An einem Aspekt gab es nichts zu deuteln: Der haushohe Favorit aus Hagen, der in der Tabelle im ersten Drittel zu finden ist, erledigte die Pflichtaufgabe souverän. Trainer Pavel Prokopec war zufrieden: „Meine Erwartung war, Spaß zu haben und Emotionen zu zeigen. Das haben wir gemacht. Wir haben Stress auf den gegnerischen Angriff ausgeübt, dadurch sind Ballverluste zustande gekommen.“ Auch Gästecoach Rui Silva fand lobende Worte für das Team aus Nordrhein-Westfalen: „Es war ein sehr gutes Spiel von Hagen, sie haben viel Intensität auf das Feld gebracht.“
Der HCOB tat sich in der ersten Halbzeit in der Abwehr schwer, verlor viele Zweikämpfe und mussten obendrein anerkennen, dass sich die Eintracht-Handballer beim Torwurf reichlich kompromisslos zeigten. Sie ließen kaum eine Torgelegenheiten aus und lagen von Beginn an in Führung. Die Gäste aus Baden-Württemberg hatten im Angriff gute Aktionen, vor allem Timm Buck und Malte Dederding trafen regelmäßig. In Summe reichte das aber nicht, um in Schlagdistanz zu bleiben. Aus einem 11:8 nach einer Viertelstunde wurde bis zur 26. Minute ein 20:14. Und die letzte Minute in Durchgang eins war für den HCOB dann ein großes Ärgernis: drei Gegentore in 50 Sekunden führten zu einem 15:24-Pausenstand. „Wir hatten zu viele Ballverluste“, ärgerte sich Coach Rui Silva. Insgesamt 20 dieser Unzulänglichkeiten standen am Ende in der Statistik.
Im zweiten Durchgang lief es auf Anhieb besser für die Gäste. Sie dominierten die ersten fünf Minuten und gestalteten die ersten 15 Minuten ausgeglichen – derzeit sind auch kleine Schritte wichtig. In dieser Phase glänzte Torwart Janis Boieck mehrfach mit Paraden, und seine Vorderleute packten in der Abwehr entschlossener zu. Mit dem Positionsangriff kam Hagen in dieser Phase kaum durch. Auch im Spiel nach vorne lief der Ball beim HCOB in diesem Abschnitt zeitweise ordentlich. Im Prinzip war es ärgerlich, dass die Gäste nicht wirklich näher herankamen. Das lag daran, dass sie einige gute Torgelegenheiten ausließen. Kleiner Trost: der Toreverhinderer auf Hagener Seite war Dennis Wipf. Der Schweizer Torwart, der im Sommer zum HCOB wechseln wird, war in der Pause für Pascal Bochmann gekommen und sammelte ebenfalls fleißig Paraden. „Der HCOB kann sich nicht nur auf einen tollen Menschen freuen“, verteilte Eintracht-Coach Pavel Prokopec Blumen, „sondern – und das hat er heute gezeigt – auch auf einen Torwart, der dem Verein weiterhelfen wird.“
Nach einer Dreiviertelstunde übernahm wieder Hagen das Kommando, und vor allem Pouya Norouzi trumpfte ordentlich auf. Der Sportler mit iranischen Wurzeln ist einer der Topspieler der zweiten Bundesliga. Er erzielte acht Treffer, war damit der erfolgreichste Feldtorschütze der Heimmannschaft. Der HCOB leistete sich im Angriff eine fast zehnminütige Torflaute, kassierte fünf Gegentreffer in Serie, ehe Felix Klingler die Torsperre mit einem Siebenmetertreffer durchbrach. Für Ergebnis war diese Phase natürlich Gift, für den HCOB setzte es erneut eine klare Niederlage – und doch gab es ein paar erste kleine Lichtblicke.
Stimmen zum Spiel
HCOB-Coach Rui Silva: „Es war ein sehr gutes Spiel von Hagen, sie haben viel Intensität auf das Feld gebracht. Wir hatten zu viele Ballverluste. Aber ich bin stolz auf die Reaktion der Mannschaft in der zweiten Halbzeit, da haben wir gut gekämpft und gearbeitet.“
Eintracht-Trainer Pavel Prokopec: „Meine Erwartung war, Spaß zu haben und Emotionen zu zeigen. Das haben wir gemacht. Wir haben Stress auf den gegnerischen Angriff ausgeübt, dadurch sind Ballverluste zustande gekommen. In der ersten Halbzeit hatten wir zudem einen sehr konsequenten Abschluss.“
Rund ums Spiel
Bei der technischen Besprechung traf HCOB-Torwarttrainer Dragan Jerković einen alten Bekannten: Jens Vortmann, Schiedsrichter aus Berlin, war selbst lange Zeit ein sehr erfolgreicher Torwart in der Bundesliga. Der Neueinsteiger als Referee bildet ein Duo mit dem erfahrenen Schiedsrichter Nils Blümel und durfte auf Anhieb ganz oben einsteigen. Dragan Jerkovic berichtete von ersten Erkenntnissen seines einstigen Kollegen: „Als Schiedsrichter muss er jetzt deutlich mehr laufen als früher.“
Am kommenden Wochenende pausiert die zweite Bundesliga, in der Woche darauf empfängt der HCOB mit dem TV Großwallstadt einen absoluten Traditionsverein des deutschen Handballs.




