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Mit dem neuen Team an die frühere Wirkungsstätte

| Männer 1

Der HC Oppenweiler/Backnang testet am Freitagabend (18.30 Uhr) beim österreichischen Rekordmeister Bregenz Handball. Für Louis Mönch ist es eine schnelle Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte. In der vergangenen Saison spielte der Rückraumspieler noch selbst für die Vorarlberger.

Bregenz ist eine Reise wert. Die Stadt liegt direkt am Bodensee, die Berge sind nah. Handballerisch hat sich Bregenz Handball zu einem Big Player in Österreich entwickelt. Der Club aus der Landeshauptstadt von Vorarlberg ist Rekordmeister – und will in den kommenden Jahren wieder an die Spitze der „HLA Meisterliga“ zurückkehren.

Louis Mönch war im Sommer 2025 von seinem damaligen Club TSB Horkheim nach Bregenz gewechselt. Das war nicht der ursprüngliche Plan des Rückraumspielers. Zunächst hatte der einstige Jugendhandballer des TSV Wolfschlugen einen Wechsel zum HSC Kreuzlingen avisiert. Der ist ebenfalls am Bodensee beheimatet, aber am Schweizer Ufer – und zog sein Team vor der Runde aus der höchsten Liga der Schweiz zurück.

Louis Mönch orientierte sich um, wechselte nach Bregenz und betont heute, dass er die Zeit bei diesem Club als sehr wertvoll wahrgenommen hat. „Es war eine gute Zeit“, sagt der 27-Jährige. „Deshalb freue ich mich, dass wir in der Vorbereitung gegen Bregenz spielen.“ Er blickt der Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte mit angenehmen Gefühlen entgegen.

Sportlich war das vergangene Jahr für den Verein schwierig. Der Club, der den Handball in der Alpenrepublik in den Nullerjahren gnadenlos beherrschte und auch international regelmäßig vertreten war, bewältigte einen großen Umbruch. „Zudem war die Liga unerwartet ausgeglichen“, sagt Louis Mönch.

Das führte dazu, dass Bregenz am Ende der Saison nicht in den Finalspielen um die Meisterschaft, sondern in der Abstiegsrunde landete. Eine heikle Phase, die der Verein aber überstand. „Wir waren immer dann da, wenn es wirklich darauf ankam“, sagt Louis Mönch.

Die schwierige Situation habe der Mannschaft trotz allem etwas gebracht – auch wenn man „lieber die Playoffs statt die Playouts gespielt hätte“. Louis Mönch ist sich aber sicher, „dass sie in der kommenden Runde wieder die Playoffs erreichen werden.“

Und seine persönliche Bilanz? Sie fällt positiv aus. „Ich habe von Anfang an viel Verantwortung bekommen und es hat eigentlich direkt gut gepasst“, sagt Louis Mönch. Er lenkte das Spiel aus dem Rückraum und avancierte zudem zu einem der erfolgreichsten Torschützen der ganzen Liga. „Ich denke, dass ich dieses Vertrauen mit meinen Leistungen auch ganz gut zurückzahlen konnte.“

Dieses Jahr, in dem der Handball die oberste Priorität in seinem Leben hatte, sei ein gutes Jahr gewesen – auch aufgrund vieler neuer Erfahrungen: „In der ersten österreichischen Liga ist die Aufmerksamkeit rund um den Handball anders als in der Dritten Liga in Deutschland. Auch die Strukturen, der Trainingsalltag und das ganze Drumherum waren für mich neu und haben mich weitergebracht.“

Nun ist er zurück im Großraum Stuttgart. Er freut sich auf die Herausforderungen mit dem HCOB-Team. „Das Gesamtpaket war entscheidend“, betonte Louis Mönch Mitte März, als der Transfer bekanntgegeben wurde. An vorderster Stelle stehe die Möglichkeit, „auf einem sehr hohen und professionellen Niveau zu spielen“.

Seit einigen Wochen ist die Mannschaft im Training. Die Vorbereitung ist intensiv, körperlich und mental. Louis Mönch zieht ein  erstes Fazit: „Wir haben eine super Mannschaft und die Jungs sind alle sehr sympathisch. Es fühlt sich tatsächlich schon so an, als wäre man deutlich länger dabei.“

Bei den Trainingseinheiten unter der Leitung von Trainer Rui Silva herrsche ein zielführendes Klima: „Man merkt, dass jeder Bock hat, sich einbringt und mitzieht.“ Er glaubt, „dass wir als Mannschaft dieses Jahr sehr viel Spaß miteinander haben können.“

Jetzt muss aus dem bisherigen Kader und den sieben Neuzugängen eine Einheit werden – auf dem Feld und daneben. „Das braucht ein bisschen Zeit, bis alles perfekt zusammenspielt“, weiß Louis Mönch. Aber man merke, „dass wir jeden Tag Fortschritte machen. Die Abläufe werden immer besser.“ Gespräche miteinander, Übungen, Wiederholungen – all das trägt dazu bei, dass die Zahnrädchen nach und nach ineinandergreifen.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Louis Mönch, und das Testspiel in Bregenz sei wichtig, „um das umzusetzen, was wir uns im Training erarbeiten.“ Man wolle sich weiter einspielen und Abläufe festigen. Auch, um dann gut vorbereitet in die Woche vor dem ersten Pflichtspiel der Saison gehen zu können, am 21. August im DHB-Pokal gegen den Zweitligisten HSC 2000 Coburg.

Infos zu Louis Mönch und zum Testspiel

Louis Mönch begann beim TSV Wolfschlugen mit dem Handball. Er spielte für den TSV Neuhausen/Filder und den TSV Zizishausen, bevor er von 2021 bis 2025 für den TSB Horkheim auflief. In der Saison 2024/2025 war er Torschützenkönig in der Südstaffel der Dritten Liga. Anschließend spielte er ein Jahr für Bregenz Handball in Österreich.

Bregenz Handball spielte bis 1996 in den Ligen des Handballverbands Württemberg und wechselte dann in die österreichischen Ligen. Nicht viel später errang der Verein die erste österreichische Meisterschaft, der acht weitere folgten – damit ist der Club Rekordmeister. In den letzten zehn Jahren nahm die Dominanz ab, da sich der Vereinshandball in Österreich insgesamt weiterentwickelte. Die Bregenzer spielten meist in den Playoffs, für den Titel reichte es jedoch nicht mehr. In der vergangenen Saison war Michael Roth als Coach für den Verein aktiv. Zur neuen Runde übernimmt mit Julian Rauch ein Bregenzer Eigengewächs. Neuer Spielmacher – und somit in gewisser Weise Nachfolger von Louis Mönch – soll der Isländer Guðmundur Bragi Ástþórsson werden, der vom dänischen Klub TMS Ringsted kommt.

Anwurf ist am Freitagabend um 18.30 Uhr in der Handball-Arena Rieden-Vorkloster, einem preisgekrönten Bau im Westen von Bregenz. Sie wird für Schulsport genutzt, kann ohne großen Aufwand aber auch zur Spielstätte für Europapokalspiele aufgebaut werden.

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