In den vergangenen Jahren ging es für die Handballer des HCOB stetig und zügig aufwärts. In der zweiten Bundesliga hängen für den erstmals auf diesem Level spielenden Club im Wettstreit mit durchgängig etablierteren Teams die Trauben derzeit aber zu hoch. Die Tabelle lässt erahnen, dass es in der kommenden Saison in der Dritten Liga um Tore und Punkte geht. Derzeit gilt es, die richtigen Lehren zu ziehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen, um in der kommenden Runde ein starkes Team aufzubieten, das sich ambitionierten Zielen stellen kann. Gerade in puncto individuelle Dynamik und Spielgeschwindigkeit soll künftig deutlich mehr kommen, das ist auch der erklärte Wunsch von Coach Rui Silva
Die Verpflichtung von Louis Mönch von Bregenz Handball ist ein wertvoller Fingerzeig. Der 26-jährige Rückraumspieler bringt laut Volker Blumenschein, der den Transfer gemeinsam mit HCOB-Geschäftsführer Jonas Frank in die Wege geleitet hat, „sehr viel Tempo mit, ist beim Gegenstoß schwer zu verteidigen und hat bei hoher Geschwindigkeit ein gutes Auge für seine Nebenleute. Louis wird unserem Team neue Impulse geben.“ In der Torschützenliste der HLA liegt der Rechtshänder mit 125 Treffern aus 17 Spielen auf dem zweiten Platz. Mehr Tore (127) erzielte lediglich sein Mitspieler Mindaugas Dumcius. Diese statistischen Kennzahlen sprechen für Louis Mönch, findet Jonas Frank: „Durch seine eigene Torgefährlichkeit drückt er dem Spiel seinen Stempel auf, gleichzeitig macht er seine Nebenleute besser. Louis verfügt über eine exzellente Spielsteuerung und hat ausgezeichnete Qualitäten als Führungsspieler.“
Beim HCOB freut man sich über die Zusage des Rückraumspielers. „Das Gesamtpaket war entscheidend“, betont Louis Mönch. An vorderster Stelle stehe dabei die Möglichkeit, „auf einem sehr hohen und professionellen Niveau zu spielen“. Er verfolgt den Weg des Vereins und ist angetan davon, „was in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde“. Der Handballer, der seine Grundausbildung beim TSV Wolfschlugen erhielt, betont: „Die Gespräche mit den Verantwortlichen beim HCOB waren sehr positiv und ich wusste schnell, dass ich diesen Schritt gehen möchte.“
Für ihn persönlich ist es zudem erfreulich, dass er nach seiner Zeit in Österreich wieder näher an der Heimat ist, auch wenn er seine erste Auslandsstation beim Vorarlberger Verein positiv bewertet: „Es war sehr wertvoll.“ Er lernte ein neues Umfeld kennen, „eine neue Liga, neue Mannschaften, viele neue Spieler“. Anfangs wusste er nicht genau, was auf ihn zukommt. Nun sagt er, dass ihm der Tapetenwechsel gutgetan habe. „Ich konnte mich sowohl sportlich als auch persönlich noch einmal weiterentwickeln.“ Das eine oder andere davon will er beim HCOB mit einbringen.
Und spielerisch? Luis Mönch sagt: „Ich versuche immer, mit viel Energie und Tempo zu spielen und dem Spiel damit Impulse zu geben. Mein Spiel lebt definitiv von Dynamik, Einsatz und dem Ehrgeiz, in jedem Spiel mein Bestes zu geben und der Mannschaft auf dem Feld zu helfen.“ Beim HC Oppenweiler/Backnang hat man diesbezüglich Erfahrungen gemacht, denn vor seiner Zeit in Bregenz stand Luis Mönch beim TSB Horkheim unter Vertrag. In der vergangenen Saison war er mit 240 Treffern der beste Torschütze der Dritten Liga. „Das waren immer sehr intensive und umkämpfte Spiele“, sagt Luis Mönch und denkt vor allem an die Spiele in Oppenweiler: „Auswärts war es nie einfach.“ Auch wenn bis zum Start in die Saison 2026/2027 noch Zeit ist, freut er sich jetzt schon auf die neue Herausforderung und darauf, „den Verein, die Mannschaft und die Fans kennenzulernen – und dazu beizutragen, dass wir erfolgreich sind.“
Wege von Dominik Weiß und dem HCOB trennen sich
Dominik Weiß wird in der kommenden Runde hingegen nicht mehr zum Kader des HCOB gehören. Der 37-jährige Rückraumspieler, der 13 Jahre lang erfolgreich für den TVB Stuttgart in der ersten und der zweiten Liga am Ball war, war im Sommer des vergangenen Jahres nach zwei Jahren in der Schweiz zum HCOB gewechselt. Nun zog man beim Zweitligisten, auch unter dem Aspekt, die Mannschaft verjüngen zu wollen, die Option auf ein Vertragsende im Anschluss an die laufende Saison. Nach einer nicht ganz einfachen Vorbereitung – Dominik Weiß hatte anfangs noch mit einer Verletzung zu kämpfen, die er sich am Ende des vergangenen Jahres im Trikot des BSV Bern zugezogen hatte, und musste dann mehrere Wochen aufgrund einer Viruserkrankung pausieren – konnte der Routinier auf dem Spielfeld nicht die Führungsrolle übernehmen, die man sich beim HCOB erhofft hatte.
Foto: Walter Zaponig (Bregenz Handball)
