Die Handball-Europameisterschaft ist vorüber, die deutschen Bundesligen nehmen den Spielbetrieb wieder auf, auch die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang stehen vor ihrem ersten Rückrundenspiel. Sechs Wochen Pause liegen hinter ihnen. Während es für die etablierten Bundesligavereine „Business as usual“ war, war es für einige Akteure des im Sommer des vergangenen Jahres aus der Dritten Liga aufgestiegenen HC Oppenweiler/Backnang eine neue Situation. Die Pause kam nach der Heimniederlage gegen den TuS N-Lübbecke am zweiten Weihnachtsfeiertag und der mit nur zwei Pluspunkten unbefriedigend verlaufenen Vorrunde vielleicht zur rechten Zeit. Zum Durchschnaufen und auch, um neue Akzente zu setzen.
Die Murrtaler handelten auf der Trainerposition. Der zuletzt bei AEK Athen tätige Portugiese Rui Silva übernahm die Mannschaft vom Trainerduo Tobias Klisch und Volker Blumenschein, das das Team zuletzt interimistisch angeführt hatte. Mit Frederick Griesbach kam auch ein neuer Co-Trainer hinzu, der mit den Frauen der deutschen Nationalmannschaft zuletzt WM-Silber gewonnen hatte. Rui Silva, Frederick Griesbach und Dragan Jerkovic, der für die Torhüter zuständig ist, bilden nun das Trainerteam. Es steht vor der anspruchsvollen, aber nicht unlösbaren Aufgabe, die Mannschaft des Aufsteigers zum Ligaverbleib zu führen.
Tabellarisch muss der Verein aus dem Murrtal zwei gegnerische Mannschaften überholen. Der Blick richtet sich dabei auf den Mitaufsteiger HSG Krefeld mit sechs Pluspunkten, den mehrmaligen Europapokalsieger TuSEM Essen mit acht Punkten und den TuS Ferndorf mit neun Punkten. Weil jeder Weg mit dem ersten Schritt beginnt, braucht es zeitnah den ersten Sieg für den Aufsteiger in der neuen Liga. Insgesamt stehen 17 Begegnungen zur Verfügung, um zu den Rivalen aufzuschließen und im besten Fall an zweien von ihnen vorbeizuziehen. Dabei wird es zum einen auf die direkten Duelle ankommen, zum anderen muss das Team aber auch insgesamt regelmäßig punkten. Damit haben sich die vier genannten Teams in der Vorrunde allesamt schwergetan, der HCOB aber besonders. Wem aus dem Kreise der Abstiegskandidaten es nun gelingt, in ein anderes Fahrwasser zu finden, der kann seine Chancen auf den Ligaverbleib verbessern.
Trainer Rui Silva hatte rund vier Wochen Zeit, um sein neues Team kennenzulernen und gemeinsam mit diesem am Plan für die Rückrunde zu Arbeiten. „Diese Zeit mit der Mannschaft war sehr produktiv“, sagt der Coach aus Portugal. Das Team nehme die neuen Ideen an, arbeite konstruktiv, wobei ein Teil der Vorbereitung auch noch darin bestand, an körperlichen und konditionellen Grundlagen zu arbeiten. „In der vergangenen Wochen haben wir uns dann verstärkt auf das Spiel gegen Hüttenberg vorbereitet.“ Auch wenn der Traditionsverein aus Mittelhessen als grundsolides Team aus dem sicheren Tabellenmittelfeld die Favoritenrolle trägt, die HCOB-Handballer haben sich für den ersten Auftritt nach der Europameisterschaftspause viel vorgenommen. Besonders wichtig ist dem Coach, dass sein Team mit viel mannschaftlicher Geschlossenheit und Teamgeist agiert.
Ein weiterer Wunsch lautet, dass das HCOB-Team im Angriff strukturiert und konzentriert spielt. Rui Silva rechnet mit einer Hüttenberg Mannschaft, die mit einer stabilen Abwehr agieren und „viel Druck aus uns ausüben wird. Da müssen wir sehr clever agieren.“ Gelingt es, werden sich zum einen mehr gute Torgelegenheiten fürs eigene Team ergeben, zum anderen wird eine geringere Zahl an technischen Fehlern und Ballverlusten auch defensiv positive Auswirkungen haben, weil sich dem Gegner weniger Umschaltmomente bieten.
Dass die Mannschaft zuletzt durch den neuen Kreisläufer Lukas Süsser (vom TuS Ferndorf) verstärkt wurde, bewerte der Coach durchaus positiv. „Er ist ein harter Arbeiter und tut uns als Gruppe gut.“ Mit Blick aufs Spiel gegen Hüttenberg werden die beiden Rückraumspieler Nick Fröhlich und Timm Buck, die beim Vorbereitungsspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten vor zwei Wochen angeschlagen hatten pausieren müssen, wieder im Aufgebot stehen. Beide sind wieder voll im Training und einsatzbereit. Trainer Rui Silva freut sich darüber, „weil die beiden unstrittig sehr wichtige Spieler für uns sind.“ Fraglich ist allerdings der Einsatz des isländische Kreisläufers Työrvi Týr Gislason, der sich am Sprunggelenk verletzt hat.
Rund ums Spiel
Die Begegnung wird live auf dem Dyn übertragen. Sendebeginn ist 15 Minuten vor Spielbeginn.
Eintrittskarten für das Zweitliga-Heimspiel des HCOB gibt es im Internet unter www.hcob.de/tickets und an der Abendkasse.
