Und dabei bedingte eine in der Glockenspitzhalle durchaus das andere. Denn das Aus für den zum Rückrundenstart geholten Handballer gleich nach dem Seitenwechsel war im Duell der Plätze 17 gegen 18 durchaus so etwas wie ein Gamechanger. Eine Halbzeit lang hatten sich die HCOB-Handballer im Match beim Mitaufsteiger Chancen auf den ersten Saisonsieg erarbeitet – nach dem Seitenwechsel und speziell nach dem neuerlichen personellen Rückschlag ging kaum noch etwas zusammen. Lukas Süsser verletzte sich am linken Sprunggelenk und hatte starke Schmerzen. Er musste, nachdem sich ein Arzt und mehrere Sanitäter um ihn gekümmert hatten, mit vereinten Kräften vom Spielfeld gebracht werden.
In der ersten Halbzeit sahen 1330 Zuschauer eine ausgeglichene Begegnung. Weil die Schiedsrichter den Gastgebern in der Anfangsphase sehr viele Siebenmeter zusprach und der frühere Fürstenfeldbrucker Falk Kolodziej diese zu Treffern für die HSG nutzte, lagen die Gastgeber meist knapp vorn. Der HCOB fand aber nach kurzer Anlaufphase besser ins Spiel. Es gelang immer wieder, den wurfgewaltigen Rückraumschützen Malte Dederding in Szene zu setzen. So gelang es, wieder heranzukommen. In der 22. Minute warf Timm Buck den Ball aus 25 Metern ins verwaiste Tor und sorgte damit für den Gleichstand (12:12). Der HCOB hatte in dieser Phase wiederholt die Gelegenheit, in Führung zu gehen. Einmal war’s Pech, ein weiterer Distanzwurf von Työrvi Tyr Gislason ging an den Pfosten, dann beraubten sich die HCOB-Akteure mit technischen Fehlern der Chance zur Führung. Die HSG Krefeld Niederrhein machte das den entscheidenden Tick cleverer – und Trainer Mark Schmetz brachte mit Lukas Schneider den richtigen Mann aufs Feld. Dieser sorgte mit den letzten beiden Toren vor der Pause für die 16:14-Führung der Hausherren.
In Durchgang zwei ging’s dann aber rapide abwärts. Zwei Kontertore ließen den Rückstand weiter anwachsen, dann folgte die Szene mit der Verletzung von Lukas Süsser. Die Begegnung war mehrere Minuten unterbrochen. Ehe es weiterging, wärmten sich die Teams noch einmal auf. Doch den Faden nahmen nur die Krefelder wieder auf. Die HCOB-Handballer fanden in der Abwehr keinen Zugriff mehr, ein ums andere Mal zappelte der Ball im Netz. Die Gäste versuchten es mit einem Torwartwechsel, Dave Hörnig kam für Janis Boieck, doch auch er war meist auf sich allein gestellt. Auf der Gegenseite indes lief „El Muro“ zur Bestform auf. Der aus Spanien verpflichtete Pau Guitart wehrte nun zahlreiche Bälle ab. Zu allem Unglück sah Rückraumspieler Dominik Weiß die rote Karte. Die Schiedsrichter waren der Ansicht, dass der Routinier bei einer Abwehraktionen einen gegnerischen Spieler mit der Hand im Gesicht getroffen habe. All das führte dazu, dass das Spiel zunehmend einseitiger wurde und die Krefelder am Ende mit 36:25 sogar noch einen Kantersieg einfuhren.
Für den HC Oppenweiler/Backnang bleibts damit bei einem wiederkehrenden Muster: eine gute Halbzeit reicht in Liga zwei nicht – vor allem nicht, wenn es dann zu einem Einbruch in Durchgang zwei kommt wie nun in Krefeld. Dass die Verletzung von Lukas Süsser nach der schweren Verletzung von Kapitän Jan Forstbauer als zusätzlicher Ballast auf das Spiel einwirkte, kam nach dem Grundsatz „wenn es nicht läuft, dann richtig“ hinzu. Während für den HCOB der 16. Tabellenplatz außer Reichweite ist, kann sich die HSG Krefeld Niederrhein nach dem wichtigen Heimsieg wieder Hoffnung machen. Allerdings sind es auf den TSV Bayer Dormagen auch fünf Punkte, insofern stehen auch die Chancen der Handballer vom Niederrhein nicht besonders gut.
Rund ums Spiel
Das Zweitligaspiel zwischen dem VfL Eintracht Hagen und dem TuS Ferndorf muss wiederholt werden. Beim Spielstand von 23:22 hatte das Kampfgericht den Gästen irrtümlicherweise ein Tor gutgeschrieben, was zu einem falschen Endergebnis von 32:32 führte. Das Bundessportgericht des Deutschen Handball-Bundes entschied, dass es sich um einen spielentscheidenden Regelverstoß handelte. Für einen solchen Fall sieht die Rechtsordnung eine Neuansetzung vor, zumindest derzeit. Ab dem 1. Juli gilt ein neues Regelwerk. Nach diesem soll es nur zu einem Wiederholungsspiel kommen, wenn keine Ergebniskorrektur möglich ist. Im Falle des Duells zwischen Hagen und Ferndorf wäre das möglich gewesen: Aus dem 32:32 wäre ein 32:21 geworden. Ob dies eine gute Lösung ist, muss sich zeigen. Im konkreten Fall hatten beide Teams ihre Taktik über einen langen Zeitraum auf der Basis eines falschen Zwischenstandes ausgerichtet.
Für den HCOB steht am kommenden Sonntag (17 Uhr) das Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen auf dem Programm.


