Im Auftaktspiel sicherte sich der HCOB die ersten beiden Punkte. Gegen den HBW Balingen-Weilstetten II schien in Durchgang eins ein ungefährdeter Sieg möglich. Nach der Pause ging die starke Bundesligareserve zwischenzeitlich in Führung. In der Schlussphase wendete der Drittligameister der Jahre 2023 und 2025 die Partie jedoch wieder zu seinen Gunsten.
Trainer Rui Silva ordnet den Auftakterfolg pragmatisch ein: „Auch wenn es sicherlich nicht unsere beste Leistung war, am Ende waren die zwei Punkte das Wichtigste.“ Das Erfolgserlebnis gebe Selbstvertrauen. Das sei gerade in einer Phase hilfreich, in der sich seine Mannschaft noch finden und sowohl defensiv als auch offensiv weiterentwickeln müsse.
Für Rui Silva ist wichtig, „dass wir taktisch disziplinierter werden und bessere kollektive Entscheidungen treffen“. Dann sei es auch möglich, in unterschiedlichen Abschnitten einer Partie mental stabiler zu bleiben und Schwächephasen wie nach der Pause zu verkürzen oder ganz zu vermeiden. Dass noch nicht alles auf Anhieb gelingt, überrascht den Trainer nicht. „Wir haben viele neue Spieler, und es braucht Zeit, bis sich Abläufe und Automatismen festigen.“ Entscheidend sei nun, diese Entwicklung Schritt für Schritt voranzutreiben.
Die Aufgabe beim TSB Horkheim stuft Rui Silva als sehr anspruchsvoll ein. „Sie haben eine leistungsstarke Mannschaft“, sagt der Trainer aus Portugal. „Man merkt, dass viele Spieler schon lange zusammenspielen. Uns erwartet ein gut organisiertes Team.“ Horkheim spiele sehr gut über den Kreis und verstehe es zudem, über gute Abläufe im Überzahlspiel mit einem siebten Feldspieler zu Torchancen zu kommen. Trotzdem sieht er Erfolgsaussichten für seine Mannschaft: „Ich glaube an unsere Stärken und daran, dass wir eine echte Chance haben, die beiden Punkte zu holen.“
Mit Nick Fröhlich findet sich im Kader des HC Oppenweiler/Backnang ein Spieler, der vor zwei Jahren aus Horkheim ins Murrtal gewechselt war. Aufgrund seiner Schulterverletzung kann der Rückraumspieler allerdings nicht mitspielen. Ein anderer Akteur mit Vergangenheit beim TSB ist Louis Mönch. Er kam zwar vom österreichischen Erstligisten Bregenz Handball zum HCOB, trug davor aber das Horkheimer Trikot. In der Saison 2024/2025 war er der Drittligaspieler mit den meisten Toren. Auch für seinen neuen Verein hatte er am vergangenen Wochenende einen guten Einstand: Zum Heimsieg gegen den HBW II steuerte er 13 Treffer bei.
Die Handballer aus Horkheim starteten mit einem 38:36-Auswärtssieg beim TV 1861 Erlangen-Bruck in die neue Saison. Dabei holte die Mannschaft von Trainer Oliver Heß, der seit 2024 beim TSB tätig ist, einen Vier-Tore-Rückstand auf. Rückraumspieler Yannik Starz steuerte 14 Treffer zum Erfolg bei und führt nach dem ersten Spieltag die Torschützenliste an.
Die Horkheimer belegten in der vergangenen Runde den zweiten Platz in der Dritten Liga. Damit waren sie sportlich für die Aufstiegsspiele zur zweiten Bundesliga qualifiziert. Allerdings hatten die Verantwortlichen des Vereins bereits einige Wochen zuvor entschieden, keine Lizenz zu beantragen. Deshalb nahm der TSB nicht an den Entscheidungsspielen teil.
Der Kader ist im Vergleich zur vergangenen Runde auf vielen Positionen unverändert geblieben. Den TSB verlassen hat unter anderem Adam Soos, der Bruder von HCOB-Zugang David Soos. Er wechselte zur HSG Ettlingen in die Oberliga. Neu im Heilbronner Stadtteil sind der halbrechte Rückraumspieler Nick Bischoff vom Regionalligisten VfL Waiblingen sowie Aufbauspieler Paul Distel von der HSG Ostfildern. Auch in der neuen Runde ist mit den Horkheimern im Kampf um die Spitzenplätze zu rechnen.
Das Duell zwischen beiden Mannschaften ist das 53. Aufeinandertreffen. Gegen keinen anderen Verein haben die Handballer aus dem Murrtal so oft gespielt. Historisch von Bedeutung ist das Endspiel um den Süddeutschen Pokal im Jahr 1987. In den vergangenen Jahren trafen sich beide Mannschaften regelmäßig in der Dritten Liga. Mit 27:15 Siegen liegt Horkheim in der Gesamtstatistik bei zehn Unentschieden deutlich vorn. Allerdings hat der HCOB in der jüngeren Vergangenheit fleißig aufgeholt. Beim letzten Aufeinandertreffen vor eineinhalb Jahren siegten die Gäste mit 27:24 in der Stauwehrhalle.
Das Nachbarschaftsduell wird von Sven Ernst (Fellbach) und Johannes Sippel (Freiburg) geleitet. Die beiden gehörten in der vergangenen Runde zu den Topgespannen der Dritten Liga und sind fortan Teil des Bundesligakaders des DHB. Für den HCOB ist es bereits das 18. Spiel unter der Leitung des Duos, auch den TSB Horkheim haben die beiden vergleichbar oft gepfiffen. Vor fünf Jahren leiteten sie schon einmal das Nachbarschaftsduell.
