In der vergangenen Saison verlief die Saison in der dritten Liga ausgesprochen ungewöhnlich: Der SV Salamander Kornwestheim sicherte sich frühzeitig die Meisterschaft und auch der Abstiegskampf war bald entschieden. Nun deuten die Vorzeichen jedoch darauf hin, dass dies die Ausnahme bleiben wird.
Dabei ist klar: Mit dem Vorjahresmeister SV Salamander Kornwestheim ist direkt wieder zu rechnen. Der Verein aus dem Kreis Ludwigsburg hat sein erfolgreiches Team aus der vergangenen Saison komplett zusammengehalten und kann somit mit einer eingespielten und bis ins Detail miteinander harmonierenden Mannschaft antreten. Im DHB-Pokal setzte die Mannschaft von Trainer Dr. Alexander Schurr ein Ausrufezeichen, als sie gegen den Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen nur mit vier Toren Unterschied verlor.
Mit dem TSB Horkheim als Vizemeister der vergangenen Runde muss ebenfalls gerechnet werden. Auch hier hielten sich die Transferaktivitäten in engen Grenzen. Trainer Oliver Heß kann somit ebenfalls auf viele bestehende Automatismen zurückgreifen, was für den „ewigen Rivalen“ des HC Oppenweiler/Backnang (bisher 52 Duelle) sicher von Vorteil ist.
Zu den Kandidaten für einen Platz in der Spitzengruppe zählen auch der VfL Pfullingen und die SG Pforzheim/Eutingen, die schon in der vergangenen Runde weit vorne zu finden waren. Die HSG Konstanz, die sich in der vergangenen Runde als Zweitligaabsteiger mit einem Platz im Mittelfeld der Tabelle zufriedengeben musste, peilt ebenfalls wieder höhere Ziele an. Langfristig ist mit dem Team vom Bodensee auf jeden Fall zu rechnen.
Auch die Wölfe Würzburg würden gerne vorne mitspielen. Das Team war lange in der zweiten Bundesliga aktiv. Beim Club aus Unterfranken stellt sich in diesem Sommer die Frage, wie der neue Trainer Dragos Oprea den Umbruch im Team bewältigt. Einige Leistungsträger der vergangenen Jahre haben im Sommer ihre Karriere beendet. Auch dem TSV Neuhausen/Filder mit Coach Daniel Brack ist ein gutes Abschneiden zuzutrauen. Der Club betreibt zusammen mit der HSG Ostfildern unter dem Dach von JANO Filder gute Jugendarbeit und hat ein talentiertes Team zusammengestellt.
Die vier Bundesligareserven HC Erlangen II, Rhein-Neckar Löwen II, TV Bittenfeld II und HBW Balingen-Weilstetten II sind klassischerweise schwer zu bewerten. Diese Teams sind mit vielen talentierten Spielern besetzt und können, wenn alles gut läuft, immer wieder für Überraschungen sorgen und im Einzelfall auch an der Tabellenspitze mitmischen. Allerdings herrscht oft auch ein bisschen Ungewissheit: Talente machen Entwicklungssprünge, Spieler rücken auf oder verlassen den Verein und die personelle Situation kann sich zudem durch die jeweiligen Profimannschaften verändern. Das macht die Reserven für die anderen Drittligisten zumindest schwer einschätzbar.
Neuland betreten die drei Aufsteiger. Sowohl der TSB Schwäbisch Gmünd als auch die HSG Albstadt und die SG Regensburg spielen zum ersten Mal in der Dritten Liga. Dabei bringt die Mannschaft aus Schwäbisch Gmünd auf dem Papier die besten Voraussetzungen mit, um sich schnell in der neuen Spielklasse zurechtzufinden. Der TSB kommt als Meister aus Baden-Württemberg und hat seinen Kader gezielt verstärkt, unter anderem mit dem vor einem Jahr noch für den HCOB spielenden Außen Nils Eilers vom TSV Weinsberg.
Bei Albstadt ruhen einige Hoffnungen auf dem starken Torwart Julian Malek, der Erfahrung aus der zweiten Liga mitbringt und nach einem Abstecher in die Schweiz nun für den Neuling von der Schwäbischen Alb aufläuft. Die SG Regensburg ist im Stuttgarter Raum noch eine unbekannte Größe, wobei zumindest Coach Benjamin Herth als ehemaliger Bundesligaspieler Wurzeln in Württemberg hat. Das Ziel der drei Aufsteiger ist der Ligaverbleib, was auch für den TV 1861 Erlangen-Bruck gilt. Der Club aus der Handballhochburg im Fränkischen spielte in der vergangenen Runde stark auf, muss nun aber einen personellen Umbruch bewältigen.