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„Wir wissen, wie es ist, unter Druck zu spielen“

| Männer 1

Es geht um den Aufstieg. Die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang erwarten morgen um 17 Uhr den TuS Ferndorf zum Halbfinal-Hinspiel der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga. Es geht zunächst um eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel am Sonntag. Einer, der eine Menge zum Gegner sagen kann, ist Niklas Diebel. Der Rückraumspieler wechselte vor dieser Runde aus Ferndorf zum HCOB.

Für Niklas Diebel ist das Duell mit dem Südwest-Meister eine Begegnung mit der Vergangenheit. Der ursprünglich aus Hessen stammende Sportler spielte von Februar 2021 bis Juni 2023 für den Verein aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Beim letzten und zugleich einzigen Aufeinandertreffen beider Teams vor rund einem Jahr trug er noch Rot. Er hat gute Erinnerungen an seinen Ex-Verein. „Es war eine gute Zeit, auch wenn wir vor zwei Jahren aus der zweiten Liga abgestiegen sind“, sagt der Rückraumspieler. Nun will er wieder hoch, mit seinen Teamkollegen in den grünen Trikots, für die er bislang 96 Tore erzielt hat.

Niklas Diebel freut sich auf die nun anstehenden Spiele, hatte im Vorfeld Kontakt mit einigen früheren Weggefährten. Zudem hat er im Laufe der Runde Begegnungen des TuS im Fernsehen angeschaut – mit einem besonderen Augenmerk auf „die Spitzenspiele gegen die HSG Krefeld Niederrhein, weil es da auch wirklich spannend war.“ Ansonsten marschierte das Team aus Nordrhein-Westfalen in vielen Begegnungen durch.

„Sie sind punktetechnisch die souveränste Mannschaft der Dritten Liga“, findet Niklas Diebel. Er verweist aufs spielerische Können und die Kampfkraft des Teams, außerdem erklärt es dessen Auftritte damit, „dass sie richtig gut eingespielt sind. Sie werden mit Selbstvertrauen und Rückenwind in die Spiele gehen.“ Andererseits denkt Niklas Diebel, dass es für ihn und sein Team kein Nachteil war, in der ausgeglichen Südstaffel bis zum finalen Spieltag um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde gekämpft zu haben.

Im Gegenteil: „Wir hatten vermutlich in der Breite mehr schwierige Spiele und mit dem Duell gegen Würzburg schon ein Endspiel vor den eigentlichen Endspielen. Wir wissen, wie es ist, unter Druck zu spielen.“ Auch die Ferndorfer haben eine ganze Reihe von erfahrenen und gestählten Akteuren in ihren Reihen, dennoch hofft Niklas Diebel, „dass sie vielleicht zu Beginn ein bisschen brauchen, um den Hebel umzulegen.“

Ohnehin sei die starke Leistung im Spiel gegen die Wölfe Würzburg ein wichtiger Fingerzeig vor den Aufstiegsspielen gewesen. Sie haben dem Team und dem Umfeld Mut und Optimismus verliehen. „Mit unserer Eins-gegen-Eins-Qualität im Angriff können wir den Ferndorfern Probleme machen“, sagt Niklas Diebel. Defensiv setzt der 25-Jährige darauf, „dass wir die Emotionalität und Intensität auf die Platte bringen wie zuletzt.“

Das Wunschergebnis für Niklas Diebel? „Natürlich ein souveräner Sieg“, sagt der Handballer – mit einem Augenzwinkern, weil klar ist, dass das in den Aufstiegsspielen gegen einen bislang ungeschlagenen Gegner schwer wird. Es zeigt aber auch, dass die HCOB-Handballer ihre Chance nun ergreifen wollen und heiß sind. Das Minimalziel sei, „ein Ergebnis zu erzielen, mit dem für das Rückspiel in Ferndorf dann alles offen ist.“

Rund ums Spiel

HCOB-Trainer Daniel Brack sagt: „Wir nehmen den Schwung aus dem Spiel gegen Würzburg mit.“ Im Heimspiel wolle sich seine Mannschaft von der besten Seite zeigen, mit Begeisterung und Leidenschaft dagegenhalten. Den Gegner aus Ferndorf stuft er als sehr stark ein, „59:1 Punkte sind schon ein Ausrufezeichen. Das zeigt, was für ein Team sie zur Verfügung haben.“ Er denkt an Mattis Michel am Kreis, den international erfahren Rückraumspieler Janko Kevic, „und auch sonst haben sie ganz viele Spieler, die in Ferndorf schon in der zweiten Liga gespielt haben und für diese Liga geeignet sind.“ Unterm Strich sei der Gegner derzeit vielleicht der stärkste Drittligist, „von den Punkten auf jeden Fall, aber – von dem, was ich gesehen habe – auch spielerisch.“ Daniel Brack sieht sein Team aber gut auf den Gegner eingestellt. „Wir haben ein paar Sachen entdeckt, die wir attackieren wollen“, sagt der Coach und verspricht, „dass wir alles reinhauen werden, was möglich ist.“ Im Vergleich zum Spiel gegen Würzburg könne man manches mitnehmen, „im Tempospiel und in der Chancenverwertung wollen und müssen wir uns weiter verbessern.“ Denn Nachlässigkeiten in diesen Bereichen werden am Donnerstag vermutlich noch schneller bestraft als in „normalen“ Ligaspielen. Was das Ergebnis betrifft, ist Daniel Brack wichtig, „dass wir mit einer realistischen Chance nach Ferndorf fahren, dann kann dort alles passieren.“

Rund um die Gemeindehalle gibt es ab 15 Uhr ein Rahmenprogramm mit Grillstand und kühlen Getränken.

Der HCOB setzt für das Rückspiel in Ferndorf einen Fanbus ein. Anmeldungen sind bis Freitagmorgen um 11 Uhr unter www.hcob.de/fanbus möglich.

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