Als sich Nick Fröhlich vor zwei Jahren entschloss, vom TSB Horkheim zum HC Oppenweiler/Backnang zu wechseln, hatte er ein klares Ziel vor Augen: „Ich wollte um den Aufstieg spielen.“ Die Horkheimer waren in den vergangenen Jahren in Liga drei oft vorne dabei, ohne dabei die zweite Liga ins Visier zu nehmen. Beim HCOB war das anders. Ein entscheidendes Argument für ihn: „Hier kann ich um etwas spielen und ein Ziel verfolgen.“
Ein Anreiz war, statt dreimal in der Woche nun regelmäßiger zu trainieren: „Ich hatte hier die Möglichkeit, auf eine professionellere Ebene zu kommen.“ Dass dies nur wenige Kilometer von seinem Heimatort Korb entfernt und damit noch näher als in Horkheim möglich war, kam ergänzend hinzu: „Die Nähe zu meiner Familie ist mir wichtig.“ Zu den HCOB-Heimspielen kommen regelmäßig viele Zuschauer aus dem Weinort im Remstal, auch wegen Nick Fröhlich.
Für den Rückraumspieler erfüllten sich in der ersten Saison beim HCOB viele der mit dem Wechsel verbundenen Hoffnungen. Die Mannschaft entwickelte sich schnell zu einem Topteam in der Dritten Liga. „Da lief mannschaftlich vieles perfekt“, sagt Nick Fröhlich. Zunächst sicherte sich das Team den Staffelsieg. Auch in den Aufstiegsspielen war das Team nicht zu bremsen: „Diese Spiele waren ein Traum – gekrönt vom Aufstieg in Hildesheim.“
In dieser Saison musste Nick Fröhlich eine Spielklasse höher lernen, mit Rückschlägen umzugehen. „Wir sind schon ein bisschen geerdet worden“, sagt der 25-Jährige. In der zweiten Liga sei das Niveau in allen Belangen sehr hoch. „Durch die Erfolge der Vorsaison hatten wir am Anfang Selbstvertrauen“, sagt der Handballer. Es gab erste Punktgewinne. Gegen den HSC 2000 Coburg sicherte er mit einem verwandelten Siebenmeter das Remis.
„In dieser Phase hätten wir mehr als nur zwei Punkte holen können“, sagt Nick Fröhlich und äußert die Vermutung: „Vielleicht hätte uns der eine oder andere Erfolg auch etwas getragen.“ Diese blieben jedoch aus – und das kostete Selbstvertrauen. Daraus hat er ein Learning mitgenommen: „Die mentale Verfassung darf man nicht unterschätzen.“ Wenn eine Niederlage auf die andere folgt, wird es schwer, selbstbewusst aufzutreten. Auch Nick Fröhlich verlor an Sicherheit. Zog er zu Beginn der Saison mutig und entschlossen zum Tor, so ging eine sinkende Wurfquote nicht spurlos an ihm vorbei.
In der Winterpause holte er sich bei einem Urlaub in Asien eine Magen-Darm-Infektion. Diese kostete ihn drei Wochen der Vorbereitung und viel körperliche Substanz. In dieser Phase kam einiges zusammen. „Wenn man dann auch noch negative Erlebnisse hat, wird es schwer, die eigene Leistung hochzuhalten.“ Er möchte aus diesen Erfahrungen lernen, um sich in Zukunft in schwierigen Phasen verstärkt auf seine Stärken besinnen zu können.
Trotz der Tabellensituation betont Nick Fröhlich: „Es macht Spaß mit der Mannschaft.“ Er unterstreicht, dass die Mannschaft sowohl im Training als auch im Spiel alles gibt. Dass die Zuschauer nach einer Heimniederlage, wie zuletzt gegen den TSV Bayer Dormagen, nicht begeistert sind, kann er nachvollziehen. Er rechnet es dem Umfeld aber positiv an, dass die Kritik konstruktiv ausfällt und es auch mutmachende Rückmeldungen gibt: „Über diese Unterstützung sind wir sehr froh.“ Ob der ersehnte erste Zweitligasieg noch gelingt? „Ja“, sagt der Mann, der in dieser Saison bislang 89 Tore erzielt hat.
Ja gesagt hat Nick Fröhlich auch zu einer Vertragsverlängerung beim HCOB. Er freue sich, dass die Vereinsverantwortlichen ihm das Zutrauen schenken, weiterhin eine wichtige Rolle im Team zu spielen. Ihm war wichtig, dass sich der HCOB dazu bekennt, auch in Zukunft maximal ambitioniert zu agieren. Er freut sich auf die neuen Spieler, besonders auf Louis Mönch von Bregenz Handball. „Wir haben zur gleichen Zeit in Horkheim gespielt und sind seither gut befreundet.“ Schon damals habe das Zusammenspiel gut funktioniert.
Ein weiterer Faktor für Nick Fröhlich war, dass der Verein in der Winterpause mit dem neuen Trainer Rui Silva und Co-Trainer Frederick Griesbach einen Sprung nach vorne gemacht hat. Das Training ist gut, die Individualeinheiten am Vormittag bringen ihn voran. Es wird hart, aber sehr fokussiert gearbeitet – das bringt die Mannschaft voran. Auch sonst findet der Rückraumspieler durchweg lobende Worte für das Trainerteam. „Ich hatte selten einen so gut strukturierten Coach. Auch menschlich und von der Kommunikation her ist es top“, sagt Nick Fröhlich über Rui Silva. Er freut sich auf die weitere Zusammenarbeit – und möchte dazu beitragen, dass es beim HCOB bald wieder mehr zu jubeln gibt.
