Seit dem 12. April 2025 hatten die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang auf einen Auswärtssieg warten müssen, länger als jemals zuvor. Dass der Knoten beim regionalen Nachbarn und „ewigen Rivalen“ TSB Horkheim platzte, löste große Emotionen aus. „Dieses Spiel hat schon einen besonderen Geschmack und ist wichtig“, sagte Timm Buck mit Blick auf den Derbycharakter.
Der Rückraumspieler des HCOB hatte mit zwölf Toren großen Anteil am Sieg seines Teams. Dieser fiel mit sechs Toren Unterschied so deutlich aus wie noch nie zuvor in der mehr als 40-jährigen Geschichte der Duelle in der Horkheimer Stauwehrhalle. „Es fühlt sich einfach gut an, hier zu bestehen und zu gewinnen“, betonte Timm Buck – auch, weil viele Anhänger in grünen und weißen Trikots vor Ort waren und sich das Match in fremder Halle phasenweise eher wie ein Heimspiel anfühlte und anhörte.
Die Horkheimer waren in der vergangenen Drittligasaison Vizemeister, hatten in heimischer Umgebung kaum Punkte liegen lassen und verfügen über ein eingespieltes Team. Sie waren ein echter Gradmesser, und für HCOB-Trainer Rui Silva hielt die Partie den Erwartungen stand: „Es war ein gutes Match zweier guter Mannschaften.“
Daran, dass der Auswärtssieg für den HC Oppenweiler/Backnang verdient war, gab es nach dem Abpfiff keine zwei Meinungen. TSB-Coach Oliver Heß sah sein Team in Durchgang eins auf Augenhöhe: „Wir haben ordentlich dagegengehalten.“ Die Pause kam für sein Team aber zur falschen Zeit, und danach habe sein Team viele schnelle Tore kassiert. „Der HCOB hatte immer mehr Selbstvertrauen“, fand Oliver Heß. Bei seinem Team kamen zunehmend Zweifel und Unsicherheiten auf.
Entscheidend sei gewesen, „dass wir in der Abwehr besser gespielt haben als zuletzt“, sagte Gästetrainer Rui Silva. „Dadurch sind wir auch zu vielen schnellen Gegenstößen gekommen.“
Ein ganz wichtiger Kniff war die Einwechslung von Christos Erifopoulos nach der Pause. Der Zugang von der HSG Konstanz setzte entscheidende Akzente und stellte die Weichen. Er forderte den Ball, suchte und fand die Lücken in der Horkheimer Abwehr. Mit vier Toren in zwölf Minuten trug er wesentlich dazu bei, dass aus einer noch knappen 13:12-Pausenführung ein 25:19 wurde – damit war nach 42 Minuten schon fast der spätere Endstand vorweggenommen.
Dass sein starker Auftritt nach einem Foul an Horkheims Außenspieler Yannik Starz schnell wieder endete, weil Christos Erifopoulos die rote Karte sah, war ärgerlich. Seine Mitspieler kompensierten es nun aber gemeinschaftlich. Die TSB-Handballer nutzten die kurzzeitige Überzahl zwar, um sich noch einmal heranzukämpfen.
Doch selbst als der Vorsprung auf nur noch zwei Tore geschmolzen war, ließen sich die HCOB-Handballer nicht aus dem Takt bringen. Sie blieben in der Abwehr aufmerksam. Der Innenblock mit Ruben Sousa und Lukas Rauh stand gut, ließ – unterstützt von den Nebenleuten – die Horkheimer Rückraumwerfer nicht entscheidend zur Entfaltung kommen.
Vorne übernahm Timm Buck Verantwortung, er traf dreimal in vier Minuten. Im Tor zahlte sich die Einwechslung von Dave Hörnig aus. Er war mehrmals zur Stelle. Der HCOB profitierte von den Ballgewinnen oft in Form von Gegenstößen, die wie Nadelstiche wirkten. „Wir sind schneller hinten rausgekommen und haben auch kaum noch Fehler im Angriff gemacht“, sagte Timm Buck, der selbst immer wieder voranging und sich entschlossen durchsetzte.
Schnell hatten die sechs Tore Unterschied wieder Bestand, der Auswärtssieg nahm Form an. Kurz darauf gab es Standing Ovations von der linken Tribünenseite. Der HCOB hat gleich zu Beginn der Saison ein Auswärts-Ausrufezeichen gesetzt.
Stimmen zum Spiel
HCOB-Trainer Rui Silva: „Es war ein gutes Spiel von zwei guten Mannschaften. Wir haben in der Abwehr besser gespielt als zuletzt und sind dadurch auch zu vielen schnellen Gegenstößen gekommen.“
TSB-Trainer Oliver Heß: „In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich dagegengehalten. Nach der Pause haben wir schnelle Tore kassiert, da war es dann ein komplett anderes Spiel. Der HCOB hat immer mehr Selbstvertrauen bekommen.“
Rund ums Spiel
Für den HCOB folgt auf den zweiten der vierte Spieltag. Das bedeutet: auch am kommenden Wochenende ist die Mannschaft auswärts gefordert. Nach dem Duell beim amtierenden Drittligavizemeister TSB Horkheim geht es nun zu Titelverteidiger SV Salamander Kornwestheim. Der dritte Spieltag wird Ende Oktober nachgeholt, das Team aus dem Murrtal wird dann an einem Mittwochabend ein Heimspiel gegen die Wölfe Würzburg austragen.





