Wie wertvoll der Sieg beim direkten Konkurrenten war, verdeutlicht die rein mathematische Tatsache, dass der HCOB die Meisterschaft im Falle einer Niederlage mit mehr als einem Tor Unterschied nur aus eigener Kraft hätte erreichen können, wenn er neun Punkte aus den letzten fünf Spielen holt. Nun reichen bereits vier Punkte – die Aussichten könnten besser also nicht stehen.
Das Spiel in Kornwestheim bot Spannung pur, auch wenn es in der Anfangsphase nicht danach aussah. Mit dem starken Torwart Moritz Bochum im Rücken ließ die Abwehr kaum etwas zu. Stattdessen ging es mit viel Tempo in die andere Richtung, sodass es nach zwölf Minuten 10:2 für den Tabellenführer stand.
Bis dahin war es eine grandiose Vorstellung. Das einzige Problem: Es waren noch 48 Minuten zu spielen. Und Kornwestheim wollte sich nicht so einfach geschlagen geben. Zunächst schafften es die Gastgeber, den Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen. In den Minuten vor der Pause starteten sie dann eine Aufholjagd. Der HCOB wirkte zwischenzeitlich etwas nervös und fing sich in den letzten 30 Sekunden vor der Pause zwei Gegentore ein. Somit stand es nur noch 17:14.
Nach dem Wiederanpfiff holten die Lurchis zwar nicht mehr mit dem gleichen Tempo auf, aber sie kamen trotzdem näher heran. In der 44. Minute schaffte Kornwestheim den Ausgleich, nun hatten die Einheimischen Oberwasser. Aber der Tabellenführer hatte die richtige Antwort: dieser Gleichstand hielt nur 20 Sekunden an. Im direkten Gegenzug brachte Johannes Csauth die Gäste mit einem wichtigen Treffer vom Flügel wieder in Führung. Frieder Hail legte im Angriff das 24:22 nach.
Das wirkte sich mental aus. Der HCOB II fand in der Abwehr wieder zu mehr Stärke, ging keinen Zweikampf aus dem Weg und gewann viele davon. Im Tor erwies sich die Hereinnahme von David Lindenlaub als gelungener Schachzug: Er wehrte mehrere Bälle ab. Bei Kornwestheim machte sich nun bemerkbar, dass die Aufholjagd das Team zwar ins Spiel zurückgebracht hatte, aber eben auch viel Kraft gekostet hatte. Der HCOB setzte Nadelstiche durch Kontertore. Benjamin Wingenfeld traf zum 27:23 und zehn Minuten vor dem Ende waren die Gäste auf Kurs. Beim Schlusspfiff war der Jubel schließlich groß. Auf dem Weg zur Meisterschaft war dieser Auswärtssieg ein Meilenstein.
SV Salamander Kornwestheim II: Christoph Eibert, Tommy Ngo (Tor), Lasse Schrenk, Marco Dömötör (2), Christian Klopfer, Ramon Rieger (7), Toni Luithardt (7), Saleh Khosrawikatoli, Dominik Künzel (1), Erik Schumann (1), Julius Träger (2), Lion Morcher (3), Simon Blasitzke, Julian Kleinschmidt (4). – HC Oppenweiler/Backnang II: David Lindenlaub, Moritz Bochum (Tor), Hannes Preßmar, Max Knietsch (3), Linus Schnürer (4), Johannes Csauth (4), Benjamin Wingenfeld (5), Dominik Koch (2), Julian Friz (4), Tom Hug, Tim Jupe, Frieder Hail (5), Niklas Hug (5/1). – Schiedsrichter: Stefan Mezger (Hemmingen) und Christian Sturm (Hemmingen). – Zuschauer: 100.



