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„Zeigen, wofür wir als Team stehen“

| Männer 1

Mit dem ersten Sieg in der zweiten Bundesliga hat der HC Oppenweiler/Backnang eine lange Durststrecke beendet. Der Erfolg gegen die Eulen Ludwigshafen war ein starkes Indiz dafür, dass die Arbeit unter Trainer Rui Silva Wirkung zeigt. Zum Abschluss tritt das Schlusslicht am Samstag (18 Uhr, Merkur Arena) beim TuS N-Lübbecke an.

Die Erleichterung war spürbar, als nach dem Schlusspfiff gegen die Eulen feststand, dass das lange Warten endlich zu Ende war. Es war ein überraschender Sieg des Schlusslichts – und doch kam er nicht ganz überraschend. Die positive Entwicklung hatte sich in den Heimspielen zuvor angedeutet. Die Mannschaft wirkte stabiler und ließ sich von Rückschlägen innerhalb der Spiele nicht mehr so schnell aus dem Konzept bringen. Vor allem in den Begegnungen gegen den TV Großwallstadt und gegen den Erstliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim hatte nicht viel für einen Erfolg gefehlt.

Die Arbeit des im Januar aus Griechenland gekommenen Coaches Rui Silva trägt inzwischen sichtbar Früchte. Dabei läuft es derzeit nicht immer nach Plan, wie der Portugiese verrät. „Tatsächlich war die Arbeit in den vergangenen Wochen aufgrund der hohen Anzahl an Verletzten nicht immer einfach“, sagt er und erläutert: „Wir mussten unsere Ideen, Strategien und Herangehensweisen an das Spiel neu organisieren und anpassen.“ Auch die Trainingseinheiten sahen anders aus als geplant – keine ideale Situation. „Das hat uns dazu gezwungen, kreativ zu denken und immer wieder neu auf die jeweiligen Umstände zu reagieren.“ Eine konstruktive Lösungssuche war oftmals gefragt.

Der Erfolg war daher wichtig für die Moral und zugleich eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Rui Silva sieht den Erfolg als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses über die vergangenen viereinhalb Monate. Schritt für Schritt sei es gelungen, das Potenzial jedes einzelnen Spielers bestmöglich für die Mannschaft zu nutzen. Zugleich habe sich die Mannschaft als Gruppe kontinuierlich weiterentwickelt. Auf diesem Weg habe auch die menschliche Qualität innerhalb dieses Teams eine wichtige Rolle gespielt, betont Rui Silva.

Trotz des feststehenden Abstiegs haben die Handballer intensiv weitergearbeitet. Sie wussten, dass viele der Erfahrungen, die sie derzeit sammeln, für die kommende Zeit von Bedeutung sein würden. „Tatsächlich vermittelt dieser Sieg einige wichtige Botschaften, die wir mit in die Zukunft nehmen können“, sagt Rui Silva. „Erstens haben wir niemals aufgegeben und stets an uns geglaubt – unabhängig davon, wie schwierig der Weg war. Zweitens möchten wir das Gefühl, das wir nach dem Schlusspfiff erlebt haben, bewahren und zu einem festen Bestandteil unserer Kultur für die kommende Saison machen.“

Bevor der Blick endgültig auf die kommende Saison in der Dritten Liga gerichtet wird, steht noch das letzte Spiel dieser Runde an. Für die Begegnung beim TuS N-Lübbecke muss der HCOB-Tross rund 1000 Kilometer zurücklegen – und auch sportlich wartet eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Ostwestfalen haben sich unter Coach Davor Dominiković zielstrebig aus dem Tabellenkeller verabschiedet und sind zu einem der besten Teams der Rückrunde geworden. HCOB-Coach Rui Silva wünscht sich einen weiteren starken Auftritt seines Teams: „Wir wollen dort konkurrenzfähig sein und um den Sieg kämpfen. Es ist das letzte Spiel dieser Saison und eine weitere Gelegenheit zu zeigen, wofür wir als Team stehen“, betont Rui Silva. Besondere Bedeutung hat die Begegnung für Malte Dederding, denn der Rückraumspieler trifft mit seinem aktuellen Team auf sein künftiges.

Rund ums Spiel

Die Trainer und Vereinsverantwortlichen der Bundesligavereine haben Iker Romero zum „Trainer des Jahres” in der zweiten Bundesliga gewählt. Der Spanier hat die SG BBM Bietigheim zurück in die erste Bundesliga geführt.

Zum besten Nachwuchsspieler der Saison wurde Kreisläufer Jan Christian Schmidt vom TSV Bayer Dormagen gewählt.

Diese Auszeichnung wurde auch in der ersten Bundesliga vergeben. Sie ging an Elias Newel, den Rückraum-Mitte-Spieler von Frisch Auf Göppingen, der im vergangenen Jahr noch elementarer Bestandteil des HCOB-Teams war. Mit Rechtsaußen Tim Goßner zählte ein weiteres vielversprechendes Frisch-Auf-Talent mit HCOB-Vergangenheit zu den zehn Nominierten.

Die Begegnung in Lübbecke wird live auf dem Dyn übertragen. Sendebeginn ist 15 Minuten vor Spielbeginn.

Tus N-Lübbecke mit starker Rückrunde

Der TuS N-Lübbecke zählt zu den traditionsreichsten Vereinen der zweiten Handball-Bundesliga. In seiner Vereinsgeschichte gewann der Club drei Europapokale und schaffte insgesamt siebenmal den Aufstieg in die Bundesliga, zuletzt vor fünf Jahren. Nach einem schwierigen Saisonstart und zwischenzeitlichem Aufenthalt im Tabellenkeller fand die Mannschaft nach einem Trainerwechsel zurück in die Erfolgsspur. Unter der Leitung des ehemaligen kroatischen Weltklassespielers Davor Dominiković entwickelte sich der TuS zu einem der stärksten Teams der Rückrunde. Mit 22:10 Punkten gehört N-Lübbecke zu den formstärksten Mannschaften der zweiten Saisonhälfte und gewann vier seiner vergangenen fünf Partien. Erfolgreichster Torschütze ist Tim Roman Wieland, während Niko Blaauw regelmäßig als wichtiger Vorlagengeber in Erscheinung tritt.

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