Für Ausrichter TV Aixheim war es ein Jubiläumsspiel, die Sporthalle im Nachbarort Aldingen – zwischen Rottweil und Spaichingen gelegen – war mit rund 500 Besuchern so gut wie ausverkauft. Und HBW-Geschäftsführer Axel Kromer wurde gleich zu Beginn daran erinnert, dass er schon beim letzten Jubiläumsspiel des Clubs von der Zollernalb dabei gewesen sei. Zum 75. Jubiläum hatte der seinerzeit in Liga zwei spielenden VfL Pfullingen seine Aufwartung gemacht und gegen die damals wie heute in der Landesliga beheimateten Gastgeber gespielt. Dieses Mal maßen sich zwei Zweitligisten. Allerdings war es ein Match mit klarer Favoritenrolle, zu weit liegen die Teams tabellarisch derzeit auseinander. Die Balingen sind ein ganz heißer Kandidat für den Aufstieg. Unter der Woche hatten sie schon ein erstes Testspiel absolviert und gegen den Bundesligisten TVB Stuttgart nur knapp verloren. Beim HCOB ist die Ausgangslage vor dem Start in die Rückrunde komplizierter: für den Aufsteiger geht es gegen den Abstieg und um den Ligaverbleib.
Entscheidend dazu beitragen soll ein neuer Trainer, der aus Griechenland gekommene Portugiese Rui Silva. An seiner Seite fungiert Frederick Griesbach als neuer Co-Trainer. Für die beiden war es der erste Auftritt im HCOB-Trainingsanzug in einem offiziellen Spiel. Große Wunderdinge waren nach zwei Wochen nicht zu erwarten, aber auch der erste Eindruck zählt. Der war, bezogen aufs Spiel, gar nicht schlecht. Der HCOB lag in der Anfangsphase meist vorn, und bis zur 20. Minute war er weitestgehend gleichauf. Allerdings waren die Balinger auf Dauer spielbestimmend. In den Minuten vor dem Seitenwechsel setzten sie sich auf 15:12 ab. Und nach dem Seitenwechsel dominierte der Favorit dann ziemlich deutlich. Vor allem der Auftritt von Sascha Pfattheicher wurde mit viel Applaus belohnt. Der Außenspieler, für nicht wenige der beste seines Faches in der zweiten Bundesliga, steuerte in 30 Minuten neun Treffer bei und trug maßgeblich dazu bei, dass es ergebnistechnisch mit 39:24 sehr deutlich wurde.
Aus Sicht des HCOB machte sich bemerkbar, dass mit Timm Buck und Nick Fröhlich zwei Spieler nur neben der Bank saßen, die in der Vorrunde häufig für zahlreiche Treffer verantwortlich waren. Bei Timm Buck zwickte der Oberschenkel, da wollte niemand ein unnötiges Risiko eingehen. Und Nick Fröhlich hatte sich über den Jahreswechsel einen Infekt eingefangen und sieben Kilo Gewicht verloren. „Mittlerweile geht es aber wieder aufwärts, die ersten drei Kilo habe ich wieder zurück“, sagte Nick Fröhlich und ist guter Dinge, demnächst wieder voll ins Geschehen eingreifen zu müssen. In Aldingen ging im Angriff vor allem ab der 40. Minuten nicht mehr viel, und oft führte das dann zu Gegenstoßtoren. Auch sonst ließ sich die Abwehr immer wieder zu leicht ausmanövrieren. Ein Lichtblick im Rückraum war Valentin Abt, der mit einigen guten Szenen zu gefallen wusste und mit sechs Treffern auch der erfolgreichste Werfer der HCOB-Mannschaft war.
Und Trainer Rui Silva? Der hatte schon vor dem Spiel gesagt: „Heute geht es nicht ums Ergebnis, sondern um Entwicklungen.“ Genau so war es dann auch. Die ersten Entwicklungen sind angestoßen, das war zu erkennen; aber zugleich machte das Match gegen den HBW auch deutlich: der Weg ist weit.
HBW Balingen-Weilstetten: Magnus Bierfreund, Daniel Rebmann (Tor), Tim Ruggero-Matthes (3), Mex Raguse (2), Magnus Gruppe (3), Bennet Strobel (5), Tim Grüner (3), Till Wente (2), Elias Fügel (4), Tobias Heinzelmann (1), Sascha Pfattheicher (9/1), Yonathan Dayan (4), Georg Pöhle (1), Merlin Fiuß (2). – HC Oppenweiler/Backnang: Janis Boieck, Dave Hörnig (Tor), Valentin Abt (6), Malte Dederding (2), Niklas Diebel, Jan Forstbauer (3), Työrvi Týr Gislason (1), Felix Klingler (5/3), Paul Krügele, Cedric Mayer (3), Lukas Rauh, Martin Schmiedt (2), Ruben Sousa (1), Dominik Weiß (1). – Schiedsrichter: Fabian Baumgart (Neuried) und Philipp Dinges (Stutensee). – Zuschauer: 500.






