Die Drittligasaison ist gestartet, allerdings ein bisschen ungleichmäßig. Nicht alle Teams haben schon zweimal gespielt, die Wölfe Würzburg noch gar nicht. Vier Mannschaften haben die maximale Ausbeute von vier Punkten geholt. Neben dem TSV Neuhausen/Filder und dem VfL Pfullingen sind dies Kornwestheim und der HCOB.
Der Modus sieht vor, dass die vier Mannschaften in der Tabelle gemeinsam auf dem ersten Platz geführt werden. Der Grund dafür ist, dass in der Dritten Liga nicht das Torverhältnis gilt, sondern der „direkte Vergleich“. In der Sporthalle Ost heißt es also: Spitzenreiter gegen Spitzenreiter.
Nun sind Superlative in einer frühen Phase der Saison mit Vorsicht zu genießen. Sicher ist aber: Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich Ziele gesetzt haben. Sowohl der HCOB, Drittligameister von 2025, als auch der SV Salamander Kornwestheim, Drittligameister von 2026 und damit amtierender Titelträger, wollen vorne dabei sein.
Der HCOB gewann gegen den HBW II und legte bei Vizemeister TSB Horkheim nach. „Wir sind mit den vier Punkten zufrieden“, sagt Trainer Rui Silva, wohlwissend, „dass wir noch einen langen Weg vor uns haben.“ Die Spiele hätten Positives gebracht, aber auch gezeigt, „dass es noch viele Dinge gibt, die wir verbessern müssen.“
Manches davon brauche Zeit, sagt Rui Silva. Es seien viele neue Spieler im Team. Das Zusammenspiel müsse sich erst finden. Manches entwickelt sich schnell. Andere Spielzüge und Varianten müssen wiederholt werden, bis sie richtig sitzen – im Training, aber eben auch unter Wettkampfbedingungen.
Darüber, dass sein Team mit Louis Mönch und Timm Buck in den ersten zwei Spielen jeweils einen Werfer mit zweistelliger Feldtorzahl in seinen Reihen hatte, kann sich Rui Silva freuen. Mit einem Augenzwinkern betont er allerdings: „Eigentlich sehe ich es lieber, wenn sich die Tore auf viele verschiedene Spieler verteilen.“ Er geht davon aus, dass dies – je besser die Mannschaft eingespielt sein wird – auch verstärkt der Fall sein wird.
Das gute Zusammenspiel ist eine der Stärken der Kornwestheimer Mannschaft. Der Titelverteidiger hatte weder Zugänge noch Abgänge. „Man merkt, dass sie schon lange zusammenspielen“, sagt Rui Silva. Das bekam im DHB-Pokal auch der Erstligist Rhein-Neckar Löwen zu spüren, der nur knapp beim Drittligisten gewann. In der Liga siegte Kornwestheim gegen Aufsteiger SG Regensburg und die HSG Konstanz.
Eine Stärke der Kornwestheimer sei die Abwehr, „die vielen Mannschaften Probleme bereitet.“ Im Angriff stimmen nicht nur die Abläufe, „sie haben auch einige sehr gute Einzelspieler, die in der Lage sind, selbst Lösungen zu finden und Situationen individuell zu entscheiden.“ Mit Felix Kazmaier findet sich der aktuelle Torschützenkönig der Dritten Liga im Kornwestheimer Aufgebot.
Für den HCOB stellt die Begegnung in der Sporthalle Ost eine große Aufgabe dar. Trainer Rui Silva rechnet taktisch mit einem anderen Match als in Horkheim und mahnt sein Team, „dass wir sehr diszipliniert sein und unseren Matchplan konsequent umsetzen müssen. Wir müssen konzentriert sein und auf das vertrauen, was wir uns im Training erarbeiten.“
Der Fokus liege bei seinem Team derzeit darauf, „dass wir immer alles tun, um unser Maximum zu geben und das nächste Spiel zu gewinnen – nur dann können wir Schritt für Schritt unsere sportlichen Ziele erreichen.“ Ein Erfolg in Kornwestheim wäre dabei ein wichtiger Fingerzeig für den weiteren Saisonverlauf.
Rund ums Spiel
Die Begegnung aus der Sporthalle Ost wird bei Sporteurope.TV live übertragen.
Für die Handballer des HCOB ist es das zweite Auswärtsspiel in Serie, weil der dritte Spieltag komplett verlegt worden ist und somit der vierte direkt auf den zweiten folgt.
