ebingen, TSV Lautlingen und TSG Margrethausen. Der Club trägt seine Heimspiele in der rund 1200 Zuschauer fassenden Mazmannhalle aus. Die Männermannschaft gehörte im Jahr 2000 zu den Gründungsmitgliedern der Baden-Württemberg-Oberliga. Damals kam es auch zu den ersten Duellen mit dem TV Oppenweiler. In jüngerer Vergangenheit ging es für die Albstädter stetig bergauf: 2024 kehrte die Mannschaft nach Siegen in den entscheidenden Spielen gegen den TV Hardheim in die höchste Liga Baden-Württembergs zurück. Im Jahr darauf folgte unter Trainer Andreas Wendel zunächst Platz fünf in der Regionalliga. In der Saison 2025/26 gelang schließlich der große Wurf: Mit einem 36:30-Auswärtssieg beim VfL Waiblingen machte die HSG am letzten Spieltag die Vizemeisterschaft und den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt. Aktuell steht die HSG Albstadt nach sieben Begegnungen mit 0:14 Punkten am Tabellenende. Zuletzt unterlag die Mannschaft beim TV 1861 Erlangen-Bruck mit 30:39, obwohl sie zur Pause aussichtsreich im Rennen lag. Zu den namhaftesten Spielern zählen Gregor und Julian Thomann. Torwart Julian Malek bringt Zweitligaerfahrung vom Dessau-Roßlauer HV 06 mit. Zudem hat sich Rückraumspieler Lasse Fuchs unter den zehn besten Werfern der Südstaffel etabliert.

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