Trainer Rui Silva sagt: „Es wäre ein Fehler zu glauben, dass es in dieser Phase der Saison nichts mehr zu entwickeln gibt.“ Der im Winter vom griechischen Club AEK Athen ins Murrtal gekommene Coach aus Portugal geht mit gutem Beispiel voran, um Entwicklungsschritte zu forcieren. „Wir haben noch sechs Wochen gemeinsame Arbeit vor uns, die wir gezielt nutzen wollen, um voranzukommen.“ Der Fokus liegt auf individuellen Verbesserungen, die sich aber nicht nur positiv auf die Leistung jedes Einzelnen auswirken, sondern auch das Niveau des Spiels der gesamten Mannschaft erhöhen sollen.
Rui Silva sieht es sogar als Pluspunkt, dass die Aufgabe für seine Mannschaft sportlich herausfordernd ist und seine Sportler sich auf einen sehr starken Gegner einstellen müssen. „Es ist ein Privileg, die ganze Saison über gegen so starke Mannschaften zu spielen. Ich persönlich spiele sehr gerne gegen starke Gegner, weil sie uns fordern und zur Weiterentwicklung zwingen.“ Dieses Mindset wünscht er sich auch von seinen Spielern. Herausforderungen seien „auch eine Chance, um zu wachsen“. Positive Trends wie die starke Leistung des jungen Torwarts Dave Hörnig bestätigen, dass dieser Weg richtig ist. Er wehrte gegen Nordhorn zuletzt 20 Bälle ab.
Mit dem 1. VfL Potsdam wartet auf den HCOB ein Team aus der Spitzengruppe, das am vergangenen Montag mit einem starken Auswärtsauftritt beim TSV Bayer Dormagen überzeugte. Besonders hervorzuheben waren dabei Außenspieler Marvin Siemer und Kreisläufer Tim Schröder, die auf ihren Positionen jeweils den besten Handball Performance Index erzielten und folgerichtig in die „Mannschaft der Woche“ berufen wurden. In der Tabelle stehen die Potsdamer mit 39:19 Punkten aktuell auf dem fünften Platz – ein solides Ergebnis, auch wenn es nach ganz oben nicht mehr reichen wird. Der Aufstieg war beim Klub, unabhängig von der letztjährigen Erstligasaison, ohnehin nicht zwingend als Saisonziel ausgegeben worden.
Im Hinspiel setzten sich die Potsdamer in der Backnanger MURRTAL-ARENA mit vier Toren Vorsprung durch. Der HCOB hatte gute Phasen, verlor aber – so war es oft in dieser Saison – im zweiten Durchgang den Anschluss. Auch für die Begegnung in der Hauptstadt von Brandenburg muss Coach Rui Silva mit einem eher schmalen Kader planen. „Aktuell haben wir viele verletzte Spieler und nur begrenzte personelle Möglichkeiten, um täglich in hoher Qualität zu trainieren“, sagt der Coach und geht davon aus, 12 oder 13 Spielern antreten zu können, das sei auf diesem Niveau und bei dieser Intensität natürlich nicht optimal.
Rund ums Spiel
Große Aufregung in Essen: TuSEM nahm im Spiel gegen den HC Elbflorenz 2006 in der Schlusssekunde eine Auszeit, obwohl die Mannschaft nicht in Ballbesitz war. Nach den Regeln gab es deshalb einen Strafwurf für den Gegner. Diesen nutzten die Sachsen zum Last-Minute-Siegtreffer. Der Frust bei Essen war groß. Der ehemalige Europapokalsieger kündigte an, Einspruch einzulegen, es könnte ein Fall fürs Sportgericht werden.
Die Begegnung zwischen Potsdam und dem HCOB wird live auf dem Dyn übertragen. Sendebeginn ist 15 Minuten vor Spielbeginn.
Über den 1. VfL Potsdam
Der 1. VfL Potsdam wurde 1990 als Nachfolger der DDR-Betriebssportgemeinschaft DEFA (Deutsche Film-Aktiengesellschaft) gegründet. Er entwickelte sich zu einem wichtigen Handballstandort in Brandenburg. Nach Jahren zwischen zweiter und dritter Liga stabilisierte sich der Verein durch starke Nachwuchsarbeit und die Kooperation mit den Füchsen Berlin. 2024 gelang erstmals der Bundesliga-Aufstieg, dem jedoch der direkte Wiederabstieg folgte. In der zweiten Bundesliga präsentiert sich Potsdam als junges Team im oberen Mittelfeld mit Entwicklungspotenzial.
