Das Interview zum Heimspiel wird präsentiert von:
Du hast München in jungen Jahren verlassen, um deinen Handballtraum zu verfolgen. Was hat dich darin bestärkt, dass es der richtige Weg ist?
Ich bin mit 13 Jahren von zu Hause weggezogen. Ich hatte damals einfach sehr viel Spaß am Handball und meine Eltern haben mich immer unterstützt. Mit Würzburg habe ich einen Standort gefunden, der noch in Bayern liegt und nicht allzu weit von zu Hause entfernt ist.
Was hast du von zu Hause am meisten vermisst, woran musstest du dich erst gewöhnen?
Am meisten habe ich meine Familie, meine Freunde und meine gewohnte Umgebung vermisst. Außerdem musste ich lernen, selbstständiger zu werden und meinen Alltag eigenständig zu organisieren, zum Beispiel das Kochen.
Mit 2,08 Metern bringst du körperlich außergewöhnliche Voraussetzungen mit. Aber was braucht es darüber hinaus, um sich als junger Kreisläufer durchzusetzen? Woran arbeitest du aktuell am meisten?
Man muss den Willen und die Bereitschaft mitbringen, jeden Tag dazuzulernen, und die richtige Einstellung haben. Im Erwachsenenhandball ist es wichtig, Spielsituationen richtig zu erkennen, etwa bei Laufwegen und Sperren, und sich auf die körperliche Spielweise einzustellen. Ich möchte vor allem mehr Konstanz in meinem Angriffsspiel entwickeln, meine Abwehrarbeit verbessern und körperlich noch robuster werden.
Unser Coach Rui Silva hat dir zuletzt Fortschritte bescheinigt. Was läuft heute besser als zu Saisonbeginn? Und was möchtest du an deinem Spiel unbedingt noch verbessern?
Ich habe inzwischen mehr Sicherheit gewonnen und vertraue sowohl unserem System als auch meinem eigenen Spiel mehr. Verbessern möchte ich vor allem mein Timing in der Offensive und ich möchte meinen Körper besser einsetzen. In der Abwehr will ich außerdem aggressiver und cleverer werden.
Du hast mit den Münchner Clubs, Rimpar, Gummersbach und jetzt dem HCOB bereits einige Stationen hinter dir. Was hast du bei den einzelnen Vereinen gelernt, und was hat dich am meisten geprägt?
Jede Station hat mich auf ihre eigene Weise geprägt. Bei meinen ersten Stationen in München habe ich die Grundlagen gelernt und meine Leidenschaft für den Handball entwickelt. Mit dem Wechsel nach Rimpar konnte ich Schule und Leistungssport optimal verbinden. Dort habe ich nicht nur sportlich viel gelernt, sondern bin auch persönlich sehr selbstständig geworden und früh in eine gewisse Eigenverantwortung hineingewachsen. In Gummersbach konnte ich Erfahrungen auf Topniveau sammeln, vor allem durch die Trainingseinheiten mit der Bundesligamannschaft. Außerdem habe ich mich dort körperlich enorm weiterentwickelt und die Wichtigkeit von gutem Krafttraining verstanden. Jetzt beim HCOB geht es für mich darum, mich im Erwachsenenbereich zu etablieren, die nächsten Entwicklungsschritte zu machen und als Team erfolgreichen Handball zu spielen.
Nun geht es gegen Würzburg. Ist das für dich einfach ein weiteres oder auch ein besonderes Spiel gegen den Ex-Verein? Worauf freust du dich besonders?
Für mich ist es schon ein besonderes Spiel. Ich werde einige Spieler wiedersehen, mit denen ich in der Jugend zusammengespielt habe. Der Co-Trainer war damals mein Jugendtrainer. Sobald das Spiel angepfiffen wird, liegt der Fokus aber voll auf Handball. Wir wollen als Mannschaft unsere Leistung auf die Platte bringen und die Punkte zu Hause behalten.
Wie bewertest du den bisherigen Saisonverlauf, und worauf wird es aus deiner Sicht im Spiel gegen Würzburg sportlich besonders ankommen?
Ich denke, wir haben bisher schon einige gute Ansätze gezeigt. Wir müssen es schaffen, unsere Leistung konstant über 60 Minuten abzurufen. Gegen Würzburg kommt es darauf an, aus einer guten Abwehr ins Tempospiel zu kommen und dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken.
