Aktuell bilden Janis Boieck und Dave Hörnig das Torhüter-Duo beim HCOB. Auf dieser Position hat der Club derzeit eine der geringsten Problemzonen. Torwarttrainer Dragan Jerkovic findet: „Wir sind in der zweiten Liga auf dieser Position konkurrenzfähig.“ Die intensive Arbeit im Torhüterteam habe sich bezahlt gemacht. Janis Boieck, der 2024 von der HSG Konstanz zum HCOB kam, hat mit Paraden und guten statistischen Werten auf sich aufmerksam gemacht. Insofern findet es Dragan Jerkovic schade, dass dieser sich zu einem Wechsel zu den Eulen Ludwigshafen entschieden hat.
Der vor dieser Saison von den Rhein-Neckar Löwen II zum HCOB gekommene Dave Hörnig habe aufgrund der guten Leistungen von Janis Boieck etwas weniger gespielt, aber seine Bedeutung sei nicht gering: „Dave hat seine Rolle sehr professionell erfüllt und dazu beigetragen, dass Janis diese Leistungen zeigt.“ Dragan Jerkovic ist überzeugt, „dass Dave bis zum Saisonende die Chancen bekommen wird, sich zu zeigen.“ Er sieht gute Perspektiven beim 20-Jährigen. „Ich erwarte, dass er in der nächsten Saison weiter so arbeitet wie bisher und den nächsten Schritt in seiner Entwicklung macht.“
Der Zugang, der im Duo mit Dave Hörnig den gegnerischen Angreifern das Torewerfen verleiden will, ist Dennis Wipf und kommt vom aktuellen Ligarivalen VfL Eintracht Hagen. Der 27-Jährige stammt aus der Schweiz, konkret: aus dem Raum Basel. Ein wesentlicher Faktor für seine Entscheidung „pro HCOB“ sei gewesen, „dass ich wieder eine größere Rolle in einer Mannschaft einnehmen will.“ In Hagen ist Pascal Bochmann gesetzt. „Er liefert derzeit von Woche zu Woche“, sagt Dennis Wipf, insofern sei seine Rolle klar definiert. „Ich unterstütze. Wenn es mich braucht, versuche ich, Akzente zu setzen.“ So, wie er es in der vergangenen Runde bei TuSEM Essen vor allem in der ersten Halbserie regelmäßig tat, als er oft 60 Minuten durchspielte.
Diese erste Station in Deutschland habe ihm prägende Erfahrungen beschert, sagt Dennis Wipf, „vor allem, was den Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen betrifft.“ Auch die Kulissen in den deutschen Sporthallen und Arenen seien beeindruckend, das kannte er in seinem Heimatland nicht – obwohl er mit Pfadi Winterthur vorne mitspielte und einmal Meister war. „In der Schweiz hat der Handball keinen besonders großen Stellenwert“, sagt er bedauernd.
Beim HC Oppenweiler/Backnang möchte der Keeper in der kommenden Runde wieder „mehr Minuten bekommen, eine klare Rolle haben, klare Ziele verfolgen und gemeinsam mit der Mannschaft und dem Staff daran arbeiten. Außerdem möchte ich mich in meinem Torwartspiel weiterentwickeln und mich noch stärker an den modernen Handball anpassen.“ Und ganz wichtig: „Ich möchte in den wichtigen Spielen da sein, wenn man mich braucht, und das in mich gesetzte Vertrauen mit hoffentlich konstant guten Leistungen zurückzahlen.“ Er sei ein ruhiger Typ, „in wichtigen Momenten versuche ich nach einer Parade aber natürlich auch, meine Mannschaft über Emotionen zu pushen.“ Sein Torwartspiel beruhe darauf, das Spiel zu lesen und seinen Mitspielern durch ein gutes Stellungsspiel Stabilität zu geben.
Der neue HCOB-Keeper freut sich auf die Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Dragan Jerkovic. Während dessen Zeit in der Schweiz – Dragan Jerkovic war von 2019 bis 2022 bei den Kadetten Schaffhausen – sei man sich in den Sporthallen begegnet, und Dennis Wipf weiß natürlich, „dass er bereits sehr gute Torhüter trainiert beziehungsweise zu sehr guten Torhütern gemacht hat.“ Ein konkretes Beispiel: Bei den Rhein-Neckar Löwen coachte Dragan Jerkovic bis zum vergangenen Sommer den schwedischen Kultkeeper Mikael Appelgren und Nationaltorwart David Späth. „Umso mehr freut es mich, dass wir nun zusammenarbeiten werden“, sagt Dennis Wipf – und erhofft sich selbst ebenfalls einen Boost durch den 65-maligen Nationalspieler Kroatiens.
Dragan Jerkovic kann sich ebenfalls noch an den zu seiner Schweizer Zeit beim Gegner spielenden Keeper erinnern. Wichtig für die Entscheidung des HCOB, Dennis Wipf zu verpflichten, sei auch dessen reflektierte Sicht in den Gesprächen gewesen. „Wir hatten mehrere Optionen. Bei Dennis Wipf war die große Motivation zu spüren, sich weiterentwickeln zu wollen.“ Dass dieser in Hagen die Nummer zwei ist, findet Dragan Jerkovic mit Blick auf die kommende Runde nicht entscheidend. „Für mich ist am wichtigsten, dass er gesund und hochmotiviert zum Vorbereitungsstart kommt.“ Dragan Jerkovic ist überzeugt davon, dass sich der Keeper schnell in sein neues Team integrieren wird.
Und das neue Duo? Das findet Dragan Jerkovic interessant und gut zusammengesetzt. „Die beiden unterscheiden sich sowohl in ihrer Torwarttechnik wie auch in ihrer Körpergröße. Gerade deshalb glaube ich, dass sie sich gut ergänzen können.“ Und das sei auch unabdingbar: „Eine gute Zusammenarbeit zwischen beiden wird für unseren Erfolg sehr wichtig sein.“ Für HCOB-Geschäftsführer Jonas Frank ist, nachdem die Torwartfrage nun geklärt ist, auf jeden Fall klar: „Mit dem Duo Dave Hörnig und Dennis Wipf sind wir auf dieser Position gut aufgestellt.“
Daten & Fakten
Dennis Wipf, Jahrgang 1999, spielte als Jugendlicher für die Vereine TV Aesch, Handball Birseck, TV Birsfelden und HSG Leimental. Als Aktiver schloss er sich 2018 dem RTV 2018 Basel an, bei dem der Kampf um den Ligaverbleib in der Swiss Handball League im Fokus stand. 2020 wechselte er zum Schweizer Spitzenclub Pfadi Winterthur, mit dem er 2021 die Schweizer Meisterschaft und den Supercup gewann. In zwei Saisons war er mit Pfadi in der European League aktiv. Internationale Erfahrung sammelte er auch mit dem Schweizer Nationalteam. Er stand 15 Mal für die U21 zwischen den Pfosten und absolvierte im April 2022 drei A-Länderspiele gegen Italien. 2024 wechselte er zu TuSEM Essen und schloss sich im Herbst des vergangenen Jahres dem VfL Eintracht Hagen an.
