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HCOB sorgt in Halbzeit zwei für Spannung

| Männer 1

Das Handball-Wunder blieb aus. Der HC Oppenweiler/Backnang hat den Aufstiegskandidaten HBW Balingen-Weilstetten bei dessen Sprint in die erste Bundesliga nicht ins Straucheln gebracht. In der zweiten Halbzeit erwies sich das Schlusslicht im Württembergduell jedoch als unangenehmer Gegner – und sorgte für Spannung. Die 26:34-Niederlage fiel zu deutlich aus.

HCOB-Coach Rui Silva sagte nach dem Abpfiff: „Das Spiel hatte zwei Geschichten.“ Die erste davon war aus Sicht des HCOB weniger erfreulich. Der Außenseiter begann vor über 2000 Zuschauern in der „Hölle Süd“ zu zurückhaltend. In der Defensive fanden die Gäste nicht in die Zweikämpfe, sie waren oft zu spät. Die HBW-Handballer hingegen waren angesichts von sieben aufeinanderfolgenden Siegen voller Selbstvertrauen, der erneute Aufstieg in die erste Bundesliga ist zum Greifen nahe.

Dem Team war anzumerken, dass es sich etwas zutraute. Der HBW spielte zielstrebig und entschlossen nach vorne, nutzte die Freiräume konsequent für Durchbrüche und Torerfolge. Schnell stand es 5:1 – ein frühes Ausrufezeichen des haushohen Favoriten. Ein guter Abschnitt mit drei Treffern von Rückraumspieler Malte Dederding sorgte dafür, dass der HCOB sich auf 5:7 annäherte. Mehr war vorerst aber nicht drin. Der etablierte Bundesligist schaltete wieder einen Gang hoch.

Aus Sicht des HCOB kam erschwerend hinzu, dass die eigenen Angriffsbemühungen nicht flink und dynamisch genug waren, um die gegnerische Defensive auseinanderzudividieren. Dies führte zu vielen Würfen aus ungünstigen Winkeln. HBW-Torwart Benedikt Nagy sammelte einige Paraden. Diese Ballverluste führten zu Gegentoren nach Kontern.

HCOB-Trainer Rui Silva sah das kritisch: „In der ersten Halbzeit waren wir weit weg von dem, was wir uns vorgestellt hatten. Wir sind unserem Plan nicht gefolgt. Wir haben zu viele einfache Gegentore hinnehmen müssen.“ Zumindest die Schlussphase machte Mut. Ab der 20. Minute fanden die Gäste besser in die Begegnung. Sie trauten sich mehr zu, kamen zu Chancen und schraubten ihre Ausbeute nach oben. Im gleichen Maße schlichen sich im Spiel des HBW technische Fehler ein. Aus einem 8:16 wurde bis zur Pause ein 13:19 – zunächst nur eine kleine Verbesserung, die sich jedoch als Vorbote für die zweite Halbzeit herausstellen sollte.

Und in der zweiten Halbzeit schrieben die HCOB-Handballer dann eine weitaus positivere Geschichte, was Coach Rui Silva sehr gefiel: „Wir haben eine richtig gute Reaktion gezeigt und vor allem in der Abwehr deutlich besser gespielt.“ Die Gäste agierten viel präsenter und waren nun auf Augenhöhe. Sie nahmen die Zweikämpfe an und gewannen viele davon. So gelang es ihnen auch, Torwart Janis Boieck ins Spiel zu bringen. Er hatte vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit viele gute Szenen. Im Angriff übernahm Malte Dederding Verantwortung. Der Rückraumspieler traute sich viel zu, ließ sich von Fehlversuchen nicht entmutigen und avancierte mit elf Toren aus dem Spiel heraus zum besten Feldtorschützen der Partie.

Der HCOB kam heran, woraufhin Balingen-Weilstetten mit einem Torwartwechsel reagierte und den erfahrenen Ex-Nationalspieler Daniel Rebmann in die Partie brachte. Doch auch er musste zunächst hinter sich greifen, sodass das Schlusslicht Mitte der zweiten Halbzeit nur noch drei Tore zurücklag. In diesen Minuten war das Spiel gleichermaßen spannend und hektisch: die Zuschauer kritisierten Pfiffe der Unparteiischen lautstark, weil sie ihr HBW-Team benachteiligt sahen.

Matthias Flohr, Coach des Aufstiegsaspiranten von der Zollernalb, fokussierte sich lieber auf die Leistung seines Teams und meinte später, dass ihm für einige Augenblicke auch nicht ganz wohl gewesen sei. Es habe schon Spiele gegeben, die in einer solchen Phase vollends gekippt seien, berichtete er aus eigener Erfahrung. Dieses Szenario blieb ihm jedoch erspart. Matthias Flohr sagte: „Ich muss meiner Mannschaft zugutehalten, dass sie beim Spielstand von 24:21 Nervenstärke bewiesen hat.”

Besonders galt dies für Sascha Pfattheicher. Der Führende der Torschützenliste erzielte in der zweiten Halbzeit 9 der 15 Tore des HBW und verwandelte dabei sechs Strafwürfe sicher. Diese Treffsicherheit beim Siebenmeter war wichtig für die Heimmannschaft, denn aus dem Spielgeschehen heraus ließ der HCOB nicht mehr viel zu. Allerdings lief es ab der 45. Minute in der eigenen Offensive auch nicht mehr so rund. Es machte sich bemerkbar, dass das Team aus dem Tabellenkeller mit seinem derzeit dezimierten Kader nicht viel wechseln kann. Das wirkte sich auf die Kräfte aus. Der HBW Balingen-Weilstetten verschaffte sich wieder Luft.

So wurde es am Ende der erwartete Sieg für die Hausherren, auch wenn acht Tore Unterschied zu viel waren. HBW-Coach Matthias Flohr sagte: „Es war ein gutes Spiel vom HC Oppenweiler/Backnang, sie haben es uns heute sehr schwer gemacht.“ Bei den Gästen sah man solches Lob – nicht zum ersten Mal – mit gemischten Gefühlen. Eindeutig aber ist zu erkennen, dass die Leistungskurve nach den deutlichen Niederlagen gegen Dormagen und Hagen zuletzt gegen Großwallstadt und nun auch in Balingen wieder nach oben zeigt.

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Rui Silva: „Das Spiel hatte zwei Geschichten. In der ersten Halbzeit waren wir weit weg von dem, was wir uns vorgestellt haben. Wir sind unserem Plan nicht gefolgt. Wir haben zu viele einfache Gegentore hinnehmen müssen. In der zweiten Halbzeit war es komplett anders. Wir haben eine richtig gute Reaktion gezeigt und vor allem in der Abwehr deutlich besser gespielt. Unterm Strich hat man gesehen, dass wir gegen eines der besten Teams der zweiten Bundesliga gespielt haben.“

HBW-Trainer Matthias Flohr: „Es war ein gutes Spiel vom HC Oppenweiler/Backnang, sie haben es uns heute sehr schwer gemacht. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Ich muss meiner Mannschaft zugutehalten, dass sie beim Spielstand von 24:21 Nervenstärke bewiesen hat.“

Rund ums Spiel

Linus Schnürer aus dem HCOB-Landesligateam kam in der Mey Generalbau Arena in Balingen zu seinem ersten Einsatz im Zweitligateam.

Das Bundessportgericht des Deutschen Handball-Bundes hat einen Bescheid der Handball-Bundesliga (HBL) aufgehoben. Das Spiel zwischen dem TV 05/07 Hüttenberg und TuSEM Essen (37:34) wird somit nicht umgewertet. Die Mittelhessen hatten die Anti-Doping-Schiedsvereinbarung für einen erstmals eingesetzten Spieler verspätet eingereicht. Dieser sei deshalb nicht teilnahmeberechtigt gewesen, befand die HBL. Das Bundessportgericht sah im Regelwerk hingegen keine ausreichende Grundlage für eine Spielverlustwertung. Die Punkte bleiben daher beim TV 05/07 Hüttenberg – vorausgesetzt, der Fall geht nicht in Revision. Dann wird nochmal entschieden.

Der HCOB trifft am kommenden Samstag um 18 Uhr in der Backnanger MURRTAL-ARENA auf den Dessau-Roßlauer HV 06 aus Sachsen-Anhalt.

HBW Balingen-Weilstetten – HC Oppenweiler/Backnang 34:26

5. April 2026
17 Uhr
Mey Generalbau Arena Balingen

HBW Balingen-Weilstetten:
Daniel Rebmann, Benedek Nagy (Tor), Tim Ruggiero-Matthes (3), Elias Huber (3), Magnus Grupe (1), Bennet Strobel (2), Merlin Fuß (4), Tim Grüner, Till Wente (1), Elias Fügel (2), Tobias Heinzelmann (4), Sascha Pfattheicher (12/8), Yonatan Dayan (1), Csaba Leimeter (1), Georg Pöhle, Stefan Bauer. – Trainer: Matthias Flohr.

HC Oppenweiler/Backnang:
Dave Hörnig, Janis Boieck (Tor), Tjörvi Týr Gislason (3), Cedric Mayer, Timm Buck (2), Dominik Weiß, Nick Fröhlich (4), Niklas Diebel, Martin Schmiedt (1), Ruben Sousa (2), Felix Klingler (3/2), Paul Krügele (n.e.), Lukas Rauh, Malte Dederding (11), Linus Schnürer. – Trainer: Rui Silva.

Schiedsrichter:
Felix Funk (Lauterstein) und Nicolas Jaros (Waldstetten).

Zuschauer:
2057.

Siebenmeter:
8/9 : 2/2 (Pfattheicher scheitert an Boieck).

Zeitstrafen:
6:12 Minuten (Bauer, Leimeter, Pfattheicher – Fröhlich/zweimal, Klingler, Buck, Dederding, Gislason).

Spielverlauf:
10:5, 15:8, 19:13 – 24:21, 29:23, 34:26.

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